Die Union verliert im neuen „Deutschlandtrend“ der ARD zwei Prozentpunkte, der Koalitionspartner SPD kann zugleich zwei Punkte zulegen. Vorne liegen CDU und CSU in der am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage mit 26 Prozent aber immer noch. Dahinter folgt mit 24 Prozent weiterhin die AfD, die allerdings im Vergleich zum „Deutschlandtrend“ im Januar einen Punkt verliert.
Wäre am Sonntag Bundestagswahl käme die SPD nun auf 15 Prozent. Grüne und Linke verändern sich nicht und stehen bei zwölf beziehungsweise zehn Prozent. BSW und FDP wären mit jeweils drei Prozent weiterhin nicht im Bundestag vertreten. Alle anderen Parteien kommen derzeit zusammen auf sieben Prozent.
Enorme Unzufriedenheit mit Regierung
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind aktuell 21 Prozent sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (plus ein Prozentpunkt). 78 Prozent sind mit der Arbeit von Union und SPD weiterhin weniger oder gar nicht zufrieden.
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Aus dem Bundeskabinett wird weiterhin Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am besten bewertet: Wie im Januar sind 57 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Parteikollege und Finanzminister Lars Klingbeil folgt mit 31 Prozent (plus fünf Punkte), auf den gleichen Wert kommt auch Außenminister Johan Wadephul (CDU).
Mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) sind nur 25 Prozent zufrieden (plus eins). Auf den hinteren Rängen liegen AfD-Chef Tino Chrupalla mit 17 (minus drei) sowie Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann mit 13 Prozent (plus eins).
Höchstes Ungerechtigkeitsempfinden seit 2008
Gefragt wurde auch nach dem sogenannten Ungerechtigkeitsempfinden. Dies ist den Angaben zufolge auf dem höchsten Stand seit 2008. So geht es für 62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger aktuell in Deutschland eher ungerecht zu (plus zwei Punkte im Vergleich zu einer Abfrage vom Juli 2025). Es gehe hierzulande eher gerecht zu, finden 33 Prozent.
Als Grund für dieses Ungerechtigkeitsempfinden wird am häufigsten die Schere zwischen Arm und Reich genannt. Dies sagten 35 Prozent, das sind 13 Prozentpunkte mehr als im Juli 2025. An zweiter Stelle wird die Steuer- und Abgabenbelastung genannt, die demnach als zu hoch beziehungsweise ungleich empfunden wird.
Eine Debatte löste erst kürzlich der CDU-Wirtschaftsflügel mit dem Vorschlag aus, das Recht auf Teilzeit nur noch Beschäftigten zu gewähren, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder sich weiterbilden. Für 66 Prozent und damit zwei von drei Deutschen geht das in die falsche Richtung. 30 Prozent begrüßen den Vorschlag.
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Mehrheitlich abgelehnt wird er von Anhängern der Linken (86 Prozent), Grünen (84 Prozent), SPD (64 Prozent) und AfD (63 Prozent). Bei CDU/CSU-Anhängern stößt er aber ebenfalls auf Ablehnung: 56 Prozent äußerten sich so, nur für 41 Prozent geht der Vorschlag hingegen in die richtige Richtung.
Vorschläge wie eine Streichung der Übernahme von Zahnarztkosten schaden zudem der zugeschriebenen Wirtschaftskompetenz der Union. Aktuell sagen nur noch 31 Prozent, dass die Union die Wirtschaft in Deutschland voranbringen könne – das sind 6 Prozentpunkte weniger als im September 2025.
Um die Probleme im Land wirklich zu lösen, spricht sich eine große Mehrheit von 94 Prozent für den Ausbau des öffentlichen Angebots für Pflege und Kinderbetreuung aus. 65 Prozent befürworten es, ausländischen Fachkräften die Einwanderung zu erleichtern – das sind 9 Prozentpunkte mehr als im April 2024.
Für den „Deutschlandtrend“ befragte das Institut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1319 Wahlberechtigte. Die Schwankungsbreite wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben. (AFP/jmi)