Kurzfassung des Artikels:
- In Eutin gewann der THW Kiel ein Handball-Freundschaftsspiel gegen die HSG Holsteinische Schweiz vor 600 Zuschauern mit 49:31.
- Nationaltorwart Andreas Wolff war vier Tage nach dem EM-Finale beliebter Publikumsmagnet und erfüllte zahlreiche Autogrammwünsche.
- Alle eingesetzten Feldspieler des THW sowie zwölf HSG-Akteure erzielten mindestens ein Tor, wobei der Kieler Bence Imre und Sebastian Potz vom Heim-Team mit je sieben Treffern herausragten.
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„Andi, jetzt komm endlich duschen.“ So rief Michael Menzel, Mannschaftsbetreuer des THW Kiel, Torwart Andreas Wolff. Der 34-Jährige war als wohl größer „Held“ von Deutschlands Nationalmannschaft bei der Handball-Europameisterschaft nur vier Tage nach deren Finale besonders gefragt bei den Fans in Eutin. Deren Autogramm- und Fotowünsche wurden, nachdem die „Zebras“ das Freundschaftsspiel beim Oberligisten HSG Holsteinische Schweiz mit 49:31 (26:19) gewonnen hatten, von Wolff und allen anderen THW-Akteuren geduldig erfüllt.
Gelungener Abend und perfekte Organisation
Dies rundete einen gelungenen Abend vor 600 Zuschauern, von denen die jüngeren das Geschehen in der Hans-Heinrich-Sievert-Halle direkt neben dem Spielfeldrand sitzend verfolgen durften, ab. „Das war ein Handball-Fest“, urteilte HSG-Trainer Andreas Juhra, der sich mit dem Auftritt seiner Mannschaft („Wir haben gut dagegen gehalten.“) wie dem Ergebnis „sehr zufrieden“ zeigte. Ähnliche Worte wählten die THW-Profis: „Wir haben uns in Eutin sehr wohlgefühlt“, betonte der frischgebackene Vizeeuropameister Lukas Zerbe.
Ausnahmslos strahlende Gesichter gab es nach dem Ertönen der Schlusssirene, als sich die Spieler der HSG Holsteinische Schweiz und die des THW Kiel, die erstmals in den neuen, blauen Auswärtstrikots aufliefen, zum gemeinsamen Foto stellten.
Foto: Johannes Speckner
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Rasmus Ankermann gab zwar zu bedenken, dass „Testspiele mit mehreren Spielklassen Unterschied mitunter schwierig sind“, stellte aber klar: „Diese Partie hat wirklich Spaß gemacht und war perfekt organisiert.“ In den vergangenen Wochen war der 18-Jährige zwar nicht bei der EM, wohl aber für das A-Jugend-Bundesliga-Team des THW und dessen Kooperationspartner TSV Altenholz in der 3. Liga in Aktion getreten. In seiner Jugend spielte einst auch Björn Lange, einer von drei Torhütern der HSG, beim THW. „Einer meiner damaligen Mitspieler war Torge Ankermann, der ältere Bruder von Rasmus“, berichtete Lange.
„Anfänglich war es schon etwas komisch, dass die Spieler, die ich in der letzten Woche noch im Fernsehen bei der EM gesehen habe, plötzlich auf mein Tor geworfen haben.“
Björn Lange
Torwart HSG Holsteinische Schweiz
Es sei „anfänglich schon etwas komisch gewesen, dass die Spieler, die ich in der letzten Woche noch im Fernsehen bei der EM gesehen habe, plötzlich auf mein Tor geworfen haben“, sagte Lange. „Es war zuerst surreal, aber dann habe ich mich daran gewöhnt und auf das Spiel konzentriert“, ergänzte der Keeper, der mit starken Paraden glänzte. Während bei den „Zebras“ Wolff im ersten und Gonzalo Perez de Vargas im zweiten Durchgang zwischen den Pfosten stand, bekamen die drei HSG-Torhüter pro Halbzeit jeweils zehn Minuten Spielzeit.
Nachwuchs-Ass Johan Rohwer (THW Kiel, hinten rechts) traf sechsmal gegen die HSG Holsteinische Schweiz um Tizian Griguleit (von links), Philipp Vogelreuter und Jesse Schramm.
Foto: Johannes Speckner
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THW-Trainer Filip Jicha wechselte derweil im ersten Auftritt des neuen Jahres und im einzigen Test vor dem Restrunden-Start der Bundesliga auch auf dem Feld reichlich durch. Neben neun EM-Fahrern – Europameister Magnus Landin, Rune Dahmke, Wolff, Zerbe, Veron Nacinovic, Eric Johansson, Bence Imre, Lukas Laube und Nikola Bilyk –, Kapitän Domagoj Duvnjak, Rasmus Ankermann, Petter Överby und Hendrik Pekeler gehörte dazu auch Nachwuchs-Ass Johan Rohwer.
Alle Feldspieler des THW Kiel treffen
Dagegen schaute Harald Reinkind nach seinem verletzungsbedingten EM-Aus ebenso nur zu wie Elias Ellefsen á Skipagötu („Meine Schulter schmerzt noch etwas.“), Jesse Dahmke und Mohab Abdelhak, der leicht angeschlagen heimkehrte von der Afrika-Meisterschaft, die er mit Ägypten gewann. Am Ende trugen sich alle 13 THW-Feldspieler in die Torschützenliste ein. Ebenso bemerkenswert wie der couragierte Auftritt des Fünftligisten insgesamt war, dass auch zwölf der 16 HSG-Feldspieler mindestens ein Tor erzielten.
Hannes Grunwald erzielte nicht nur das 1:0 für die HSG Holsteinische Schweiz, sondern bejubelte später auch noch einen Block gegen einen Wurf von Domagoj Duvnjak, in dessen Folge der Außenseiter beim 7:6 zum letzten Mal in Führung ging.
Foto: Johannes Speckner
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Vom 1:0, das Hannes Grunwald nach 43 Sekunden gelang, bis zum 4:3 legte der Außenseiter viermal eine Führung vor und ging beim 7:6 noch einmal in Front. Dieses Tor resultierte daraus, dass Grunwald einen Duvnjak-Wurf abblockte und der Gegenstoß verwandelt wurde. Das 10:10 (12. Minute) war der letzte Gleichstand. In der Folge trafen die „Zebras“ sechsmal in Folge (16:10/16.) immer weiter davon. Beim 33:23 (40,) hatten sie sich erstmals ein Zehn-Tore-Polster herausgeworfen. Bester THW-Schütze war Imre mit sieben Treffern. Die wohl schönsten Gäste-Tore erzielten Rasmus Ankermann per Alleingang zum 26:19-Pausenstand und Rune Dahmke mit einem herrlichen Dreher.
„Unsere Ziele, weniger als 50 Treffer zu kassieren und mehr als 20 zu werfen, haben wir beide erreicht.“
Andreas Juhra
Trainer HSG Holsteinische Schweiz
Aber: Einen solchen Dreher versenkte auch der beste HSG-Schütze Sebastian Potz sehenswert um Wolffs Füße herum. „Natürlich hätte ich es als Torwart begrüßt, wenn wir weniger Gegentreffer kassiert hätten – aber das Ergebnis war dieses Mal zweitrangig“, erklärte Lange. Juhra frohlockte: „Unsere Ziele, weniger als 50 Treffer zu kassieren und mehr als 20 zu werfen, haben wir beide erreicht.“ Auf Nachfrage gab der Coach zu, dass der Anspruch, über 20 Tore zu erzielen, „in der Pause auf 30 nach oben geschraubt worden“ sei. Schließlich hatten die Ostholsteiner in den ersten 30 Minuten schon 19 Mal getroffen. Dies wiederum nahm Wolff gelassen und keinesfalls als „kalte Dusche“ auf.
Als bester Schütze der HSG Holsteinische Schweiz traf Sebastian Potz (links) siebenmal gegen den THW Kiel, hier in Person von Torwart und EM-Held Andreas Wolff.
Foto: Johannes Speckner
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Mehr Informationen:
HSG Holsteinische Schweiz – THW Kiel 31:49 (19:26)größer alsGrößer als Zeichen
HSG Holsteinische Schweiz: Bentke, Lange, Puschkarev; Potz (7 Tore), Fürst (5), Euler (4), Grunwald (4), Griguleit (2), Leimann (2), Schramm (2), Ahrens (1), Grage (1), Hagen (1), Path (1), K. von Starck (1), Brandt, Morris, M. von Starck, Vogelreuter
THW Kiel: Wolff (1. – 30. Minute), Perez de Vargas (31. – 60.); Imre (7 Tore), Ankermann (6), R. Dahmke (6), Rohwer (6), Landin (5), Överby (4), Bilyk (3), Johansson (3), Nacinovic (3), Pekeler (2), Zerbe (2), Duvnjak (1), Laube (1)
Zuschauer: 600 (ausverkauft)
Nach dem Freundschaftsspiel gaben Rune Dahmke (hinten, von links), Johan Rohwer und Lukas Zerbe vom THW Kiel den Fans geduldig Autogramme.
Foto: Johannes Speckner
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