Im Oktober 2025 wurde das Büro für Popkultur und Musik (BPM) Sachsen gegründet, jetzt will es mit einer Umfrage herausfinden, wie die Musikszene im Freistaat tickt. Mit dem Musikreport Sachsen soll die Popmusiklandschaft in Sachsen abgebildet werden, sagte BPM-Projektleiterin Alex Pagel im Gespräch mit MDR KULTUR. Dabei werde auf Clubs, Spielstätten, Musikerinnen und Musiker und Bands geschaut, die „im Musikkosmos wirtschaftlich und künstlerisch tätig“ seien.

Umfrage „Musikreport Sachsen“ startet am 9. Februar 2026

Es soll hier nicht nur in die Ballungszentren Dresden, Leipzig und Chemnitz geschaut werden, sondern vor allem auch in den ländlichen Raum, so Pagel. Welche musikkulturellen Orte und Protagonisten gibt es und wie sind deren Arbeitsbedingungen?

So habe sich beispielsweise der Club-Bereich nach der Pandemie sehr verändert, bemerkt Pagel. Manche Clubs und Spielstätten hätten sich vom Publikumsrückgang noch nicht wieder erholt. Das solle mit dem Musikreport abgebildet werden. Auch solle dargestellt werden, welchen Mehrwert die Musikschaffenden und die kulturellen Orte für die Region, für die Stadt und für das gesellschaftliche Leben bieten würden, sagt Pagel. Der Musikreport soll ab dem 9. Februar 2026 online abrufbar sein.

Büro für Popkultur will Sachsens Musikszene europaweit sichtbar machen

Durch das BPM soll in Sachsen die Musikszene gestärkt werden. Das teilte das Kulturministerium nach der Gründung im Herbst mit. Das BPM solle dabei die erste zentrale Anlaufstelle für Popkultur und Popularmusik in Sachsen sein. In anderen Bundesländern gebe es solche Strukturen schon länger, sagte Pagel MDR KULTUR. Bayern beispielsweise habe seit Ende der 1980er-Jahre eine Pop-Förderinstitution.

Beim Auftakttreffen des BPM in der Grove Station in der Dresdner Neustadt kamen dazu am 5. Februar 2026 erstmals Musiker, Bands und Clubbetreiber mit Vertretern des sächsischen Kultur- und Wirtschaftsministeriums zusammen.

Projektleiterin Alex Pagel sagte MDR KULTUR, man wolle unter anderem Musikerinnen und Musiker sowie Bands beraten und auf ihrem Weg begleiten. Zum anderen wolle man auch überregional zeigen, dass Sachsen ein musikalisch sehr aktives Bundesland sei.

Das Zeichen ist, dass wir das Musikland Sachsen als sehr Musik-aktives Bundesland wahrnehmen und das sehr gerne auch zeigen wollen.

Alex Pagel, Projektleiterin BPM Sachsen

Durch verschiedene Formate wolle das BMP sächsische Musik landes- und europaweit etwa auf Festivalbühnen, bei Musikkonferenzen und größeren Showcases sichtbar machen.

Musikwirtschaft als wichtiges Standbein der sächsischen Wirtschaft

Das BPM Sachsen führt laut Landesregierung die bisherigen Landesprojekte „Pop Impuls“ und den „Branchenfokus Pop“ von Kreatives Sachsen unter einem Dach zusammen. Kultur- und Wirtschaftsministerium fördern das Büro gemeinsam mit rund 310.000 Euro.

Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, sagte zu diesem Zusammenschluss, die Musikwirtschaft sei eine wichtige Teilbranche der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft: „Mit dem BPM Sachsen wollen wir Strukturen zur nachhaltigen Förderung der Popularmusik in Sachsen schaffen, die zur Professionalisierung beitragen und Akteuren helfen, weiter marktwirtschaftliche Kompetenzen aufzubauen.“

Unterstützung für Newcomer aus ganz Sachsen

Die Zentrale des BPM Sachsen befindet sich in Dresden, die Beratungsstelle in Leipzig. Man werde aber für ganz Sachsen da sein, so Alex Pagel. In der Praxis werde man sich beispielsweise mit Bands zusammensetzen und schauen, wo sie gerade stehen, ob es schon gespielte Tourneen gab oder veröffentlichte Singles und Alben.

Im nächsten Schritt könne man die Band gezielt unterstützen, sie gegebenenfalls auch zu Workshops zu Themen wie Booking oder Vertrieb im Musikbereich vermitteln, um sie zu befähigen, eine Strategie zu entwickeln: „Was muss ich denn als Nächsten tun, um mit meiner Musik weiter zu kommen, und vor allem auch, um mehr Geld zu verdienen?“

Quellen: MDR KULTUR, BPM Sachsen, Landesregierung Sachsen, dpa
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