S-Bahn am Bahnhof Mainz-Kastel

Stand: 05.02.2026 17:18 Uhr

Trotz Rückschlägen soll das Bahnprojekt Wallauer Spange zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Flughafen gebaut werden. Während Hessens Verkehrsminister Mansoori Zuversicht zeigt, kommt aus der Opposition im Landtag deutliche Kritik.

Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) rechnet weiter mit dem Bau der Wallauer Spange. Das rund vier Kilometer lange Schienenprojekt soll Wiesbaden besser an den Frankfurter Flughafen anbinden.

Minister: Neustart im März 2026

Das Vorhaben stehe nicht auf der Kippe – weder für das Land noch für den Bund, sagte Mansoori am Donnerstag im Hessischen Landtag in Wiesbaden. Die Maßnahme bleibe Teil des vordringlichen Bedarfs im Bundesschienenwege-Ausbauplan.

Nach Angaben des Ministers will die DB InfraGO das Verfahren im März 2026 neu starten. Mansoori kündigte zudem ein Treffen mit Vorständen des Unternehmens in zwei Wochen an. Ziel sei es, offene Fragen zu klären und zügig Baurecht zu erhalten. Der Baustart sei weiterhin für das kommende Jahr geplant.

Formale Gründe für Verzögerungen

Zuletzt hatte es mehrere Rückschläge gegeben. Zunächst wurden mögliche Verzögerungen wegen Geldmangels bekannt. Anschließend wies das Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsantrag der Bahn zurück.

Grund waren laut Mansoori ungeklärte grundstücks- und eigentumsrechtliche Fragen. Dabei handele es sich um einen formalen Punkt, den die Bahn nun nacharbeiten müsse. Der verkehrliche Nutzen der Wallauer Spange sei unbestritten, betonte der Minister.

CDU unterstützt Kurs der Landesregierung

Rückendeckung erhält der Verkehrsminister von der CDU als Koalitionspartner: Der Landtagsabgeordnete André Stolz betonte, die Wallauer Spange sei ein Vorhaben des Bundes und werde auf Grundlage des Bundesschienenwege-Ausbaugesetzes finanziert.

Voraussetzung sei jedoch gültiges Baurecht. Stolz begrüßte ausdrücklich, dass sich die Landesregierung mit Nachdruck für die Finanzierung einsetze und das Projekt nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden solle. „Planungssicherheit und Tempo sind jetzt entscheidend.“

Grüne: Vorwurf der Untätigkeit

Die Opposition im Landtag forderte von der Landesregierung mehr Engagement bei dem Projekt. Die Grünen-Abgeordnete Katy Walther warf Mansoori Untätigkeit vor.

Angesichts der sich bereits seit Herbst 2025 abzeichnenden Verzögerungen habe es keine erkennbaren Aktivitäten gegeben, um dem Projekt mehr Tempo zu verleihen.

FDP fordert mehr Druck auf den Bund

Auch die FDP drängt auf schnelleres Handeln. Fraktionschef Stefan Naas bezeichnete die Wallauer Spange als „außergewöhnlich wichtiges Projekt“ für das Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus. Sie stärke die Schiene, entlaste Straßen und verbessere die Anbindung an den Frankfurter Flughafen.

Naas forderte die Landesregierung auf, beim Bund stärker nachzuhaken und Druck zu machen. Geld sei ausreichend vorhanden, entscheidend seien Planung und Verfahren. Nötig seien weitere Schritte zur Planungsbeschleunigung auf Bundesebene – und auch das Land müsse seinen Beitrag leisten.

AfD sieht Planungsverfahren als Kernproblem

Die AfD macht vor allem die Planfeststellungspolitik für die Verzögerungen verantwortlich. Der Landtagsabgeordnete Klaus Gagel bezeichnete die Wallauer Spange als zentrales Infrastrukturprojekt im Rahmen des Programms „Rhein-Main plus“.

Das Kernproblem sei nicht die Finanzierung, sondern eine Kultur der Planungsverzögerung in den Verwaltungen. Diese sei das Ergebnis jahrelanger Politik, die Infrastrukturprojekte gebremst habe. Klagen gegen Vorhaben trügen zusätzlich zu Verzögerungen bei.

Hessischer Rundfunk