Rat stimmt für Pläne
Suchthilfezentrum: Gegner sprechen von „Vertrauensbruch“
06.02.2026 – 12:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Frau in einem Drogenkonsumraum (Symbolbild): Das Suchthilfezentrum soll am Perlengraben entstehen. (Quelle: IMAGO/Ralph Lueger/imago)
Der Kölner Rat macht dem Bau eines Suchthilfezentrums im Pantaleonsviertel den Weg frei. Gegner der Pläne kritisieren die Entscheidung – und fordern Antworten.
Am Donnerstag hat der Rat der Stadt Köln für den Bau eines umstrittenen Suchthilfezentrums (SHZ) am Perlengraben im Pantaleseonsviertel gestimmt. Im Vorfeld hatten Anwohner gegen die Pläne der Stadt protestiert. Auch die Interessengemeinschaft Pantaleonsviertel wollte den Bau des SHZ verhindern – vergeblich. Nun kritisiert die IG die Entscheidung des Stadtrats in einer Pressemitteilung.
So habe der Rat seine Abstimmung getroffen, „obwohl zentrale Fragen zum Standortauswahlverfahren weiterhin unbeantwortet geblieben sind.“ So sei nicht transparent gemacht worden, nach welchen Kriterien der Standort am Perlengraben ausgesucht worden sei. Immerhin seien ursprünglich 13 mögliche Standorte geprüft worden. „Dies ist ein klarer Vertrauensbruch gegenüber der betroffenen Anwohnerschaft.“
Ein weiterer Kritikpunkt: Der Interessengemeinschaft fehlen klare Angaben zu den Finanzierungszusagen und den Geldgebern hinter dem Projekt. Die jährlichen Kosten für den Betrieb des SHZ sollen sich auf rund 15 Millionen Euro belaufen. „Solange unklar bleibt, wer das Projekt in welchem Umfang finanziert und wie mögliche Interessenkonflikte ausgeschlossen werden, bleibt das Verfahren insgesamt nicht vertrauenswürdig“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der IG Pantaleonsviertel.
Die IG fordert die Offenlegung des Auswahlprozesses und der Finanzierungsgrundlagen. Diese Transparenz sei „eine zentrale vertrauensbildende Maßnahme“ und auch eine Voraussetzung dafür, dass ich die IG in Zukunft konstruktiv und kooperativ in die weiteren Planungsphasen einbringen könne.
Gleichzeitig kündigt die IG, die weiteren Planungen zum Bau des SHZ kritisch zu begleiten – etwa mit Blick auf Kosten, Sicherheitsmaßnahmen. „Akzeptanz entsteht nicht durch Beschlüsse, sondern durch nachvollziehbare Entscheidungen“, heißt es in der Mitteilung abschließend. „Genau daran fehlt es diesem Verfahren bislang.“
