Bioökonomie und Raumfahrt in Brasilien
Brasilien ist das wichtigste Partnerland Deutschlands in Lateinamerika. Seit mehr als 50 Jahren arbeiten beide Länder auf Grundlage des Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeitsabkommens eng zusammen, insbesondere in der Bioökonomie sowie der Klima- und Nachhaltigkeitsforschung.
Internationale Vernetzung der Hightech Agenda Deutschland
Bundesministerin Bär betonte auf ihrer Reise die strategische Bedeutung des Landes: „Brasilien ist unser stabiler Anker in Lateinamerika. Wir wollen noch mehr Kooperationen beflügeln, das Beste aus unseren beiden Ländern zusammenbringen“, erklärte sie. Ein Schwerpunkt des Besuchs lag auf der internationalen Vernetzung der Hightech Agenda Deutschland, etwa in der Energieforschung. Geplant ist der Aufbau eines gemeinsamen Innovation Hubs für klimaneutrale Energie.
Außerdem lud die Ministerin brasilianische Spitzenforscherinnen und -forscher zur Arbeit in Deutschland ein, unter anderem im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms („Global Minds Initiative“).
Kooperation in der Raumfahrt mit Brasilien
Die Bundesforschungsministerin tauschte sich außerdem mit Vertreterinnen der zivilen Raumfahrtagentur Agência Espacial Brasileira (AEB) zu möglichen Kooperationen im Bereich der Raumfahrt aus. Brasilien verfügt seit vielen Jahren über ein eigenes Raumfahrtprogramm. Die AEB verfolgt das Ziel, Brasilien zur führenden Raumfahrtnation Südamerikas zu entwickeln.
Bildergalerie: Besuch in Brasilien und Chile
Chile: Europäische Spitzenastronomie unter dem besten Himmel der Welt
Chile zählt zu den wichtigsten Partnerländern Deutschlands in Lateinamerika. Ein Schwerpunkt der Reise in das Land zwischen Anden und Pazifik war die Astronomie: Der chilenische Nachthimmel bietet weltweit einzigartige Bedingungen für die Beobachtung des Universums.
Entdeckung Schwarzer Löcher und Physik-Nobelpreis
Bundesministerin Bär besuchte die Observatorien der Europäischen Südsternwarte (ESO) in der Atacama-Wüste. Deutschland ist mit rund 22 Prozent größter Beitragszahler der ESO, der weltweit führenden europäischen Organisation für bodengebundene astronomische Forschung. Die ESO mit Hauptsitz in Deutschland kann immer wieder herausragende Erfolge verzeichnen:
- Die ESO ist mit seinen Teleskopen in Chile maßgeblich am weltweiten Projekt „Event Horizon Telescope“ beteiligt, mit dem 2019 erstmals die Abbildung eines Schwarzen Lochs gelungen ist.
- Beobachtungen an einem der Teleskope der ESO, dem Very Large Telescope (VLT) bildeten unter anderem die Grundlage für den Physik-Nobelpreis 2020 von Reinhard Genzel.
- In Zahlen ist das VLT mit im Schnitt pro Tag mehr als einer Fachveröffentlichung das wissenschaftlich produktivste bodengebundene Observatorium.
- Mit den Teleskopen der ESO ist die erste Aufnahme eines Exoplaneten oder die Bestimmung der Bahndaten für die Sterne, die um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße kreisen, gelungen.
Raumfahrt und Astronomie eng verbunden
Die Bundesministerin betonte bei ihrem Besuch, dass die bodengebundene Astronomie und die Raumfahrt eng miteinander verbunden sind und ein zentrales Fundament für zukünftige Weltraumaktivitäten bilden – von der Missionsplanung bis zur Weltraumlageerfassung.
Investitionen in astrophysikalische Großprojekte erzeugen außerdem Industrieaufträge sowie Innovationsschübe und bilden hochqualifizierte Fachkräfte aus. Zahlreiche Alltagsinnovationen, zum Beispiel das WLAN, gehen auf die Astrophysik zurück.
An der Grenze des Machbaren: Das Extremely Large Telescope
Mit dem Extremely Large Telescope (ELT) entsteht auf dem Cerro Armazones derzeit das größte Teleskop der Welt. Es ist das weltweit wichtigste und größte bodengebundene optische Teleskop-Großprojekt für mindestens die nächste Dekade. Das ELT soll neue Erkenntnisse über die ersten Sterne und Galaxien, Dunkle Materie und Dunkle Energie sowie über Exoplaneten und mögliche Lebensspuren liefern. Deutsche Forschungseinrichtungen tragen im Rahmen der Projektförderung des BMFTR maßgeblich zu der Entwicklung der Instrumente bei und werden in der aktuellen Förderperiode 2023-2026 mit 7,1 Millionen Euro unterstützt.
Das ELT in Zahlen
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39
Der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von 39m. Es ist damit vier bis fünfmal größer als heutige Spitzenteleskope und wird rund 15 Mal mehr Licht auffangen können.
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3046
Das ELT steht auf 3046m in der Atacama-Wüste in Chile auf dem Berg Cerro Armazones
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4608
Die Position der Spiegel wird von 4608 Sensoren auf unter 1/10 Nanometer (unter 1/10.000 eines Haares) genau gesteuert.
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798
Der größte Spiegel besteht aus 798 Einzelelementen, die in den Fertigungshallen der ESO in Garching montiert werden.