Die Blutspendezentrale der Uniklinik Düsseldorf gehört neben dem Deutschen Roten Kreuz zu den wichtigsten Anlaufstellen für Blutspenden in der Stadt. Seit mehr als einem halben Jahr nimmt sie jedoch keine Vollblutspenden mehr entgegen. Nur das Abgeben von Thrombozyten (Blutplättchen) ist noch möglich. Auf der Website heißt es dazu nur, ein Umbau und die Suche nach neuem Personal seien Grund für die Pause.
Einen Leser der Rheinischen Post ärgert das: Er macht darauf aufmerksam, dass in Deutschland ohnehin zu wenig Menschen Blut spendeten und die lange Schließung der Blutspendezentrale die Knappheit an Konserven verschärfen könne. In der Tat, bestätigt Tobias Pott, Sprecher der Uniklinik Düsseldorf, auf Anfrage, müsse die Uniklinik wegen des Umbaus derzeit mehr Blutkonserven hinzukaufen als früher.
Der Umbau sei allerdings notwendig gewesen, da die Blutspendezentrale bestimmte Anforderungen an Technik und Personal erfüllen müsse. Seit Juni 2025 strukturiere man den Bereich deshalb um. „Unter anderem medizintechnische und IT-Systeme werden im Rahmen des Umstellungsprozesses neu aufgestellt und modernisiert – beispielsweise Softwarelösungen für das Qualitätsmanagement und die Spenderverwaltung.“ Auch Schulungen, Prozesse und Gerätemanagement gehörten zu den Bereichen, die überarbeitet würden. Eine „spezialisierte Beratung“ unterstütze dabei. Außerdem suche man derzeit neues Personal.
Dass Vollblutspenden in dieser Zeit nicht möglich sind, Thrombozytenspenden aber schon, liege daran, dass der Bereich für Letztere schon vorher modernisiert worden sei. Man habe in diesem Bereich auch Maßnahmen getroffen, um den Betrieb weiter am Laufen zu halten. Denn bei Thrombozytenkonzentraten könne die Uniklinik, anders als bei Vollblutspenden, nicht auf andere Anbieter zurückgreifen. „Das müssen wir selbst machen“, sagt Tobias Pott. „Zudem werden die Thrombozytenkonzentrate teilweise gezielt auf Patienten angepasst und sind nur vier Tage haltbar.“
Wann die Umbau-Arbeiten abgeschlossen sein werden, könne Tobias Pott derzeit noch nicht sagen. „Das hängt primär an den Neueinstellungen, die erfolgt sein müssen. Der Markt für Fachkräfte ist jedoch sehr angespannt, sodass dies – wie überall im Gesundheitswesen – sehr zeitaufwendig ist.“ Auf der Website der Blutspendezentrale prangt derzeit auch eine große Stellenanzeige für gleich mehrere medizinische Fachangestellte. Offenbar gibt es für eine Wiedereröffnung derzeit also schlicht zu wenig Mitarbeiter.
Nach dem Umbau soll die Blutspendezentrale in Zukunft auch mehr Spenden annehmen können als bisher, so Tobias Pott. Die Spenden sollen dann wieder vor allem den Patienten der Uniklinik Düsseldorf zu Gute kommen. Auch in Zukunft werde die Klinik aber wohl nicht ihren ganzen Bedarf aus der eigenen Blutspendezentrale decken können.
Solange die Blutspendezentrale umgebaut wird, verweist die Uniklinik Spender auf die Angebote des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das DRK bietet mehrmals pro Woche Termine in verschiedenen Düsseldorfer Stadtteilen an. Alle Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des DRK für Blutspenden in Düsseldorf.