Alexander Zverev fehlt dem deutschen Davis-Cup-Team mal wieder, nur eine Woche nach dem Aus bei den Australian Open kommt der Einsatz beim Nationenturnier zu früh für den Top-Spieler. Und so müssen es im Erstrundenduell gegen Peru im Düsseldorfer Castello einmal mehr die Routiniers Jan-Lennard Struff (35) und Yannick Hanfmann (34) richten.
Zum Auftakt am Freitagnachmittag lieferte der Karlsruher Hanfmann gegen Gonzalo Bueno (21 Jahre, Weltranglistenplatz 217) auch wie erhofft. Er brachte Team Deutschland durch den 6:4, 6:4-Erfolg mit 1:0 in Führung und knüpfte an die guten Leistungen an, die er bei den Australian Open an den Tag gelegt hatte. Von Beginn an setzte er den Peruaner unter Druck, vergab aber noch seine ersten Breakmöglichkeiten. Doch bereits im zweiten Aufschlagspiel Buenos war die Nummer 93 der Weltrangliste mit dem frühen Break zur Stelle.
Hanfmann findet sehr gut rein
Der starke Auftakt verlieh dem Profi des Deutschen Tennis Bundes ordentlich Rückenwind für sein Spiel. Hanfmann war der deutlich aktivere Spieler und dominierte die Grundlinienduelle. Seinem peruanischen Gegner war anzumerken, dass er sich vor allem auf den südamerikanischen Sandplätzen wohlfühlt. Im Gegensatz zum Deutschen, der sehr oft nach gut vorbereiteten Punkten ans Netz stürmte, suchte Bueno fast ausschließlich sein Heil in langen Ballwechseln. Der Plan ging nicht wirklich auf, Hanfmann holte sich den ersten Satz nach 42 Minuten.
In Durchgang Nummer zwei zeichnete sich ein ähnliches Bild ab: Wieder fand die deutsche Nummer zwei im Team sehr gut in den Satz. Diesmal nahm er Bueno direkt das erste Aufschlagspiel ab und sicherte sich das nächste frühe Break. Hanfmann spielte auf einem konstant hohen Niveau und ließ dem Peruaner, vor allem bei eigenem Service, keine Chance. Im gesamten Matchverlauf konnte sich Bueno keine einzige Breakmöglichkeit erspielen. Nach 1:31 Stunden machte der Deutsche den Sieg perfekt.
Struff macht Tag eins in Düsseldorf perfekt
Auch Struff gelang im zweiten Match des Tages ein Traumstart. Er konnte dem Peruaner Juan Pablo Varillas (30, Nummer 284 der Welt) sogar direkt zweimal den Aufschlag abnehmen und erarbeitete sich damit früh eine hervorragende Ausgangsposition. Auch wenn Varillas im Laufe des ersten Durchgangs besser wurde – und ihm sogar ein Re-Break gelang – konnte sich der Deutsche auf seinen starken Aufschlag verlassen. Nach nur 33 Minuten stand das 6:4.
Die Kräfteverhältnisse änderten sich auch nicht im weiteren Verlauf der Partie: Wenn einer der Spieler in die Nähe eines Breaks kam, war es Struff. Die Nummer 84 der Weltrangliste sicherte sich Mitte des zweiten Satzes mit zwei Breaks die Vorentscheidung und machte kurz darauf mit dem 6:4, 6:2 die deutsche 2:0-Führung nach Tag eins perfekt.
Die Südamerikaner hatten bei der Auslosung der Paarungen für eine Überraschung gesorgt: Ihr nominell größtes Talent, Ignacio Buse (Weltranglistenplatz 98), rotierte – wohl noch angeschlagen – ins Doppel am Samstag. Dort können Tim Pütz und Kevin Krawietz die Begegnung gegen Peru bereits entscheiden.
Gelingt das Weiterkommen, ist die Auswahl des DTB im September in Runde zwei gegen den Sieger des Duells aus Dänemark und Kroatien gefordert. Gegen Kroatien hätte Deutschland wieder Heimrecht. Bereits danach ginge es zum Final-Turnier nach Bologna. Und zum großen Traum: Denn letztmalig gewann Deutschland den Davis Cup im Jahr 1993. (mit sid)