Nach dem Auslaufen des Atomwaffen-Kontrollvertrags „New Start“ zwischen Russland und den USA fordert nun auch die Regierung in Moskau, bei einer Neuauflage weitere Atommächte einzubeziehen. Russland würde sich an multilateralen Verhandlungen zur Rüstungskontrolle beteiligen, erklärte am Freitag der russische Botschafter am UN-Sitz in Genf, Gennadi Gatilow. In einen solchen Prozess müssten jedoch auch Großbritannien und Frankreich eingebunden werden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gefordert, den bisher bilateralen „New Start“-Vertrag durch ein komplett neues Abkommen zu ersetzen, an dem sich auch China beteiligen solle.
Gatilow bedauerte in Genf, dass die USA den Vertrag mit Russland nicht verlängert hätten. Die russische Regierung sei jedoch offen für Diskussionen. Ebenfalls am Freitag hatte der US-Beauftragte für Rüstungskontrolle, Thomas DiNanno, in Genf bekräftigt, in ein neues Abkommen müsse auch China eingebunden werden.
Ein bilateraler Vertrag mit nur einer anderen Atommacht sei im Jahr 2026 schlicht unangemessen. China lehnte eine Teilnahme an Verhandlungen am Freitag jedoch ab. Der chinesische Gesandte Shen Jian verwies darauf, dass sein Land mit geschätzten 600 Sprengköpfen über deutlich weniger Waffen verfüge als die USA und Russland mit je rund 4.000.
Kanada liefert nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow AIM-Raketen, um die Luftabwehr der Ukraine zu stärken. Die Lieferung sei bereits angelaufen, schreibt er auf X. Eine Zahl nannte Fedorow nicht. In einem Telefonat mit seinem kanadischen Amtskollegen David McGuinty seien aber auch eine gemeinsame Produktion von Drohnen, militärische Ausbildung und der Austausch von Erfahrungen zur Sprache gekommen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich skeptisch zu möglichen direkten Gesprächen europäischer Staats- oder Regierungschefs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs geäußert. Er erinnerte während seiner Reise durch die Golfregion Abu Dhabi an einen Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Moskau, dessen Ergebnis wenige Tage später „heftigste Bombardements bis hin zu einem Kinderkrankenhaus in Kiew“ gewesen seien. „Ich möchte keine Gespräche führen, die zu solchen Ergebnissen führen, sondern ich möchte alle Gespräche unterstützen, die dem Ziel dienen, diesen Krieg zu beenden“, sagte Merz.