Markenfälschungen sind auch für deutsche Firmen ein großes Problem. Allein 2024 hat der Zoll gefälschte Waren im Wert von fast vier Milliarden Euro beschlagnahmt. Der Verein „Aktion Plagiarius“ macht darauf regelmäßig aufmerksam und verleiht jährlich symbolische Negativpreise an die Fälscherbanden.
Diesmal ging einer der Preise an eine chinesische Fälscherbande. Denn: Dreiste Fälschungen von Design-Wasserhähnen der badischen Firma Hansgrohe mit Sitz in Schiltach (Kreis Rottweil) wurden in China hergestellt. Und die waren so täuschend echt – aber laut „Aktion Plagiarius“ minderwertig -, dass sie bei der Preisverleihung auf Platz zwei gelandet sind. Bis es so weit kommen konnte, brauchte es aber einiges an Detektivarbeit von Hansgrohe.

In einer Lagehalle in China hat Hansgrohe zahlreiche gefälschte Duschköpfe und Wasserhähne gefunden.
So konnte Hansgrohe die Betrüger schnappen
Die Kollegen der chinesischen Tochterfirma von Hansgrohe wurden irgendwann misstrauisch, als sie auf ein Online-Angebot mit verdächtig günstigen Preisen stießen: Eckige Hansgrohe-Wasserhähne – bei näherer Betrachtung tatsächlich gefälscht. Was folgte, war monatelange Detektivarbeit: Hansgrohe beauftragte eine Ermittlungs-Agentur in China, die die Fake-Produkte bestellte und sie wieder zurückschickte, um die Retouren dann akribisch zu verfolgen.
Die Aktion war aufwendig, aber schließlich erfolgreich: Als genügend Beweisfotos vorlagen, stürmte die zuständige chinesische Behörde bei einer Razzia die Lagerhalle auf dem Land. Und die war prallvoll mit gefälschten Hansgrohe-Wasserhähnen und Duschbrausen, in Schränken lagen stapelweise perfekt kopierte Verpackungen. Einer der Drahtzieher sitzt mittlerweile im Gefängnis. Das soll auch der Abschreckung dienen: Fälschen wird – auch in China – hart geahndet.
Auch Stihl und Mercedes schon von Fälschungen betroffen
In den vergangenen Jahren waren immer wieder Produkte von baden-württembergischen Unternehmen von Produktkopien betroffen. Einer der Plagiarius-Preise ging zum Beispiel schon an Fälscher einer Motorsäge der Firma Stihl aus Waiblingen. Ein anderes Mal ging es um ein sogenanntes Fahrzeugdiagnosesystem, angeblich von Mercedes, sogar mit dem Mercedes-Stern bedruckt – aber auch eine Fälschung.