Feuer, Bass und ein Flugzeug als Bühne: Apache 207 macht aus seinem Auftritt in der Mannheimer SAP Arena keine Show, sondern ein Ereignis.

Drei Konzerte spielt Apache 207 in Mannheim an diesem Wochenende. Schon am Freitagabend wird klar: Wer hier ein Ticket ergattert hat, bekommt das volle Programm. Seine Konzerte folgen einem Konzept. Diesmal: Passagier eines ganz besonderen Fluges sein. Alles ist durchchoreographiert, Durchsagen in der Halle simulieren Flughafen-Atmosphäre. Es geht eben nicht nur um Songs, sondern um das Erlebnis, das er seinen Fans bieten möchte.

Der 28-Jährige bezeichnet sich selbst als „die Stimme einer Generation“ – ein Blick ins Publikum zeigt aber ganz deutlich, dass sich nicht nur eine Generation von seiner Musik angesprochen fühlt. Hier stehen Teenager neben Eltern, junge Erwachsene neben älteren Fans. Jede Altersgruppe scheint vertreten. Es liegt diese besondere Spannung in der Luft. Und dann kommt er auf die Bühne: Sonnenbrille, lange Mähne, zwei Meter groß. Apache 207, bürgerlich Volkan Yaman, der Mann aus Ludwigshafen, der längst zu den erfolgreichsten Künstlern Deutschlands zählt. Tausende Fans springen auf, schreien, filmen mit ihren Handys – noch bevor Apache überhaupt selbst richtig angefangen hat zu singen.

Heimspiele der besonderen Art

Die Auftritte des in Mannheim geborenen Künstlers in der SAP-Arena sind Heimspiele. Und so fühlen sie sich auch an –nicht nur für die Fans. „Was geht ab, schönes Zuhause. Ich bin froh, wieder da zu sein“, sagt er gleich zu Beginn. Die Halle bebt. Pyrotechnik und Feuerfontänen gehören bei dem Pfälzer mittlerweile zum Standard. Übertroffen werden sie nur noch von seinen Bühnenbilder. Nach einer Tankstelle und einem nachgebauten Block aus der Ludwigshafener Gartenstadt steht diesmal ein komplett zur Showbühne umgebautes Flugzeug in der Arena. Es befindet sich in der Mitte der Halle – Apache ist von allen Seiten umgeben von seinen Fans. Dadurch wirkt die Show noch ein ganzes Stück näher, intensiver.

Auf den Leinwänden in der Halle laufen Videosequenzen, Animationen und Live-Kamerabilder, die den Auftritt auch zu einem filmischen Spektakel machen. Immer wieder verschmelzen reale Bilder mit virtuellen Effekten – und mittendrin steht Apache der singt und „ab und an das Tanzbein schwingt“.

Apache 207 liefert in Mannheim genau das, was die Fans sich von ihm wünschen – ein Konzert-Spektakel wie es im Buche steht. Apache 207 liefert in Mannheim genau das, was die Fans sich von ihm wünschen – ein Konzert-Spektakel wie es im Buche steht.Foto: Feder Musik | Fabian Alexandrov

Konzert der Superlative

Alles an diesem Auftritt steht im Superlativ. Pyrotechnik, Bühnenbild und eben auch Hiterfolg. 2023 war er der meistgestreamte Künstler in Deutschland, feierte mit seinem Song „Komet“, den er zusammen mit Rocker Udo Lindenberg aufgenommen hatte, gleich mehrere Rekorde. Es ist nicht der einzige Hit, der Preise abgeräumt hat. Sein Song „Roller“ ist mindestens genauso bekannt. Seine Musik mischt Elemente aus Hip-Hop, R’n’B, Eurodance und Pop. Sein ganz spezieller 80s-Vibes hat seit Jahren schon den Mainstream erreicht.

Dass Apache 207 in Mannheim gleich drei Shows spielt, ist kein Zufall. Seine Konzerte sind ein Massenphänomen: Tickets sind innerhalb von Minuten ausverkauft, wer dabei sein will, braucht Schnelligkeit – und Glück. Die SAP Arena am Freitag ist voll, 12.875 Zuschauer feiern den Pfälzer. Zwischendurch spricht Apache mit dem Publikum, wirkt dabei erstaunlich nahbar. Auch das ist Teil seines Erfolgs: Apache bleibt eben gleich. Er erzählt kleine Geschichten aus seinem Leben, bedankt sich, grüßt seine Lehrer vom Theodor-Heuss-Gymnasium Ludwigshafen, die er persönlich eingeladen hat. Und er nimmt sich Zeit für seine Fans. Bei einer Runde durch die Stehplätze macht er Fotos, schreibt sogar Autogramme.

Die Konzerte von Apache 207 folgen einem Konzept. Diesmal: Passagier eines ganz besonderen Fluges sein. Foto: IMAGO/Funke Foto ServicesEmotionales Finale

Für einen besonderen Moment sorgt unter anderem sein Hit „Komet“: Er singt den Song zwei Mal. Einmal allein, einmal soll ihn das ganze Publikum ohne ihn singen. Dazu leuchten Handys in der ganzen Arena. Es wird emotional – auch für Apache selbst, der zwischendurch sogar auf die Knie fällt. Zu erwähnen wäre auch die einzigartige Partystimmung, die besonders bei seinen älteren Liedern aufkommt, die die gesamte Arena aus voller Kehle mitsingen kann.

Apache 207 liefert in Mannheim genau das, was die Fans sich von ihm wünschen – ein Konzert-Spektakel wie es im Buche steht. Es ist laut, es ist schillernd, die Choreographie sitzt bis zur letzten Minute. Ob man seine Musik mag oder nicht: Man muss neidlos anerkennen, dass Apache 207 live eine Klasse für sich ist – furios, überdreht, emotional. Und spätestens jetzt dürfte klar sein: Auch die Zusatzshows im September werden wieder innerhalb kürzester Zeit ausverkauft sein.

Feuer, Bass und ein Flugzeug als Bühne: Apache 207 macht aus seinem Auftritt in der Mannheimer SAP Arena keine Show, sondern ein Ereignis.