Die Düsseldorfer Theaterlandschaft wird noch ein bisschen bunter: Im Mai dieses Jahres startet unter dem Titel „Queer Art meets Britney X“ eine fünfjährige Kooperation zwischen dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Schauspiel Köln. Bis 2030 sind zunächst fünf Festival-Ausgaben geplant, die jährlich zwischen den beiden Städten wechseln sollen.

Vom 14. bis 17. Mai 2026 wird das Düsseldorfer Theater von queeren Kunstschaffenden bespielt. Unter dem Motto „Hold me closer“ widmet sich das Programm den Beziehungen von LSBTQIA*-Menschen – untereinander, zum eigenen Körper, zur Herkunft und zum Zustand der Welt. Auf allen Bühnen und in den Foyers des Schauspielhauses finden Gastspiele, Performances, Drag-Shows, Partys und Podiumsdiskussionen statt, die sich mit der Lebensrealität queerer Menschen auseinandersetzen.

Eröffnet wird das Festival mit der vierten Ausgabe des Wettbewerbs „Drag Star NRW“, bei dem fünf Drag-Artists aus Nordrhein-Westfalen in einer Show auf der großen Bühne gegeneinander antreten. Das Schauspiel Köln beteiligt sich mit einem Gastspiel von Markus Öhrns Inszenierung „Kammerspiele #1 Eifersucht | Die Nacht der Lesben“.

Neben den Veranstaltungen und Vorstellungen kann sich das Publikum auf das täglich geöffnete Festivalzentrum im Foyer des Schauspielhauses freuen, wo sich queere Initiativen und Kulturschaffende vorstellen. Zudem zeigt der Warschauer Künstler Krzysztof Marchlak in Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf ausgewählte Werke.

„Britney X“ wurde 2017 am Schauspiel Köln ins Leben gerufen und entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer Kulturinstitution. Im vergangenen Jahr fand die achte und vorerst letzte Kölner Ausgabe des queer-feministischen Festivals statt.

Lasse Scheiba, Festivalkurator von „Queer Art meets Britney X“, nennt die Kooperation „ein wichtiges Zeichen, das die beiden größten Theater in NRW setzen“. Queere Kunst sei in Deutschland durch stetig sinkende staatliche Förderung, wegbrechende Unterstützung durch Unternehmen und nicht zuletzt durch steigende Mietpreise sowie damit verbundene Schließungen von Bars und Clubs akut gefährdet. „Das Festival zeigt, wie wichtig und vielfältig die Perspektiven queerer Menschen sind – und dass sie auch in großen Institutionen einen Platz finden können.“