Seit Karl Schlögel vor vier Jahrzehnten das letzte Mal im Gerhart-Hauptmann-Haus vorbeischaute, hat sich, wie er selber sagt, einiges verändert. Er persönlich hat es in der Zwischenzeit zu Deutschlands wohl bekanntestem Osteuropahistoriker gebracht, der im vergangenen Jahr für sein Schaffen mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt wurde. Gleichzeitig ist die gesellschaftliche Beschäftigung mit seinem Lebensthema eine andere geworden, wie er feststellt: „Vor 40 Jahren hat man bei uns angefangen, über das östliche Europa nachzudenken. Heute wissen wir, dass es Osteuropa gibt – dadurch, dass Bomben darauf fallen.“