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Die Feuerteufel aus Köpenick! Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des 1. FC Union Berlin verwandelten die Fans die Alte Försterei am Freitagabend gegen Eintracht Frankfurt (1:1) in ein Flammenmeer.

Zunächst spannte sich über alle Tribünenseiten eine riesige Choreografie. Nur der Gästeblock blieb ausgespart. Gleichzeitig stiegen hinter der Tribüne diverse Raketen in den Berliner Nachthimmel. Dann folgte der Höhepunkt: Die Fans, mittlerweile in weiße und rote Ponchos gehüllt, zünden ringsherum auf der Tribüne Hunderte rote Bengalos. Dichter Rauch zog über den Platz, das Spiel musste für knapp sieben Minuten unterbrochen werden.

Banner im Stadion und Raketen hinter der Tribüne

Banner im Stadion und Raketen hinter der Tribüne

Foto: Getty Images

Die XXXL-Choreo sorgte nach dem Spiel für Gesprächsstoff. Auch Union-Trainer Steffen Baumgart gab sich beeindruckt: „Ich habe sie wahrgenommen. Ich weiß auch, wie lange das vorbereitet wurde. Und falls noch irgendeiner fragt, weil es so viel Leuchtreklame war: Ich fand es geil.“

Abwehrspieler Stanley Nsoki auf die Frage, wie er die Choreografie empfand: „Ich habe es gesehen, aber war nicht so darauf fokussiert.“ Kaum zu glauben! Dann gibt aber auch er zu: „Für die Fans ist es immer schön. Wir spüren immer die Unterstützung unserer Fans. Wir wissen, dass wir, wenn wir zu Hause spielen, immer mit einem Mann mehr auf dem Platz stehen. Das ist sehr gut für uns.“

Gute Stimmung zu einem hohen Preis

Was bei Trainer und Spielern gut ankam, dürfte bei den Verantwortlichen vom Verein zum Haare-Raufen führen. Denn Union hat zuletzt bereits kräftig für Fan-Vergehen bezahlt. Erst vor wenigen Tagen belegte das DFB-Sportgericht den Klub wegen vier Fällen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe von 234.500 Euro – fast eine Viertelmillion. Betroffen waren Spiele gegen Hamburg, Bayern, Gladbach und St. Pauli.

Eine weitere Strafe steht noch aus: Beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund wurde ebenfalls massenhaft Pyrotechnik gezündet – ebenfalls anlässlich des 60. Geburtstags. Das Urteil des DFB dazu steht noch aus. Die Aktion im Spiel gegen Frankfurt dürfte den Preis noch deutlich weiter nach oben treiben.