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Nach über 30 Jahren endet eine Ära in Delmenhorst. Ende April schließt die Traditionsfiliale an der Langen Straße. Ein Geflügelhändler gibt seinen Standort auf.

Die Delmenhorster Innenstadt verliert einen weiteren Einzelhändler: Ende April macht Geflügel Krupke seine Filiale an der Langen Straße 33 dicht. Was im Herbst 1994 begann, endet nach über drei Jahrzehnten – der Mietvertrag ist gekündigt, die Entscheidung gefallen. Die Geschäftsführer Peter und Ralf Krupke ziehen damit die Konsequenzen aus einer anhaltend schwierigen Geschäftsentwicklung.

Ein Luftbild von Delmenhorst, rechts eine Geflügel-AuslageIn Delmenhorst schließt ein Geflügelhändler. Es ist das Aus nach Jahrzehnten. © Carmen Jaspersen/Patrick Seeger/dpa

Die wirtschaftliche Realität lässt keine andere Wahl: Seit längerer Zeit kämpft die Filiale mit rückläufigen Umsätzen, 2025 verschärfte sich die Lage abermals. Das berichtet der Delmenhorster Kurier. Das Kernproblem liegt demnach im schwindenden Kundenaufkommen. Immer weniger Menschen bummeln durch diesen Teil der Innenstadt – ein Trend, den auch andere Geschäfte zu spüren bekommen.

Geflügelhändler gibt Standort in Delmenhorst auf: Direktes Umfeld mit viel Leerstand

Die Nachbarschaft zeichnet ebenfalls ein düsteres Bild: Leerstände prägen das Straßenbild, das Café Rischmüller steht seit Jahren verwaist, gegenüber gähnt Leere in den Schaufenstern, und kürzlich gab auch der Supermarkt Koopje auf. In diesem Umfeld einen Lebensmittelbetrieb profitabel zu führen, sei schwierig, berichtete Peter Krupke gegenüber der Zeitung.

Vor zwei Jahren wagte das Unternehmen einen mutigen Schritt: Der Verzicht auf den Wochenmarktstand sollte Kunden dauerhaft in den Laden ziehen. Anfangs schien das Konzept zu funktionieren, die erhofften Stammkunden kamen. Doch der Effekt war nur von kurzer Dauer, heißt es weiter. Im vergangenen Jahr brachen die Umsätze ein.

Nach dem Aus: Mitarbeiter könnten in Hude übernommen werden

Was in Hude funktioniert – dort läuft die zweite Filiale erfolgreich – scheitert in Delmenhorst an den Rahmenbedingungen. Der Einzelhandel in der Kreisstadt steht unter erheblichem Druck. Vom Aus betroffen sind auch vier Beschäftigte. Für sie prüft das Unternehmen eine Übernahme in die Huder Filiale – ob dies für alle realisierbar ist, bleibt offen.

Ebenfalls vor dem Aus ist ein Baumarkt in Niedersachsen – dieser schließt mit einem Räumungsverkauf.