Die USA haben der Ukraine und Russland nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frist bis Juni gesetzt,
um ein Abkommen über ein Ende des russischen Angriffskriegs zu
erzielen. Im Rahmen dieses Zeitplans werde die Regierung von
US-Präsident Donald Trump wahrscheinlich Druck auf beide Kriegsparteien ausüben, sagte Selenskyj vor Journalisten in Kyjiw. „Sie
(die Amerikaner) sagen, dass sie alles bis Juni machen wollen. Und sie
werden alles tun, um den Krieg zu beenden. Und sie wollen einen klaren
Zeitplan für alle Ereignisse.“
US-Präsident Donald Trump hatte vor Journalisten eine mögliche
Entwicklung im russischen Krieg gegen die Ukraine angedeutet: Es gebe
„sehr, sehr gute Gespräche. Etwas
könnte passieren“, sagte Trump, ohne dies zu
präzisieren.
Neue Gespräche zwischen Gesandten der USA, der Ukraine und Russlands seien für die kommende Woche in Miami im Bundesstaat Florida geplant, teilte Selenskyj mit. Die Ukraine habe ihre Teilnahme zugesagt. Selenskyj
betonte aber, dass er keine ausschließlich zwischen Russland und den USA
ausgehandelten Vereinbarungen akzeptieren werde, die sein Land beträfen.
Eine Vereinbarung, die „über uns, ohne uns“ getroffen worden sei, sei für die Ukraine nicht annehmbar.
Angriffe auf Energieversorgung
„Schwierige Themen sind schwierig geblieben“, sagte Selenskyj. „Die Ukraine
hat erneut ihre Positionen beim Thema Donbass bestätigt.“ Selenskyj
äußerte Zweifel an einem US-Vorschlag, wonach die Region im Osten der Ukraine im Rahmen
eines Kompromisses in eine freie Wirtschaftszone verwandelt werden
solle.
Selenskyj teilte mit, die schwierigsten Themen würden für ein
trilaterales Treffen zwischen den Staats- und Regierungschefs
aufgehoben. In der bislang letzten Verhandlungsrunde hätten die Unterhändler
darüber gesprochen, wie eine Waffenruhe überwacht würde. Die USA hätten
bekräftigt, dass diese dabei eine Rolle spielen würden.
© Lea Dohle
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Selenskyj verurteilte auf X die erneuten russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. „Jeden Tag könnte
Russland echte Diplomatie wählen, aber es entscheidet sich für
neue Angriffe.“ Russland müsse die Fähigkeit
genommen werden, die Kälte als Druckmittel gegen die Ukraine
einzusetzen.
Russlands Militär hatte in der Nacht erneut das Energiesystem der Ukraine angegriffen. Die Hauptziele seien das Stromnetz, Kraftwerke und
Umspannwerke gewesen, schrieb Selenskyj. Russland habe mehr als 400 Drohnen und etwa 40 Raketen und
Marschflugkörper eingesetzt. Schäden gibt es demnach in
den westukrainischen Regionen Wolhynien, Iwano-Frankiwsk, Lwiw und
Riwne.
Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal teilte auf Telegram mit, die Regierung habe im ganzen Land
Notabschaltungen der Stromversorgung veranlasst. Die
Reparaturarbeiten sollen beginnen, sobald es die Sicherheitslage
zulasse. „Der Angriff geht weiter“, schrieb Schmyhal.
Kälte als Waffe
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Energieversorgung in der Ukraine:
Dann heizen sie eben mit Backsteinen
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Stromausfälle in Kyjiw:
Europa. Muss. Aufwachen.
Lage in Kyjiw:
„Wenn die Heizung ausfällt, kann ich mit dem Baby hier nicht bleiben“