Frau Hinrichs, Sie waren Sprecherin der „Letzten Generation“. Am 24. Mai 2023 durchsuchten Polizisten Ihre Wohnung. Der Vorwurf: Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie sagen, die Durchsuchung habe Sie bis heute traumatisiert. Wie äußert sich das?
Sie müssen sich vorstellen, ich liege in meinem Bett, habe nur ein T-Shirt an, höre extrem laute Schritte im Treppenhaus, und denke als Erstes, ich werde ausgeraubt. Dann stürmen plötzlich ungefähr 30 Polizisten in meine Wohnung, größtenteils Männer, alle in Uniform, einige vermummt und mit schusssicherer Weste. Eine Waffe wird auf mich gerichtet. Ich habe totale Angst.

Sie haben nicht damit gerechnet, dass das irgendwann geschehen würde?
Ich habe Jura studiert und finde es richtig, dass ein Gericht prüft, ob etwa eine Straßenblockade eine strafbare Nötigung ist. Aber dass Polizisten mit gezogener Waffe in meine Wohnung stürmen, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass ein Staat, der von jungen Menschen dazu aufgefordert wird, ihre Zukunft zu schützen und sich an seine eigenen Gesetze zu halten, so reagiert, hat mich erschreckt.

Wie reagierten Sie?
Ich hob meine Hände, setzte mich aufrecht hin und zitterte vor Angst.

Zur Person

Carla Hinrichs, 29, war Sprecherin und Mitgründerin der „Letzten Generation“, die ab 2022 Straßen blockierte, wobei sich Aktivisten auf der Fahrbahn festklebten. Ende 2024 löste sich das Bündnis auf, zahlreiche Nachfolger entstanden, wie die „Neue Generation“.

Hinrichs begann 2015 ein Jurastudium, das sie vor dem ersten Staatsexamen unterbrach. Ihr Buch „Meine verletzte Generation. Wie der Staat uns alle verrät“ erscheint am 14. Februar bei Klett-Cotta.

Carla Hinrichs - Meine verletzte Generation. Wie der Staat uns alle verrät, Klett-Cotta Verlag, 18 Euro, erscheint am 14. Februar

© Klett-Cotta Verlag

Zur Sprecherin der „Letzten Generation“ wurden Sie 2021, am letzten Tag des Hungerstreiks von Klimaaktivisten am Berliner Spreebogen. Hatten Sie Angst, dass die Aktion ungut endet?
Ich wusste, dass sich die Menschen, die das taten, der möglichen Konsequenzen bewusst waren. Daraus wurde für mich ein Akt der Loyalität: Wenn die das machen, muss ich sie unterstützen.

Aber ich war auch voller Sorge, dass die Regierung junge Menschen, die nur leben wollen, sterben lässt. Um mich aus diesem Gefühl zu befreien, habe ich ärztliche und psychologische Betreuung für die Hungerstreikenden organisiert.

In dem Moment, in dem ich mich hingesetzt und festgeklebt habe, hat sich jedes Mal etwas in mir aufgerichtet: Ich tue etwas, ich unterbreche das zerstörerische Weiter-so.

Carla Hinrichs

Waren Sie als Sprecherin bereit, die Verantwortung für ein möglicherweise schlimmes Ende der Aktion zu übernehmen?
In der Klimakrise werden Milliarden Menschen hungern. Vor diesem Hintergrund hätte ich es als Anmaßung empfunden, die Menschen von ihrem Protest abzuhalten.

Ich war bereit, mit ihnen Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen. Gleichzeitig war ich manchmal sauer und verzweifelt, ihren körperlichen Verfall mitansehen zu müssen. Das hat mir mein Herz gebrochen. Meine Wut aber hat sich stets auf die gerichtet, die uns in der Klimakatastrophe nicht schützen.

Hungerstreik-Camp // Im September 2021 haben junge Leute ein Camp nahe Bundeskanzleramt aufgeschlagen und streiken gegen die Klimakrise unter dem Motto Hungerstreik der letzten Generation oder Hungerstreik für Klimagerechtigkeit am 17.09.2021 in Berlin, Deutschland *** Hunger strike Camp at September 2021 have Boy People a Camp near Federal Chancellery open and strike against the Climate crisis at the Motto Hunger strike the last Generation Or Hunger strike for Climate Justice on 17 09 2021 in Berlin, Germany Copyright: xdtsxNachrichtenagenturx dts_15714 Die Hungerstreikenden begaben sich freiwillig in Lebensgefahr, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Die letzten beiden verbliebenen Aktivisten beendeten den Hungerstreik einen Tag vor der Bundestagswahl, als Olaf Scholz ein öffentliches Gespräch mit ihnen zusagte. 2022 gingen Sie dann zu Straßenblockaden über, zwei Jahre lang. Wie fühlt es sich an, eine Autobahnabfahrt zu blockieren?
Es sind sehr viele Gefühle gleichzeitig. Zum einen ist es furchtbar beängstigend, weil man ja nicht weiß, ob der Lkw, der auf einen zufährt, wirklich anhält. Aber manche beschreiben es auch als befreiend. In dem Moment, in dem ich mich hingesetzt und festgeklebt habe, hat sich jedes Mal etwas in mir aufgerichtet: Ich tue etwas, ich unterbreche das zerstörerische Weiter-so.

Sie wurden von Passanten und Autofahrern beleidigt, getreten, geschubst. Hatten Sie trainiert, mit solchen Situationen umzugehen?
Niemand geht unvorbereitet auf die Straße. Wir haben geübt, wie wir auf Gewalt reagieren und dabei selbst friedlich bleiben. Wir ließen immer eine Rettungsgasse frei, teilten unsere Erfahrungen vor und nach dem Protest miteinander.

Die Gewalt, die wir auf der Straße erlebt haben, findet sonst so oft hinter verschlossenen Türen statt. Dass sie sich an uns entladen hat, zeigt das sonst verborgene Gewaltpotenzial einer Gesellschaft. Doch anstatt darüber zu sprechen, haben viele Medien das sogar noch weiter angeheizt.

Eine Handvoll Menschen, die sich auf der Straße festkleben, bringen Tausende Autos zum Stehen: Spürt man da Macht?
Die Macht des Staates beruht auf unserem Gehorsam. Die „Letzte Generation“ war der stärkste Versuch der vergangenen Jahre, diesen Gehorsam zu brechen und dem Zerstörungssystem etwas entgegenzustellen.

Klimaaktivistin Carla Hinrichs im Interview mit Adrian Schulz und Malte Lehming im Café Seerose am Südstern. Auch sie sei genervt, wenn sie mit dem Auto in einen Stau gerät, sagt Carla Hinrichs.

© Tagesspiegel/Lydia Hesse

Hatten Sie mit mehr Zustimmung zu Ihren Protesten gerechnet? 85 Prozent der Bevölkerung lehnten sie laut Umfragen ab.
Wirksamer Protest stört. Die Ablehnung in der Öffentlichkeit bezog sich immer auf die Form, nicht den Inhalt. Viele sagten: Ich hasse eure Aktionen, aber ich verstehe, warum ihr das macht. Ohne uns hätte die Klimakrise in diesen Jahren kaum eine Rolle im Diskurs gespielt.

Auch aus Teilen der Klimabewegung kam Kritik. Luisa Neubauer verglich Ihre Gruppe mit lauten Kleinkindern.
Die öffentliche Erzählung eines Gegeneinanders war nie besonders hilfreich. Sie wurde von den Medien produziert. Monatelang wurde ich nur dazu befragt, warum andere Protestformen nicht reichen. Dabei stehen wir im Kern für dasselbe ein. Ich bin dankbar, dass wir heute mit einer Selbstverständlichkeit zusammenstehen. Als die Anklageschrift gegen mich wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung kam, hat Luisa sich solidarisch gemeinsam mit mir gegen diese Repression von Protest gestellt.

Stellt man sich nicht infrage, wenn die eigentlich engsten Verbündeten einen schelten?
Streiten können wir Linke ja traditionell am besten.

Wir können eine bessere Welt schaffen, aber nicht, wenn wir nur unsere eigene Karriere im Blick haben.

Carla Hinrichs

Haben Sie eigentlich einen Führerschein, fahren Sie Auto?
Ja. Meine Eltern wohnen weit draußen auf dem Land, da fährt kein Bus, kein Garnichts. Individualkritik bringt uns nicht weiter, wenn viele nicht die Chance haben, nachhaltiger zu leben.

Sind Sie genervt, wenn Sie damit in einen Stau geraten?
Natürlich.

HANDOUT - Klimaaktivisten der Gruppierung «Letzte Generation» blockieren die Brennerautobahn (A13) in Tirol nahe Matrei am Brenner. Nach Angaben der Tiroler Polizei klebten sich sieben der insgesamt neun Aktivistinnen und Aktivisten auf der Fahrbahn der A13 in Richtung Italien fest. Die Route über den Brennerpass ist eine wichtige Verkehrsachse zwischen Deutschland und Italien. «Während Südeuropa brennt und weltweit Hitzerekorde fallen, fordern die Bürger:innen endlich Taten beim Überlebensschutz», schrieb die Letzte Generation auf Twitter und forderte die Umsetzung der Empfehlungen des österreichischen Klimarates. (zu dpa: «Brenner-Zulauf: DB will Lähmung überwinden - Plan auf der Zielgeraden») +++ dpa-Bildfunk +++ Auch in Österreich gründete sich eine „Letzte Generation“. Hier blockiert sie die Brennerautobahn in Tirol.

© dpa/APA

Ihr Jurastudium haben Sie unterbrochen, Sie haben also nichts anderes als einen Schulabschluss. Wie sieht Ihre Karriereplanung aus?
Das fragen Sie eine junge Frau in einer Situation, in der sich unsere Welt überschlägt und in der wir nicht wissen, ob wir hier in Deutschland in ein, zwei, drei Jahren im Faschismus leben.

Ist das nicht etwas hochgegriffen?
In den USA hat Trump zusammen mit seinen superreichen Freunden innerhalb eines Jahres die Demokratie abgeschafft. In Deutschland halten die etablierten Parteien der AfD die Steigbügel. Alles wird sich verändern, schneller, als wir zusehen können. Ich halte es für meine Aufgabe, Menschen zusammenzubringen, die dagegenhalten. Wir können eine bessere Welt schaffen, aber nicht, wenn wir nur unsere eigene Karriere im Blick haben.

Sie wollten mal Richterin werden. Stellen Sie sich manchmal vor, wie es wäre, wenn Sie über Ihre eigenen Taten urteilen müssten?
Ja, ich sitze ihnen ja oft genug gegenüber. Bei der letzten Richterin, die mich verurteilt hat, hatte ich sogar das Gefühl, dass sie mich sympathisch findet und sich ebenfalls Sorgen um die Klimakrise macht. Am Ende hat sie mich verurteilt, weil eben der institutionelle Rahmen sehr stark wirkt, aus dem es schwer ist, auszubrechen. Andere Richter haben Aktivist:innen bereits freigesprochen.

Alle Errungenschaften unserer Zeit sind durch Störungen kreiert worden. Durch Unterbrechungen des Alltags. Und nicht dadurch, dass Menschen irgendwo Schilder hochgehalten haben.

Carla Hinrichs

Die Richter entscheiden nicht nach ihrem eigenen Willen. Sie müssen bei der Abwägung zwischen dem Recht auf Protest und der Freiheit der blockierten Autofahrer immer die Umstände der jeweiligen Blockade einbeziehen.
Genau, es ist eine Abwägung. Und die kann man so oder so treffen. Wenn die Richterin alle Beweisanträge zur Klimakrise ablehnt und sagt, das Mittel des zivilen Widerstands sei nicht geeignet, um sie aufzuhalten, dann ist das eine politische Entscheidung. Keine juristische.

Viele Gerichte haben juristisch argumentiert: Den Aktionen der „Letzten Generation“ fehle der Sachbezug zu ihrem Ziel. Sie haben Ihre Forderungen an die Bundesregierung gerichtet, jedoch einzelne Autofahrer geschädigt.
Alle Errungenschaften unserer Zeit sind durch Störungen kreiert worden. Durch Unterbrechungen des Alltags. Und nicht dadurch, dass Menschen irgendwo Schilder hochgehalten haben. Auch die Richterin sitzt nur da, weil Menschen mit solchen Methoden dafür protestiert haben, dass Frauen die Küche verlassen dürfen.

Erst Springer-Blockade, dann Klangyoga Wer sind die Nachfolger der „Letzten Generation“?

Sie schreiben in Ihrem Buch, das bald erscheint, dass Ihr Großvater Sie enterbt habe. Gab es noch mehr kritische Reaktionen in Ihrem Umfeld?
Mein Großvater ist ein extremes Beispiel. Aber kritische Nachfragen gab es immer wieder. Manche Freund:innen von mir verstehen nicht, warum ich tue, was ich tue. Ich glaube, sie können es nicht nachfühlen. Doch für unsere Freundschaft ist das ziemlich irrelevant.

Aber wenn Sie nicht mal Ihre Freunde überzeugen können …
Können Sie Ihre Kinder von allem überzeugen, was Sie für richtig halten? Oder Ihre Frau? Gerade die, die einem am nächsten stehen, sind doch oft am schwersten zu gewinnen. Mir ist es wichtig, aufzuzeigen, was auf dem Spiel steht, und nicht krampfhaft Menschen von Straßenblockaden zu überzeugen.

Ein Aktivist der „Letzten Generation“ wurde zu fast zwei Jahren Haft verurteilt, andere wegen einer Flughafenblockade zu 400.000 Euro Schadenersatz. Sie trugen als Sprecherin Verantwortung. Haben Sie ein schlechtes Gewissen?
Nein, alle, die mitgemacht haben, haben ihre Entscheidung selbst getroffen. Die „Letzte Generation“ hat ihnen mit dem Protest einen Weg aus der Ohnmacht gezeigt. Die meisten sind immer noch dankbar dafür. Die längste Zeit, die jemand von uns in Haft verbracht hat, waren übrigens acht Monate.

Es wird immer richtig gewesen sein, sich, als alles auf dem Spiel stand, in den Weg gestellt zu haben.

Carla Hinrichs

Sie schreiben, die, die nicht dazu bereit waren, ins Gefängnis zu gehen, wurden intern als „Jakks“ bezeichnet – ja, kein Knast. Erzeugt eine solche Einteilung nicht Druck: Wer es ernst meint, der nimmt auch Knast in Kauf?
In allen sozialen Bewegungen gibt es Dynamiken, dass Menschen zu anderen aufschauen. Ich habe immer versucht, eine Kultur zu leben, in der jeder Beitrag, den jemand leistet, wertvoll ist. Für manche ist es einfacher, sich auf die Straße zu kleben. Für andere ist es leichter, Fotos zu machen oder für die Protestierenden zu kochen.

Sie selbst wurden wegen Nötigung zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt, die Berufung wurde Anfang Januar abgelehnt. Haben Sie das Geld?
Durch eine Spendenkampagne ist einiges zusammengekommen. Aber das Verfahren geht jetzt in die nächste Instanz.

Daneben läuft in München ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Ihnen drohen bis zu fünf Jahren Haft. Macht Ihnen das Angst?
Ich kann mir nicht vorstellen, im Gefängnis zu sitzen. Es macht mir unglaubliche Angst. Ich war nach einem Protest eine Nacht in Gewahrsam und das war nicht ohne. Die Rädelsführerschaft, die mir vorgeworfen wird, wird mit mindestens sechs Monaten bestraft. Das hängt seit drei Jahren wie ein Damoklesschwert über mir. Und das Verfahren könnte sich noch ewig hinziehen. Ob es in einem halben oder erst in einem Jahr losgeht, weiß ich immer noch nicht.

Wenn Sie noch einmal ins Jahr 2021 reisen könnten, würden Sie den Protest bleiben lassen?
Es wird immer richtig gewesen sein, sich, als alles auf dem Spiel stand, in den Weg gestellt zu haben. Aber der Schritt, in die Öffentlichkeit zu gehen: Dadurch lastet ein sehr großer Druck auf mir als Person.

Unser Staat entlarvt sich darin, dass er keinen Umgang mit der Klimakrise findet. Es ist unsere Aufgabe, da immer wieder mit dem Finger draufzuzeigen.

Carla Hinrichs

Was belastet Sie daran?
Es hat mir eine gewisse Form von Sicherheit genommen. Ich werde auf der Straße erkannt und im Internet bedroht. Aber das sage ich aus einer sehr privilegierten Perspektive. Menschen mit einer anderen Hautfarbe hatten diese Sicherheit nie.

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Sie tun allerdings einiges, um immer noch in der Öffentlichkeit zu stehen.
Wenn ich jetzt aufhören würde, würde ich am entscheidenden Punkt aufhören. Ich bin angeklagt in einem riesigen Verfahren gegen zivilgesellschaftliches Engagement, was Deutschland so selten gesehen hat. Unser Staat entlarvt sich darin, dass er keinen Umgang mit der Klimakrise findet. Es ist unsere Aufgabe, da immer wieder mit dem Finger draufzuzeigen.

Aus der „Letzten Generation“ wurde vor einem Jahr die „Neue Generation“. Was sind die neuen Ziele?
Die „Letzte Generation“ gibt es nicht mehr. Inzwischen sind neue Gruppen entstanden. Wir wollten nichts mehr von einer überforderten Regierung fordern. Der Staat ist nicht in der Lage, uns gegen die Krisen unserer Zeit zu schützen. Wir müssen das irgendwie selber machen, zum Beispiel durch Gesellschaftsräte, die wir jetzt organisieren und erproben.

Früher lag Ihr Fokus auf der Klimakatastrophe, nun sind Sie gegen Rechte, gegen Reiche und gegen das System. Ein Gemischtwarenladen an Forderungen.
Die Klimakrise kann man nicht isoliert betrachten. Sie macht eine Systemkrise deutlich. Der Angriff Russlands auf die Ukraine etwa hat gezeigt, dass fossile Abhängigkeiten auch unsere Demokratie instabil machen.

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Ist aus der Klimaaktivistin eine Systemrebellin geworden?
Systemrebellin … Na ja: Ich habe ein umfassendes Bewusstsein dafür entwickelt, wo die Stellschrauben sind, wo es schiefläuft. Dagegen habe ich eine grundlegende Kritik.

Sie sagten mal, Sie seien im jungen Alter in eine Art Weltschmerz gerutscht. Hält der an?
Ja. Ich kann die Augen nicht verschließen vor dem, was passiert. Ich spüre den Schmerz, der damit einhergeht. Wenn ich eine obdachlose Person in Berlin sehe, die auf der Straße schläft, dann breitet sich ein Schmerz in mir aus. Doch ich habe Wege gefunden, den Schmerz in Wut zu lenken. In Wut und dann in Handeln.