Rund 20.000 Teilnehmer werden am Samstagnachmittag zu einer Großdemonstration gegen das iranische Regime erwartet. Damit soll Solidarität mit dem seit Jahrzehnten vom Mullah-Regime brutal unterdrückten iranischen Volk bekundet werden.
Außerdem soll so Druck auf die europäischen Regierungen ausgeübt werden, gegen das Regime vorzugehen. Bei der jüngsten Protestwelle im Iran waren tausende Regimegegner getötet worden.
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Zu den Forderungen der Veranstalter zählt die Schließung aller Teheraner Botschaften in der EU. Zudem fordern sie, den Obersten Führer Ali Khamenei wegen der tausenden toten Demonstranten vor einem internationalen Gericht anzuklagen. Zu den Mitorganisatoren zählt der in Paris ansässige Nationale Widerstandsrat Iran.
Laut dem Deutschen Solidaritätskomitee für einen freien Iran wird die Demonstration von insgesamt 312 iranischen Vereinen aus mehreren europäischen Ländern getragen.
Auch ehemalige Politik-Prominenz wird erwartet. Der ehemalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) soll vor dem Brandenburger Tor eine Rede halten.
Kurz vor Beginn haben sich geschätzt mehrere tausend Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor eingefunden. Ein Meer von iranischen Flaggen weht, viele Menschen tragen gelbe Westen mit der Aufschrift „Free Iran“. Eine Gruppe Trommler macht auf der Bühne Lärm.
Vor dem Brandenburger Tor demonstrieren Menschen gegen das Mullah-Regime im Iran.
© Tsp / Nico Preikschat
Als erste Rednerin spricht die Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran, Maryam Rajavi. Ihre Ansprache hält sie auf der Bühne, per Video wird die Rede auf einem Bildschirm übertragen.
Viele Teilnehmer halten Plakate mit ihrem Gesicht in die Höhe. Rajavi, so erklärt es ein Teilnehmer, solle aus seiner Sicht als Übergangspräsidentin dienen, sobald das Mullah-Regime gestürzt sei. „Aber nur solange, bis das iranische Volk einen neuen Vertreter gewählt hat“, erklärt er.
Rajavi spricht Persisch, eine englische oder deutsche Übersetzung etwa mithilfe von Untertiteln ist zunächst nicht zu erkennen. Während ihrer Rede brandet immer wieder Applaus auf. Rajavi wirkt zwischendurch sichtlich gerührt, sie scheint Tränen zurückzuhalten.
Nach Rajavis Rede wird die iranische Nationalhymne gesungen. Der Applaus im Anschluss ist groß.
Der ehemalige belgische Premierminister und ehemalige Chef des Europäischen Rates, Charles Michel, spricht nun. „Ihr seid der Widerstand des 21. Jahrhunderts“, ruft er den Demonstranten zu. Sie seien nicht allein, verspricht Michel. „Eure Seite ist unsere Seite und eure Zukunft muss unsere gemeinsame Zukunft werden.“
Europa habe seine Lektion gelernt, sagt er: Es sei eine Illusion gewesen, dass sich das Regime durch Reformen verändern werde, sagt er. Zu schweigen bedeute, sich zu Tätern zu machen.
Der Applaus ist deutlich verhaltener als zuvor. Viele Teilnehmer unterhalten sich, während Michel spricht. Und doch erreicht er sie bisweilen. „Gibt es eine Alternative?“ fragt Michel die Teilnehmer drei Mal. Er meint eine Alternative sowohl zum Schah- als auch zum Mullah-Regime. „Ja“, schallt es zurück.
„Wir brauchen eine demokratische Republik“
Was für eine Zukunft für Iran stellen sich die Demonstranten vor, sollte das Regime fallen? „Wir brauchen eine demokratische Republik“, sagt Reza, ein Mann mittleren Alters. Es brauche freie Wahlen und ein Vielparteiensystem, „eben alles, was Europa hat“. Auch die Todesstrafe müsse abgeschafft werden.
Er sei extra für diese Demonstration aus Norwegen angereist, wo er wohne, erzählt Reza. Eines ist aus seiner Sicht ganz klar: Der älteste Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, sei keine Alternative zum Mullah-Regime, er vertrete nicht das iranische Volk. „Sein Vater war ein Diktator, sein Großvater auch“, sagt Reza. „Niemals hat er deren Verbrechen verurteilt.“
Dann spricht der ehemalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU).
© Tsp / Nico Preikschat
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Ein Großteil der Teilnehmer scheint aus Iranern zu bestehen. „Death to Chamenei“, fordert ein englisschprachiges Video, das auf einem großen Bildschirm abgespielt wird und mit dramatischer Musik unterlegt ist. Khamenei ist der sogenannte Revolutionsführer im Iran und steht wie kein anderer sinnbildlich für die Unterdrückung der Menschen in Iran.