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Hasbergen (Niedersachsen) – Erst der Schock, jetzt neue Hoffnung: Die traditionsreiche Fleischfabrik Dieter Hein stand kurz vor dem Aus. Die Insolvenz bedrohte 320 Arbeitsplätze. Nun gibt es eine Wende!

Das Unternehmen Hein ist seit Jahrzehnten fest in der Region verankert. Der Betrieb produziert in dritter Generation Fleisch- und Wurstwaren für Handel, Großverbraucher und Endkunden. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei rund 77 Millionen Euro.

Ein Investor übernimmt eine insolvente Fleischfabrik und will 320 Jobs sichern

Ein Investor übernimmt eine insolvente Fleischfabrik und will 320 Jobs sichern

Foto: Dieter Hein GmbH & Co. KG

Wurstfirma nach 64 Jahren insolvent

Im Oktober dann der tiefe Einschnitt: Nach 64 Jahren rutschte das Unternehmen in die Insolvenz. Explodierende Kosten und kaum Spielraum bei der Preisgestaltung setzten den Traditionsbetrieb massiv unter Druck. Trotzdem wurde weitergearbeitet. Die Produktion lief, das Ziel war klar: Sanierung statt Schließung. Das Gericht genehmigte ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Trotz Insolvenz produzierte Hein weiter. Die geschätzten Waren wurden international vertrieben

Trotz Insolvenz produzierte Hein weiter. Die geschätzten Waren werden international vertrieben

Foto: Dieter Hein GmbH & Co. KG

Was passiert mit der Traditionsfabrik?

Jetzt wurde die positive Nachricht verkündet: Die Goldschmaus Gruppe aus Garrel will den wirtschaftlich angeschlagenen Betrieb übernehmen. Damit will der Konzern seine Position im Fleischmarkt weiter ausbauen. Zum 1. März 2026 soll Hein an Goldschmaus gehen. Voraussetzung ist die Freigabe durch das Bundeskartellamt, die derzeit geprüft wird.

„Bei erfolgreicher Freigabe durch die Kartellbehörde werden wir vom ersten Tag an engagiert arbeiten“, sagt Gerald Otto, Sprecher der Goldschmaus Gruppe, zu BILD. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir in einer Phase der Planung und können keine Details nennen, jedoch werden die Bereiche Kältetechnik, Gebäude und Maschinen durch Investitionen gestärkt werden.“

Die Fleischfabrik produziert Fleisch- und Wurstwaren für Handel, Großverbraucher und Endkunden

Die Fleischfabrik produziert Fleisch- und Wurstwaren für Handel, Großverbraucher und Endkunden

Foto: Dieter-Hein.com

Wie es für die Mitarbeiter weitergeht

Für die derzeit 320 Beschäftigten ist das ein Hoffnungsschimmer. Denn nicht nur das Unternehmen, auch die Arbeitsplätze sollen gesichert werden. „Wir übernehmen einen Betrieb mit großem Potenzial und engagierten Mitarbeitern“, teilte die Geschäftsführung mit. „Unsere Strategie ist klar: Wir investieren in Technologie, Qualität und Arbeitsplätze – für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft.“

Auch der Standort spricht aus Sicht von Goldschmaus für die Übernahme. Die gute Verkehrsanbindung im Großraum Osnabrück, das gewachsene gewerbliche Umfeld und das qualifizierte Fachpersonal gelten als klare Pluspunkte. Eine Rückmeldung auf BILD-Anfrage zu den Übernahmeplänen steht noch aus.