Hunderte angekündigte Zwangsräumungen wurden der Stadt Düsseldorf in den Jahren 2024 und 2025 gemeldet. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Partei Die Linke im Wohnungsausschuss hervor.

Demnach erreichten die Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle des Amts für Soziales und Jugend im Jahr 2024 486 angekündigte Zwangsräumungen. Im Jahr 2025 belief sich die Zahl auf insgesamt 471 angekündigte Zwangsräumungen. Davon wurden, auch das teilt die Verwaltung in ihrer Antwort mit, 67 Haushalte mit insgesamt 110 Personen im Zuge der Zwangsräumungen in Notunterkünften der Stadt untergebracht (2024). Im Jahr darauf waren es 76 Haushalte mit 127 Personen.

Wie viele der angekündigten Zwangsräumungen insgesamt auch durchgeführt wurden, weiß die Stadt nicht. Gerichtsvollzieher müssen der Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt zwar melden, sobald eine Zwangsräumung angekündigt wurde, erklärte eine Stadtsprecherin unserer Redaktion – die tatsächliche Durchführung aber nicht.

Laut Verwaltung sind die Gründe für die angekündigten Räumungen in der Regel Mietrückstände, seltener auch „mietwidriges Verhalten“. Wird der Beratungsstelle der Verwaltung eine anstehende Zwangsräumung gemeldet, „erfolgen spätestens zu diesem Zeitpunkt Beratungsangebote an alle betroffenen Personen“, um die Räumung noch zu verhindern, wie die Sprecherin sagt. Wenn kein Kontakt zu den Betroffenen aufgebaut werden kann, werde trotzdem vorsorgliche eine städtische Notunterkunft reserviert.

In diesen „Unterkünften der ordnungsbehördlichen Unterbringung“ können Betroffene „grundsätzlich so lange verbleiben, bis eine anderweitige Unterbringung möglich ist“, so die Sprecherin. Damit unterscheiden sie sich von den Notschlafstellen, in denen die Plätze täglich neu vergeben werden. In den Notunterkünften gibt es Wohnungen und Zimmer in verschiedenen Größen, für Familien aber auch Einzelpersonen.

Insgesamt verfügt die Stadt (Stand Januar 2026) über 1877 Plätze in Notunterkünften. Allerdings könnten manche davon etwa aus baulichen Gründen gesperrt sein, zudem wird grundsätzlich ein Puffer von zehn Prozent vorgehalten. Dieser sei notwendig, „um die Handlungsfähigkeit des Systems zu gewährleisten“, da vorhandene Plätze nicht immer für aktuell unterzubringende Personen geeignet seien. Das sei etwa dann der Fall, wenn ein Einzelzimmer benötigt wird, aber nur Familien- oder Mehrbettzimmer verfügbar sind. Derzeit leben über 1300 Personen in solchen Unterkünften.

Julia Marmulla (Linke) ist Mitglied im Wohnungsausschuss und lobt die Arbeit, besonders die Beratungsangebote, der Verwaltung. Es sei wichtig, über die Anzahl der Zwangsräumungen informiert zu sein. „Der Verlust der eigenen Wohnung, der eigenen vier Wände ist so ein einschneidendes Erlebnis, dass wir uns als Politik darum kümmern müssen“, so Marmulla. Bei dem Thema müsse man „unterschiedliche Stränge“ verfolgen. Einer sei die zusätzliche Schaffung von öffentlich gefördertem und damit bezahlbarem Wohnraum.