Stand: 07.02.2026 19:52 Uhr
Die Spendenbereitschaft für die Ukraine geht zurück. Die ukrainische Gemeinde in Hannover schickt aber immer noch regelmäßig Hilfstransporter auf den Weg. Bei den aktuellen Temperaturen ist das besonders wichtig.
In Hannover-Misburg beladen rund 55 Helferinnen und Helfer einen Lastwagen mit großen Heizwasserkesseln, Generatoren und medizinischem Material. Damit möchten sie Menschen und Einrichtungen in der ukrainischen Hauptstadt durch den extrem kalten Winter helfen. Ukrainerinnen und Ukrainer sowie Deutsche sind gekommen, um bei der Ukrainisch-Griechisch-Katholischen Personalpfarrei St. Wolodymyr mit anzupacken.
Fast 200 Transporte seit Kriegsbeginn

Die Kartons mit den Spenden werden in einen Lkw geladen, der sich dann auf den Weg nach Kiew macht.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ist es einer von fast 200 Lastwagen, die von hier aus in die Ukraine geschickt wurden. In diesem Transport sind rund 900 Kartons, darunter private Spenden und Materialien aus Krankenhäusern. Viele Hilfstransporte in Niedersachsen sind dezentral organisiert und entstehen aus kurzfristigen Spendenaufrufen.
Winter verschärft die Notlage
Mariya Maksymtsiv organisiert für ihre Gemeinde den Transport und war im Januar selbst in der Ukraine. „Die Situation ist sehr schwierig, dieser Winter ist besonders hart“, sagt sie. Ein Teil der Generatoren geht gezielt an ein Herzinstitut in Kiew, wo Herztransplantationen durchgeführt werden. Dort gibt es seit Wochen nur noch Notstrom. „Beatmungsgeräte und andere wichtige Technik müssen zuverlässig laufen“, erklärt Maksymtsiv.

Krieg gegen die Ukraine: Winter als Waffe
Spendenbereitschaft für die Ukraine sinkt
Die Spendenbereitschaft für die Ukraine hat in Deutschland seit Beginn des Krieges spürbar abgenommen. Während das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Jahr 2022, als Russland seinen Angriff startete, noch Geldspenden in Höhe von rund 122 Millionen Euro für die Ukraine verzeichnete, beliefen sich diese 2025 nur noch auf etwa 7,5 Millionen Euro. Diesen rückläufigen Trend spürt auch die ukrainische Gemeinde vor Ort: Zwar stoßen ihre Spendenaufrufe weiterhin auf Resonanz, doch diese ist deutlich geringer geworden.
„Es herrschen teils minus 22 Grad“
Auch die Ukrainerin Marija Teplowa packt bei jedem der Transporte mit an. Sie ist mit ihren fünf Kindern direkt nach Kriegsbeginn nach Hannover geflohen. Sie macht sich große Sorgen um Familie und Freunde. „Es herrschen teils minus 22 Grad, während es in Wohnungen kaum wärmer als fünf Grad wird“, sagt sie. Ohne Strom funktionieren Aufzüge und medizinische Geräte nicht. Besonders ältere, kranke Menschen und Kinder seien gefährdet. Für viele anwesende Helferinnen und Helfer ist klar: Die Hilfe endet nicht mit diesem Transport. Sie möchten weiter anpacken und spenden, wenn die ukrainische Gemeinde wieder dazu aufruft. Nun hoffen sie, dass der Lastwagen problemlos die Grenzen passieren kann. Am Montag soll der Hilfstransport aus Hannover in Kiew ankommen.

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