
Borussia Dortmund sitzt in der Fußball-Bundesliga dem FC Bayern weiter im Nacken. Beim VfL Wolfsburg überzeugt der BVB aber nur eine Halbzeit und braucht dann viel Glück.
Serhou Guirassy (87.) erlöste die Borussia am Samstag beim 2:1 (1:0)-Sieg in Wolfsburg. Die Führung durch Julian Brandt (38.) glich Konstantinos Koulierakis (52.) kurz nach der Pause aus. Danach hatte der VfL vor allem in Person von Mohamed Amoura die besseren Chancen, aber Dortmund schlug halt noch einmal eiskalt zu. „Das war ein bisschen eine Erlösung“, gab Brandt am Sportschau-Mikrofon zu. Brandt hatte vor allem in Halbzeit zwei „viel Gehacke, viel hin und her“ gesehen.
Damit hält Dortmund (48 Punkte) auch nach dem 21. Spieltag Platz zwei und mit dem fünften Sieg in Folge den Druck auf Spitzenreiter Bayern München (Sonntag, 17.30 Uhr gegen 1899 Hoffenheim) hoch. „Unter dem Strich hat das Quäntchen Glück in unsere Richtung geschlagen“, stellte BVB-Trainer Niko Kovac gegenüber der Sportschau fest: „Das sind die engen Spiele, die man gewinnen muss, um letztendlich seine Ziele zu erreichen.“
Für die unglücklichen Wolfsburger wird nach der dritten Niederlage in Folge im Tabellenkeller die Luft dagegen immer dünner. „Das fühlt sich total enttäuschend an“, sagte VfL-Trainer Daniel Bauer im Sportschau-Interview: „Die Leere, die wir in den Gesichtern der Jungs gesehen haben, sprach Bände, weil wir heute einfach mehr verdient hatten.“ Mit 19 Punkten hat der VfL auf Rang 15 nur noch zwei Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz.
Disziplinierter BVB wackelt in Halbzeit eins nur einmal
Anders als zuletzt beim 3:2 gegen Heidenheim leistete sich das Kovac-Team in Wolfsburg in den ersten 45 Minuten kaum Wackler. Diszipliniert und mit viel Einsatz hielt der BVB seine Reihen geschlossen. Wolfsburg hätte gerne auf Konter gelauert, doch die Gäste zogen sich bei Ballverlust kollektiv und blitzschnell zurück, sodass sich kaum mal Möglichkeiten ergaben.
Bis auf ein Mal: Da spielte Waldemar Anton als letzter Mann im Aufbau Amoura den Ball direkt in die Füße. Den Abpraller leitete Adam Dagham gedankenschnell in Amouras Lauf weiter. Doch dem Stürmer gingen – verfolgt von Nico Schlotterbeck beim Solo Richtung BVB-Tor – offenbar die Ideen aus und letztlich setzte Amoura den Abschluss über das Tor (25.).
Dortmunds Maxmilian Beier an die Latte, Julian Brandt ins Tor
Die Dortmunder schockte dieser Moment überhaupt nicht. Die Schwarz-Gelben zogen ihre Linie durch und hatten nach 32 Minuten ihre erste richtig dicke Möglichkeit, als Julian Ryerson gut in die Tiefe geschickt wurde und von der Grundlinie Richtung Elfmeterpunkt zurücklegte. Dort nahm Maximilian Beier den Ball direkt. Verteidiger Denis Vavro lenkte den Abschluss gerade noch so an die Latte (32.).
Schließlich brachte ein Standard dem BVB die Führung. Brandt ging einem Ryerson-Eckball von links am kurzen Pfosten entgegen und nickte das Leder zum 1:0 ins kurze Ecke. Für Brandt war es das erste Bundesliga-Kopfballtor überhaupt, für die Borussia schon der sechste Treffer nach einem Standard in dieser Saison.
Konstantinos Koulierakis bringt Wolfsburg zurück ins Spiel
Bis zur Pause ließ Dortmund Wolfsburg nach der Führung überhaupt nicht mehr ins Spiel kommen – danach dann aber schon. Und das hatte mit Schlotterbeck zu tun. Zunächst stoppte der Kapitän einen VfL-Angriff auf Außen per Handspiel und holte sich seine fünfte Gelbe Karte ab. Beim folgenden Freistoß ließ er sich von Koulierakis von hinten überrumpeln und der Grieche köpfte wuchtig aus fünf Metern zum 1:1 ein.
Auf einmal war Wolfsburg da. Amoura hatte nur wenig später die Riesenchance zur Führung, lenkte aber am linken Fünfereck eine Hereingabe nur haarscharf über den linken Winkel (55.). Auch nach einem Konter brachte der Algerier von halblinks den Ball nicht im Tor unter (62.). Und die dritte guten Möglichkeit (65.) innerhalb von zehn Minuten ließ Amoura liegen. Den schönen langen Ball über rechts legte er über den zu weit aufgerückten Kobel – aber auch übers Tor.
Mohamed Amoura lässt Wolfsburg verzweifeln
Der BVB bekam keinen Zugriff auf die Partie, verlor früh im Aufbau die Bälle und fand seine Ordnung nicht. Wolfsburg spielte dafür deutlich griffiger und mutiger. Allerdings betrieb Amoura weiter fleißig Chancenwucher. Auch seinen insgesamt fünften Hochkaräter ließ der emsige Angreifer liegen, als er bei einem weiteren Konter über halbrechts alleine vor Kobel scheiterte (70.).
Vom BVB kam offensiv nichts mehr. Wolfsburg hatte das Spiel im Griff und durch Lovro Majer (80.) die nächste gute Möglichkeit. Doch ein Kopfball des eingewechselten Kroaten klatschte nur an die Latte. Wolfsburg wollte jetzt das Momentum nutzen und drei Punkte mitnehmen.
Serhou Guirassy erlöst Dortmund erneut
Doch wie der Fußball so spielt, schlugen die Gäste zu. Beim einzig guten Angriff in Halbzeit zwei spielten die Westfalen ganz stark durch das Zentrum Guirassy frei, der sich seine einzige Chance im Spiel nicht entgehen ließ und von halblinks zum 2:1 einschoss. Wie schon in der Vorwoche erlöste der Angreifer sein wankelmütiges Team damit.
Wolfsburg hatte durch einen Arnold-Schuss (90.+2), der noch die Latte streifte, zwar noch eine weitere Möglichkeit. Doch die „Wölfe“ belohnten sich an diesem Tag für eine starke zweite Halbzeit nicht.
Wolfsburg in Leipzig, Dortmund gegen Mainz
Am 22. Bundesliga-Spieltag hat der VfL Wolfsburg am Sonntagabend (15.02.2026, 17.30 Uhr) den nächsten Champions-League-Kandidaten vor der Brust, ist bei RB Leipzig zu Gast. Borussia Dortmund legt der Spielplan das nächste Team aus dem Tabellenkeller vor die Füße. Bereits am Freitagabend empfängt der BVB – dann ohne den gelbgesperrten Schlotterbeck – den 1. FSV Mainz 05 (20.30 Uhr).