Bei Wahlkampfauftritt

Orbán erklärt die Ukraine zum „Feind Ungarns“

07.02.2026 – 21:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Viktor Orbán: Der ungarische Ministerpräsident steht schon seit Jahren für seinen zunehmend autoritären Führungsstil sowie seiner Nähe zum Kreml in der Kritik. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Viktor Orbán verschärft den Ton im Wahlkampf: Der ungarische Ministerpräsident erklärte die Ukraine zum „Feind Ungarns“.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat die Ukraine offen als „Feind Ungarns“ bezeichnet. Das berichtet das ungarische Portal „Index“. Die drastische Aussage fiel bei einer regierungsnahen Kundgebung in Szombathely, Westungarn, und markiert eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis zwischen Budapest und Kiew.

Orbán begründete seine Wortwahl mit Forderungen aus der Ukraine nach einem EU-weiten Verzicht auf russisches Gas. „Wer fordert, dass wir Abstand von billigem russischem Gas nehmen, ist ein Feind Ungarns – also ist auch die Ukraine unser Feind“, sagte er.

Zugleich bekräftigte Orbán seine Ablehnung eines EU-Beitritts der Ukraine. Eine stärkere Annäherung an die Europäische Union würde Ungarn in den Krieg hineinziehen, warnte er. Seine Regierung werde alles tun, um das zu verhindern. „Die Ungarn sollten keine militärische oder wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ukrainern anstreben, denn sie ziehen uns in einen Krieg hinein“, sagte er.

Seine Äußerungen fallen, nachdem der EU-Rat Pläne gebilligt hat, den Import von russischem Gas bis 2027 vollständig zu beenden. Ungarn und die Slowakei, die weiterhin stark von russischen Energielieferungen abhängig sind, haben die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof angefochten.

In den vergangenen Jahren hat Ungarn bereits mehrfach EU-Hilfen für die Ukraine sowie Sanktionen gegen den Kreml blockiert. Kritiker werfen Ungarns Regierung daher vor, mit ihrem Kurs die europäische Geschlossenheit zu untergraben.

Orbán verweist stets auf Ungarns enge Beziehungen zu Russland, insbesondere im Energiesektor. Sie bilden einen zentralen Bestandteil seiner Argumentation gegen schärfere EU-Maßnahmen gegenüber Moskau.

Die jetzige scharfe Rhetorik fällt zudem mitten in den ungarischen Wahlkampf, die Parlamentswahl findet am 12. April statt. Orbán stellt sich als Garant von Frieden und Sicherheit dar – und nutzt die Ukraine erneut als außenpolitischen Gegner für innenpolitische Zwecke.

Aktuelle Umfragen zeigen, dass er hinter Oppositionsführer Péter Magyar liegt. Der ungarische Regierungschef wies diese Zahlen zu Beginn seiner Rede jedoch als „Propaganda“ zurück. Orbán ist in der Vergangenheit wiederholt durch einen autoritären Führungsstil aufgefallen und steht sowohl im eigenen Land als auch auf EU-Ebene wegen Eingriffen in Medienfreiheit, Justiz und Rechtsstaatlichkeit in der Kritik.