Paderborn. Warum einfach, wenn’s auch schwer geht? Das mag sich so mancher Fan des SC Paderborn am Samstag nach dem Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg gedacht haben. Der SCP hatte gut eine Stunde lang eine seiner besten Saisonleistungen gezeigt. Bei einer 2:0-Führung und Überzahl steuerten die Hausherren vor 13.440 Zuschauern in der Home-Deluxe-Arena einem souveränen Sieg entgegen.
Doch dann mussten die Paderborner gegen die dezimierten Franken doch noch mächtig zittern, ehe ein letztlich verdienter 2:1 (2:0)-Erfolg zu Buche stand, mit dem der SCP einen Top-3-Platz eroberte. „Das hat am Ende Nerven gekostet. Aber dieser jungen Mannschaft sei es verziehen“, kommentierte SCP-Coach Ralf Kettemann die wacklige Vorstellung in der Schlussphase.
Paderborn war hierbei mit zwei Startelfänderungen in die Partie gegangen. Jonah Sticker spielte für Mattes Hansen (Gelb-Rot-Sperre) als linker Halbverteidiger und feierte damit sein SCP-Startelfdebüt. Steffen Tigges durfte für Winterneuzugang Kennedy Okpala im Angriff ran. U21-Akteur Bennit Bröger stand erstmals im 20er-Kader, in den auch Niklas Mohr rückte. Filip Bilbija (grippaler Infekt) musste ebenso wie Calvin Brackelmann und Marcel Hoffmeier erneut passen.
An der Seitenlinie hatten derweil diesmal die Co-Trainer Pit Reimers und Uwe Hünemeier das Sagen. Chefcoach Ralf Kettemann saß bekanntlich eine Gelbsperre ab. Bei den Nürnbergern durften unter anderem der Ex-Paderborner Julian Justvan und Last-Minute-Winterneuzugang Styopa Mkrtchyan von Beginn an ran. Der ehemalige SCP-Stürmer Adriano Grimaldi saß zunächst auf der Bank.
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SC Paderborn 07
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SCP „bastelt“ an der Dreierkette: U17-Talent winkt gegen Nürnberg große Chance
Die erste Hälfte gehört dem SC Paderborn
Die Gäste erwischten den etwas besseren Start und hatten in der fünften Minute auch die erste Chance der Partie. Sturmentdeckung Piet Scobel traf nach einer flachen Hereingabe von Mohamed Ali Zoma den Ball nicht richtig. Nach einer Viertelstunde musste SCP-Keeper Dennis Seimen dann einen Distanzschuss von Berkay Yilmaz entschärfen.
Doch anschließend sollte die erste Hälfte ganz eindeutig den Hausherren gehören. Nürnberg spielte zwar weiter einen gepflegten Ball, bot dem SCP aber große Räume. Und die wussten die Paderborner gerade über die linke Seite zu nutzen, auf der Sebastian Klaas und der überragende Raphael Obermair so manchen gekonnten Spielzug initiierten.
Und da auch SCP-Defensivakteure wie Santiago Castaneda oder der stark aufspielende Sticker immer wieder in die gegnerische Box vorstießen, gerieten die Franken zunehmend in Bedrängnis, zumal auch die Stürmer Sven Michel und Steffen Tigges vor Spielfreude strotzten. In der 18. Minute verbuchte Tigges die erste dicke Chance für die Gastgeber. FCN-Keeper Jan Reichert hielt seinen strammen Schuss aus halblinker Position.
Zwei Paderborner Tore innerhalb von drei Minuten
Nach einer Obermair-Ecke wurde es erneut brandgefährlich (20.), ehe zwei Minuten später Laurin Curda im Gäste-Strafraum zu Fall kam. Mkrtchyan hatte den SCP-Außenbahnspezialisten am Fuß erwischt. Schiedsrichter Eric Weisbach nahm Kontakt zum VAR auf und wurde von diesem zum TV-Monitor gebeten. Weisbachs Durchsage scheiterte zwar an der Stadiontechnik, doch seine Geste war unmissverständlich. So zeigte der Referee auf den Punkt.
Sebastian Klaas verwandelt den Elfmeter zum 1:0 für Paderborn.
| © BESIM MAZHIQI
Klaas ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und vollstreckte sicher zum 1:0 (26.). Nürnberg wackelte nun ganz gewaltig. Nach einer weiteren Obermair-Hereingabe schnupperte der SCP am 2:0 (28.), das dann nur eine Minute später fallen sollte. Obermair spielte einen Steckpass auf den durchstartenden Castaneda. Dieser flankte auf den langen Pfosten. Und dort erzielte Curda per Direktabnahme sein sechstes Saisontor (29.).
Hierzu passend: Sebastian Klaas will beim SCP vorangehen – und träumt vom „großen Sprung“
Verdiente Halbzeitführung für den SCP07
Anschließend konnten sich die Nürnberger ein wenig fangen. Bis zum Pausenpfiff hatten sie sogar noch zwei Chancen aufs 1:2. Zunächst jagte FCN-Akteur Adam Markhiyev das Spielgerät aus sechs Metern übers Tor (33.), wobei der Treffer wegen eines Fouls an Sticker womöglich auch nicht gezählt hätte. Dann sollte Rafael Lubach einen 20-Meter-Freistoß kläglich vergeben (42.).
Vor dem Pausenpfiff hallte dann noch ein Raunen durch die Arena. Reichert fischte einen wunderschönen Klaas-Schlenzer aus dem rechten Eck (45.). Es wäre aber wohl ohnehin Abseits gewesen. Und so ging es mit einer verdienten Paderborner 2:0-Führung in die Kabinen.
„Wir waren nicht mutig und haben Paderborn walten lassen“, sagte FCN-Trainer Miroslav Klose mit Blick auf die ersten 45 Minute. Der Weltmeister von 2014 reagierte zur Pause mit einem Wechsel und einer taktischen Umstellung: Adriano Grimaldi kam für den überforderten Rechtsverteidiger Tim Janisch, der zudem gelb-vorbelastet war. Und die Gäste agierten nun mit einer Dreier-Abwehrkette und drei Angreifern.
Frühe Rote Karte gegen Nürnberg in Halbzeit zwei
Allerdings wurde diese Taktik schnell über den Haufen geworfen, denn ab Minute 51 mussten die Nürnberger in Unterzahl spielen. Lubach verlor den Ball, senste dann den enteilten Tigges um und sah die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, denn es war keine klare Notbremse. Doch der Referee ahndete das Vergehen wohl als grobes Foul. Und Lubachs Tritt ging letztlich auch nur gegen den Gegenspieler. „Die Rote Karte war berechtigt. Er trifft ihn voll mit dem Spann“, gab FCN-Coach Klose zu.
SC Paderborn gegen 1. FC Nürnberg
Der starke Michel hätte in der 56. Minute per Kopf auf 3:0 stellen können, doch Reichert hatte etwas dagegen. So wartete Nürnbergs Torwart mit einer weiteren Glanzparade auf. Sieben Minuten später ging ein Curda-Geschoss ans Außennetz. „Diese kurze Druckphase nach der Roten Karten haben wir leider nicht genutzt“, ärgerte sich Ralf Kettemann.
Dessen Puls und Blutdruck sollten nämlich in den Minuten bis zum Abpfiff deutlich in die Höhe gehen. Denn anschließend gab es im Paderborner Spiel einen Bruch, zu dem wohl auch die Auswechslungen von Michel und Tigges beitrugen (66.). Der SCP machte nun viel zu wenig aus den Räumen, die sich den Hausherren boten. Der Angriffsschwung war dahin.
Seimen hält gegen den Ex-Paderborner Grimaldi den Sieg fest
Nürnberg war dagegen mit dem Mute der Verzweiflung plötzlich wieder im Spiel. „Die Mannschaft hatte nichts mehr zu verlieren, hat dann Lösungen gefunden und die Bälle schneller in die Box gebracht“, sagte Klose. Folge: Nach 75 Minuten stand es plötzlich nur noch 2:1. Nach einem Einwurf von Berkay Yilmaz landete der Ball bei Luka Lochoshvili. Der FCN-Verteidiger drehte sich um Scheller und jagte den Ball aus kurzer Distanz ins Paderborner Netz.
Die Hausherren merkten, dass sie nun wieder mehr tun müssen. Baur schnupperte am 3:1, wurde aber geblockt (79.). Auf der Gegenseite unterband Obermair einen Gäste-Konter auf Kosten einer Gelben Karte (79.). Und Götze rettete in höchster Not gegen Mkrtchyan (81.). Doch vor allem in der 84. Minute sollte Paderborns Führung ganz gewaltig in Gefahr geraten. Zunächst wehrte SCP-Keeper Dennis Seimen einen Grimaldi-Kopfball mit einer spektakulären Flugeinlage ab. Dann schoss Zoma übers Tor.
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Zweiter 2:1-Heimsieg des Jahres für den SCP
Baur verpasste unterdessen nach Vorarbeit des eingewechselten Lucas Copado das 3:1, weil Reichert einmal mehr zur Stelle war (86.). Die Nerven der Paderborner Fans blieben angespannt. Am Ende musste der SCP noch eine sechsminütige Nachspielzeit überstehen. Das Vorhaben gelang. Und so gab es im zweiten Heimspiel des Jahres den zweiten 2:1-Erfolg.
Nun will der SCP auch die ersten Auswärtspunkte des Jahres einfahren. Die Aufgabe hat es allerdings in sich. So gastiert das Team von Trainer Ralf Kettemann am nächsten Sonntag, 15. Februar, um 13.30 Uhr beim VfL Bochum, der nur eines seiner vergangenen 13 Ligaspiele verloren hat.
Die Statistik und die Noten zum Spiel:
Paderborn: Seimen (Note 2) – Scheller (3), Götze (3), Sticker (1,5) – Curda (2,5), Baur (2), Castaneda (2, 90.+6 Kinsombi), Obermair (2) – Klaas (2,5, 75. Copado), Tigges (2,5, 66. Marino), Sven Michel (2,5, 66. Bätzner).
Nürnberg: Reichert – Janisch (46. Grimaldi), Mkrtchyan, Lochoshvili, Yilmaz – Markhiyev – Becker, Lubach – Justvan (65. Nzingoula), Scobel (65. Maboulou), Zoma.
Schiedsrichter: Eric Weisbach (Halle/Saale)
Tore: 1:0 Klaas (26., Foulelfmeter nach Videobeweis), 2:0 Curda (29.), 2:1 Lochoshvili (75.)
Rote Karte: Lubach (Nürnberg) wegen groben Foulspiels (51.)
Gelbe Karten: Obermair (3), Marino – Janisch (4), Markhiyev (3), Becker (5, nächstes Spiel gesperrt)
Zuschauer: 13.440
Statistik: 15:7 Torschüsse, 1,73:0,71 xGoals, 55:45 Prozent Ballbesitz, 82:79 Prozent Passquote, 56:44 Prozent Zweikämpfe, 16:14 Fouls, 6:5 Ecken, 116,5:106,5 Kilometer Laufdistanz.
Alle SCP-Nachrichten im Überblick: Der News-Blog rund um den SC Paderborn
Hier gibt es das Spiel des SC Paderborn 07 gegen den 1. FC Nürnberg zum Nachlesen im Liveticker:
