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Stuttgart – Alarm aus der Chefetage von Mercedes-Benz! Konzernchef Ola Källenius (56) warnt vor einem wirtschaftlichen Absturz Deutschlands. Seine Botschaft: Ändert sich nichts, drohen politische und wirtschaftliche Folgen. „Deutschland entwickelt sich wirtschaftlich seit etwa 10 bis 15 Jahren in eine falsche Richtung“, sagte Källenius dem „Spiegel“. Passiere nichts, drohe ein gefährlicher Stimmungsumschwung: „Dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben.“

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Die Deutschen müssten wieder mehr leisten, so Källenius. Der internationale Vergleich falle ernüchternd aus. Es sei, „als ob man vor einer Fußball-WM sagt, wir trainieren genug, obwohl alle anderen doppelt so viel trainieren“. Das Ergebnis kenne jeder: „dass man so nicht Weltmeister wird“. Deutschland habe „mit die höchsten Arbeitskosten der Welt“. Lange habe man das durch hohe Produktivität ausgeglichen, doch diese Zeit sei vorbei. Källenius: „Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland, müssen aber bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen.“ Sonst wandere das Kapital ab.

Der Mercedes-Boss warnt vor einem Absturz Deutschlands

Der Mercedes-Boss warnt vor einem Absturz Deutschlands

Foto: picture alliance/dpa

Das sagt Källenius zum Streit um die Teilzeit

Zum Thema Teilzeit sagte Källenius: „Teilzeit mit einem Sachgrund wie Kindererziehung oder Pflege ist ein wunderbares Instrument, viele Menschen konnten so von ihren Arbeitgebern gehalten oder in den Arbeitsmarkt zurückgeführt werden.“ Gleichzeitig macht er klar: Die Deutschen müssten „insgesamt wieder mehr arbeiten“, sonst gerate „unsere einzigartige Produktivitätsmaschine noch stärker ins Stocken“. Auch Europa bekommt sein Fett weg. Källenius fordert eine radikale Kehrtwende in der Industriepolitik. „Wir müssen weg von Verpflichtungen und Strafen und hin zu marktbasierten Anreizen sowie massiven Investitionen in die Infrastruktur.“ Ob Chemie, Stahl oder Autos, Europa mache „überall die gleichen methodischen Fehler“ und verliere dadurch „nach und nach seine ökonomische Stärke“.

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Beim geplanten Verbrenner-Aus ab 2035 zeigt sich der Mercedes-Boss zwiegespalten. Positiv sei, dass man anerkenne, „dass die EU erstmals die Tür für Technologieoffenheit geöffnet hat“. Doch die Euphorie sei schnell verflogen. Mit zu vielen Vorgaben werde man „kein Wachstum erzeugen, sondern den Markt verkleinern, solange man Vorschriften macht, was Konsumenten zu bestimmten Zeitpunkten zu denken und zu wollen haben“.