- ATM Gaming veröffentlichte vergangenes Jahr mit „Play Hit“ ein neues Musik-Quiz, dessen zweite Ausgabe Hits von 2010 bis 2025 thematisiert und eine neue dritte Spielrunde enthält.
- Bettina Bexte präsentiert Lebensgeschichten von fünf Menschen mit Migrationshintergrund aus Bremen in der Graphic Novel „In allem ein Stück zu Hause“; Halimes Geschichte wird ab dem 10. April ausgestellt.
- Der vierte Washington-Poe-Krimi von M. W. Craven nimmt inhaltlich Bezug auf einen Mordfall mit Keramikratte, bei dem MI5 und FBI ermitteln und der Vorgänger in Qualität und Humor fortsetzt.
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Zwischen Pfeifkonzert und Karaoke-Battle

Play Hit 2010 – 2015. Musik-Battle-Spiel für zwei bis zehn Spieler ab 16 Jahren. Spieldauer: ca. 30 Minuten. Verlag: Atm Gaming.
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ATM Gaming
Seit „Hitster“ sich zum riesigen Erfolg entwickelt hat, legt die Konkurrenz fleißig Musik-Quiz-Alternativen nach. Eine stellte ATM Gaming vergangenes Jahr mit „Play Hit“ vor. Nun ist ein zweites Spiel aus der Reihe erschienen, dieses Mal nicht mit Musik der 90er/2000er-Jahre, sondern rund um die Hits zwischen 2010 und 2025. Gespielt wird wieder über vier Runden. Zuerst beantworten die Teams Musik-Fragen, dann gilt es, möglichst alle fünf vom gegnerischen Team ausgewählten Songs einer Playlist zu erkennen. In der dritten Runde – das ist neu – sind die Spieler zum Summen, Pfeifen und pantomimischen Darstellen von Songtiteln aufgefordert, bevor es im Finale wieder ein Karaoke-Battle gibt, bei dem die Spieler möglichst schnell ein Lied zu einem vorgegebenen Begriff anstimmen müssen. Das zweite „Play Hit“-Spiel macht genauso viel Spaß wie sein Vorgänger!
Fünf Lebensgeschichten als Graphic Novel

Bettina Bexte: In allem ein Stück zu Hause. Avant, Berlin. 176 Seiten, 25 €.
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Avant Verlag
Die Bremer Künstlerin Bettina Bexte hat sich intensiv den Lebensgeschichten von fünf Menschen mit Migrationshintergrund gewidmet und sie in mal lustigen, mal berührenden Bildgeschichten festgehalten. Einige wurden bereits in der Kulturwerkstatt Westend ausgestellt, alle fünf versammeln sich nun im Buch „In allem ein Stück zu Hause“. Der Leser lernt darin Azad kennen, der im Alter von 15 Jahren aus Syrien geflüchtet ist; Halime, die als Kind türkischer Gastarbeiter in Bremen aufwuchs, Florence aus Ruanda, Miša, der in den 1960er-Jahren als jugoslawischer Gastarbeiter kam, und Dilar, die in einer kurdischen Familie in Leverkusen groß geworden ist. Sie alle erzählen, wie es war, in zwei Kulturen aufzuwachsen, und machen mit ihren Geschichten klar, wie wertvoll eine multikulturelle Gesellschaft ist. Die Geschichte von Halime gibt es ab dem 10. April zudem in einer Ausstellung im Quartiersbildungszentrum in Gröpelingen zu sehen.
Wenn jeder Konsonant zur Stolperfalle wird

David Hugendick: Jetzt sag doch endlich was – Über das Stottern. Ullstein, Berlin. 156 Seiten, 21,99 €.
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Ullstein-Verlag
Jeder Konsonant ist ein Kampf, vor allem K, M und W. „Du redest wie ein Wasserfall, ich rede wie ein Stausee“: So beschreibt David Hugendick sein Handicap – er stottert. Einfachste Wörter wollen ihm oft nicht über die Lippen fließen, eine angeborene neurologische Besonderheit, die er zwar mit Moses, Marilyn Monroe, Albert Einstein und King George VI. teilt, die aber in einer Welt des hektischen Geplappers Anstoß erregt: „Wer stottert, hat keine Superkraft.“ Dafür kann der gebürtige Bremerhavener, der heute Kulturredakteur bei der „Zeit“ ist, unterhaltsam schreiben. So erfährt man ohne Jammertöne, wie es ihm in seiner redseligen Familie und beim Vorlesen in der Schule erging, wie er ausgegrenzt wurde und das Gefühl hatte, dass selbst die Möwen über seine Sprechübungen am Meer lachten, wie erst logopädisches Training eine gewisse Hilfe bot. Eine Lektüre auch für zungenfertige Leser: Die wissen danach, dass man zu einem Stotterer nie „Lass dir Zeit“ sagen sollte.
Das Geheimnis der Keramikratte

M. W. Craven: Die Witwe. A. d. Engl. v. Marie-Luise Bezzenberger. Droemer, München. 512 Seiten, 16,99 €.
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Das Ermittlerteam Washington Poe und Tilly Bradshaw ist eigentlich darauf abonniert, Serienkiller ausfindig zu machen, doch dann werden die beiden zu einem Mord in einem Hinterhofbordell in Carlisle gerufen. Christopher Bierman ist dort erschlagen worden. Doch warum interessieren sich der britische Geheimdienst MI5 und das amerikanische FBI dafür? Es scheint Verbindungen zu einem ungeklärten Bankraub zu geben; an beiden Tatorten wurde eine Keramikratte zurückgelassen. Als Poe und Bradshaw herausfinden, dass Bierman vor Jahren eine andere Identität angenommen hat, nimmt der Fall ungeahnte Dimensionen an. Der vierte Krimi aus der Washington-Poe-Reihe des britischen Autors M. W. Craven knüpft an die hohe Qualität seiner Vorgänger an: ein famos konstruierter Plot mit Ecken und Kanten, ein klarer Schreibstil, facettenreiche Charaktere und außerdem noch eine gute Portion Humor. Die 500 Seiten sind schneller gelesen, als man möchte.
Zwei Gipfelwerke für acht Streicher

Felix Mendelssohn Bartholdy, Georges Enescu: Streichoktette. Quatuor Ébène, Belcea Quartet. Als CD, Download und im Stream. Spieldauer: 72 Minuten. Label: Erato/Warner Classics.
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Erato/Warner Classics
Acht Musiker bestaunen ein gewaltiges, leuchtendes Bergmassiv: Das Bild auf der CD passt. Das Oktett Es-Dur op. 20, dieses himmelstürmende, jugendfrische Wunderkindwerk des 16-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy von 1825, ist wirklich ein Gipfel der Kammermusik. Für die Besteigung haben sich zwei Weltklasse-Streichquartette zusammengetan: das Quatuor Ébène und das Belcea Quartet. Ihre gemeinsame Tour führt auf einsame Höhen: kristallklar die Intonation, hinreißend die Energie, und man vernimmt sogar noch mehr Details als in der bald 50 Jahre alten klassischen Aufnahme mit dem Kammerensemble der Academy of St. Martin-in-the-Fields, die etwas orchestraler ausfiel. Ein zweites Gipfelkreuz wird mit dem 1889 komponierten, kaum bekannten Oktett C-Dur op. 7 des damals auch erst 18-jährigen Rumänen Georges Enescu erreicht. Gleich der erste Satz mit seiner Brahms-Nähe nimmt gefangen, schöner können acht Streicher nicht klingen.