Fußballprofi Malik Tillman (v.) im Zweikampf mit Jens Castrop von Borussia Mönchengladbach

Stand: 07.02.2026 23:38 Uhr

Nach komplett verschlafener erster Halbzeit nimmt Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga ein Unentschieden von Borussia Mönchengladbach mit. Dabei profitierte Leverkusen von einem Eigentor.

Nach Gladbachs frühem 1:0 durch Yannik Engelhardt (10. Minute) brachte ein Eigentor von Philipp Sander (44.) die Gäste am Samstag kurz vor der Pause zurück ins Spiel. Am Ende blieb es am 21. Spieltag beim 1:1 (1:1).

Leverkusens Jonas Hofmann war sich bei der Einordnung des Ergebnisses am Sportschau-Mikrofon nicht ganz sicher. „Ich würde sagen, das war zu wenig. Auch, wenn du mal keine gute Halbzeit spielst, kannst du Spiele gewinnen“, sagte er – meinte dann aber auch: „Die zweite Halbzeit haben wir zwar dominiert, aber zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Deshalb, glaube ich, geht das 1:1 in Ordnung.“

Gladbach kommt im Abstiegskampf nicht vom Fleck

Nach zuletzt vier Pflichtspielsiegen musste sich Bayer Leverkusen wieder mit einem Remis begnügen und verpasste es, zu den Top Vier der Tabelle aufzuschließen. Borussia Mönchengladbach blieb auch das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg. Als Zwölfter mit 22 Punkten sieht die Lage der „Fohlen“ zwar immer noch nicht rosiger aus – aber vor allem der Auftritt in Halbzeit eins dürfte der Borussia Mut machen.

Das meinte auch Borussia-Trainer Eugen Polanski im Sportschau-Gespräch: „Die Leistung, die Art und Weise, wie wir auf dem Platz aufgetreten sind, wie wir unser Herz auf dem Platz auch gelassen haben, was wir den Fans gegeben haben, die Energie die auch spürbar war in der Kabine – das ist das, was mich jetzt auch sehr, sehr positiv stimmt.“

Mutige Gladbacher belohnen sich früh

Leverkusen begann die Partie nach dem 3:0-Erfolg unter der Woche im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den FC St. Pauli nämlich behäbig bis schläfrig. Gladbach setzte die phlegmatischen Gäste beherzt unter Druck und wurde schon früh belohnt. Leverkusens Torwart Janis Blaswich spielte im Aufbau Aleix Garcia unter Druck an. Engelhardt stocherte dem Spanier in Strafraumnähe den Ball weg. Danach spielte Borussia die Überzahl schnell aus.

Den ersten Schussversuch von Haris Tabakovic konnte Blaswich noch klären. Den Abpraller brachte allerdings Engelhardt gedankenschnell von halbrechts zum 1:0 im Tor unter. Der Gegentreffer weckte die Gäste keinesfalls auf. Die Mannschaft von Kaspar Hjulmand hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, bespielte aber überhaupt nicht die Räume und agierte unter Druck schludrig.

Leverkusen findet eine Halbzeit lang kaum statt

Das gab den „Fohlen“ Aufwind. Immer wieder jagten die Gastgeber Bayer beherzt. Vor allem der als rechter Schienenspieler aufgebotene Jens Castrop schnitt Alejandro Grimaldo komplett vom Aufbauspiel ab. Das einzig Positive war für Leverkusen zunächst, dass Gladbach beim Spiel in die Spitze letztlich zu harmlos war.

Bis auf einen Castrop-Schuss (35.), der kein Problem für Blaswich war, meldete sich die Borussia Richtung Tor gar nicht. Gefühlt war das Team von Eugen Polanski dem zweiten Tor trotzdem näher als Leverkusen dem Ausgleich. Doch der fiel. Garcia hatte für einen Moment freie Schussbahn. Sander lenkte beim Klärungsversuch den Ball unglücklich zum 1:1 ins eigene Tor.

Mehr Bayer-Druck durch Halbzeit-Wechsel

So war Leverkusen ohne einen einzigen eigenen Schuss aufs Tor zur Pause zurück im Spiel. Der Auftritt schien auch Trainer Hjulmand überhaupt nicht gefallen zu haben. Der Däne stellte in der Halbzeit mit der Einwechslung von Ernest Poku für Loic Badé auf Viererkertte und Dreier-Mittelfeld mit Malik Tillman auf der Zehner-Position um.

Und auch vom Einsatz her investierten die Gäste jetzt mehr. Schon kurz nach Wiederanpfiff lag die Führung in der Luft. Doch ein Schlenzer von Patrik Schick halblinks an der Strafraumgrenze klatschte nur an den linken Außenpfosten (48.). Es war wie ein Signal. Leverkusen spielte sich mit mehr Energie jetzt immer mehr in der Gladbacher Hälfte fest.

Jens Castrop setzt beste Borussia-Chance daneben

Die „Fohlen“ hatten jetzt deutlich mehr zu kämpfen, fanden in der Offensive kaum noch statt. Allerdings hielt die Defensive der Polanski-Elf. Bis auf den einen oder anderen Distanzschuss verteidigte Gladbach alles weg. Und in der Schlussphase rafften sich die Gastgeber auch nach vorne noch einmal auf. Castrop (78.) grätschte eine Rückgabe von Honorat aus fünf Metern knapp über das Tor.

Es war der Startschuss für eine lebhafte Schlussphase, in der es viel hin und her ging. Richtung Tor wurde es allerdings nicht mehr wirklich brenzlig. So teilten sich die Teams nach einer starken ersten Halbzeit der Gladbacher und einer besseren zweiten Hälfte der Leverkusener letztlich verdient die Punkte.

Gladbach in Frankfurt, Leverkusen gegen St. Pauli

Gladbach tritt am Samstagnachmittag (14.02.2026, 15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt an. Für Leverkusen gibt es parallel in der heimischen Arena elf Tage nach dem Pokalduell ein Wiedersehen mit dem FC St. Pauli.