1. Startseite
  2. Deutschland

DruckenTeilen

Nach dem Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow gibt es Fortschritte. Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss. Doch die Zeit drängt – und die Tatwaffe bleibt verschwunden.

Güstrow/Rostock – Die Aufklärung des tragischen Todesfalls um den achtjährigen Fabian aus Güstrow macht Fortschritte. Harald Nowack, Staatsanwalt in Rostock, teilte am Dienstag (3. Februar) im Gespräch mit dem Münchner Merkur von Ippen.Media mit: „Es sieht gut aus, dass wir die Ermittlungen Ende Februar oder Anfang März abschließen. Dann werden wir uns zu den Details äußern werden.“ Darauf warten Beobachter mit Spannung – schließlich sind wesentliche Aspekte des Falls bislang ungeklärt. Zudem steht die Staatsanwaltschaft unter erheblichem Zeitdruck.

Fabian aus Güstrow Tötung Mord Harald NowackIm Fall Fabian wurde mittlerweile eine Frau festgenommen. Wie Staatsanwalt Harald Nowack erklärt, können derzeit keine weiteren Angaben zur Tatverdächtigen gemacht werden. (Montage) © Bernd Wüstneck/dpa/Polizei

Weiterhin verdächtigt die Staatsanwaltschaft eine Frau, am 10. Oktober den achtjährigen Fabian kurz nach dessen Verschwinden aus der Güstrower Wohnung der Mutter getötet zu haben. Vier Tage später wurde sein Leichnam an einem Tümpel rund 15 Kilometer südlich von Güstrow gefunden. Der Körper wies Brandspuren auf. Über die näheren Tatumstände und die Identität der Anfang November verhafteten Tatverdächtigen schweigt die Staatsanwaltschaft weitgehend. Berichten zufolge ist die Beschuldigte 29 Jahre alt und soll bis zum vergangenen Sommer eine Beziehung mit Fabians Vater geführt haben.

Staatsanwaltschaft im Fall Fabian aus Güstrow unter Druck: „Die Sechsmonatsfrist läuft im Mai ab“

Laut der Obduktion sind die Brandspuren nicht Fabians Todesursache. Es muss also eine Tatwaffe geben – doch die hat sich weiter nicht finden lassen. Es bleibt das größte Rätsel in dem Fall. Bis heute gibt es keine Spur von ihr. Um welche Waffe es sich handelt, ist Täter(innen)wissen, die Staatsanwaltschaft gibt keine Informationen dazu raus.

Am 6. November erfolgte die Festnahme der Tatverdächtigen, die tags darauf einem Haftrichter vorgeführt wurde. Seither sitzt sie wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Ihr Verteidiger scheiterte mit dem Versuch, ihre Freilassung zu erwirken. Die Ermittlungsbehörden stehen unter Druck: „Die Sechsmonatsfrist läuft im Mai ab, bis dahin muss die Hauptverhandlung beginnen. Es muss also jetzt schnell gehen“, erläutert Nowack. Bei ausreichendem Tatverdacht werde man Anklage vor dem Landgericht erheben. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Ihr Anwalt Andreas Ohm wollte sich auf unsere Nachfrage hin nicht äußern.

Mordfall Fabian (8) aus Güstrow: Polizei nimmt Tatverdächtige fest – die neuen Bilder vom EinsatzAuf Wunsch der Mutter zeigen wir Fabian weiter unverpixelt. Der achtjährige Junge aus Güstrow wurde am 10. Oktober als vermisst gemeldet und noch am selben Tag ermordet. Die Bilder rechts und links zeigen ein Feuer am Fundort am Tag der Tag. Die Polizei sucht weiter Zeugen.Fotostrecke ansehen

Noch sind längst nicht alle Hinweise abschließend untersucht. „Es gab so viele davon. Alle arbeiten daran, aber es ist unklar, ob wir bis Ende des Monats damit fertig sind“, gibt der Staatsanwalt zu. Sollten weitere Erkenntnisse gewonnen werden, würden diese nachträglich eingereicht. Warum die Tat einer Frau in diesem Fall „nicht so ungewöhnlich“ wäre, erklärte uns der Kriminalwissenschaftler Christian Matzdorf bereits im November 2025.

Die letzten Stunden von Fabian bleiben rätselhaft – Fokus weiter auf einer Person

Äußerst schwierig erweist sich die Aufklärung dessen, was in Fabians letzten Lebensstunden geschah. „Man wird einige Sachen nur schlussfolgern können in einem Zwei-Personen-Verhältnis. Die eine Person ist tot und die andere ist verdächtigt und muss nichts sagen“, erklärt Nowack die Herausforderung. Alles deutet auf einen Indizienprozess hin. Auch die angebliche Beobachtung an einer Bushaltestelle bleibt zweifelhaft: „Aus unserer Sicht gibt es keine Anhaltspunkte, dass Fabian dort gesehen wurde.“

Die Ermittlungsbehörden haben alle ihr bekannten Zeugen befragt, in manchen Fällen sogar drei- bis viermal, wenn sich Ungereimtheiten zeigten. Nowack will bedeutsame neue Erkenntnisse vorerst nicht öffentlich machen. Klar ist weiter nur eins: Die gesammelten Beweise richten sich weiterhin gegen die inhaftierte Verdächtige. „Wir haben weitere Ergebnisse zusammengetragen. Es fokussiert sich alles auf die Frau in Untersuchungshaft“, bestätigt Nowack. Andere Personen seien nicht in den Fokus der Ermittlungen geraten, so der Staatsanwalt. Mutmaßungen in sozialen Netzwerken über mögliche weitere Täter kann er nicht bestätigen.

Die angekündigte Pressekonferenz soll dann Aufschluss über den weiteren Gang des Verfahrens geben. (Quellen: Eigene Recherche) (mke)

Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel oder ähnliche Erfahrungen gemacht? Haben Sie Fehler entdeckt? Schreiben Sie direkt an unsere Autorin/unseren Autor.