Und mit ihren Ideen ist Familie Preuß in Marzahn-Hellersdorf nicht allein. Auf verschiedenen Parkplätzen, Brachen und Innenhöfen sind mehrere tausend Wohnungen im Plan oder im Bau. Auch am Helene-Weigel-Platz, Tal-Center, der Bowlingbahn am Feldberger Ring und der Allee der Kosmonauten 155-157 regt sich Widerstand gegen Nachverdichtungsprojekte, die den Anwohnern zu groß sind. Sie haben sich mit der Initiative der Kleeblattpassage zusammengetan, 2.300 Unterschriften gesammelt und in einem offenen Brief an Bausenator Christian Gaebler (SPD) übergeben.
Darin werfen sie Gaebler einen Ausschluss der Bevölkerung aus der Baupolitik vor und fordern eine Beteiligung. Die Nachverdichtung würde Wohnquartiere zu stark besiedeln, was die soziale Struktur verändere. Außerdem sei Infrastruktur wie medizinische Versorgung, Schule, Sport und Jugendarbeit nicht mitgedacht. Der Paragraf 34 des Baugesetzbuches werde missbraucht, da die neuen Wohntürme das Stadtbild verändern.
Bausenator Gaebler erklärte, es gebe nach Paragraf 34 einen Anspruch auf Genehmigung, wenn sich das neue Gebäude ortsüblich einpasse. „Und wenn ich neben ein Hochhaus ein anderes stelle, dann kann man davon ausgehen, dass sich das einpasst, dann gibt es eigentlich gar keine Beteiligung“, sagte er am Samstag in der rbb24 Abendschau. „Wir machen diese Beteiligung aber.“
Gaebler betonte, Nachverdichtung sei auch deshalb wichtig, weil die Infrastruktur schon vorhanden sei. „Ich muss nicht alles neu bauen, wie wenn ich auf der grünen Wiese baue.“ Damit sei bezahlbares Wohnen eher möglich.