Pepe Trautzsch hat den Beat im Blut. Mit gerade elf Jahren träumt er nicht nur vom „Auflegen“, sondern macht es einfach. All die bunten Knöpfe und Regler – genau die sind seine Welt, eine in der er sich auskennt. „Wenn man jetzt so zuguckt, dann denkt man, ja was ist das und wie, was, wo? Von außen sieht es wirklich schwer aus, aber wenn man`s lange macht, ist es kein Problem.“ Ein kleines Berufsgeheimnis verrät er dann doch: „Man muss auch ein gutes Taktgefühl haben.“

Der Job eines DJs ist für Pepe Trautzsch keine große Sache. Die Aufgabe erscheint ihm kinderleicht. „Man muss halt wirklich das eine Lied passend in das andere kriegen, dass der Übergang so klingt, dass man das kaum merkt.“ Abgeguckt hat er sich all das von Musiklehrer Dirk Duske.

Gemeinsam tanzen, statt alleine vorm Handy

Duske ist seit 40 Jahren DJ und Lehrer an der Musikschule in Chemnitz im Fachbereich Rock, Pop und Jazz. Inmitten seiner Plattensammlung trainiert der alte Hase beinahe täglich, mixt und kreiert Neues. Genau hier kam ihm auch die Idee mit der Schuldisko. „Die Jugend verzettelt sich meines Erachtens zu sehr in sozialen Medien. Die hängen alle in ihren Bubbles.“ Wo bleibe da das gemeinsame Feiern?

Als Schüler habe Duske einen ganz anderen Kontext erlebt: „Gemeinsam feiern, das, was für mich damals so wichtig in meiner Jugend war, dass ich mich mit meinen Kumpels zur Schuldisko getroffen habe. Das war bei uns jeden Monat Pflichtprogramm“, sagt der DJ und Lehrer.

Erinnerung: schüchterner Typ plötzlich beliebt

Dirk Duske war 14 Jahre alt, als er zum ersten Mal als Kassetten-Unterhalter seiner Schule, die damals noch Polytechnische Oberschule hieß, auflegte. Und er wurde über Nacht zum Star. Ein Schlüsselmoment für ihn: „Ich war damals recht unauffällig. Dann habe ich die Schuldisko gemacht und auf einmal haben mich die Mädels gegrüßt. Das war auch beflügelnd für mich.“