Halle. Auf der Neulehenstraße ist mehr los als früher – nicht zuletzt, weil mehr Lkw die Straße nutzen, seit sie die Kreisheide nicht mehr befahren dürfen. Und auch die zunehmende Zahl der Mieter und Patienten im ehemaligen Gerry-Weber-Komplex erhöht das Verkehrsaufkommen. Das führt zu Fragen der Sicherheit.

Sowohl der Elternbeirat der Kita Kids World als auch die Haller SPD hatten darum beantragt, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit umzusetzen. Die Kita-Kinder etwa queren die Straße regelmäßig bei Ausflügen mit den Erziehenden. Das Thema kam jetzt auf die Tagesordnung des Bau- und Verkehrsausschusses, zuvor hatte die Stadtverwaltung Erkundigungen bei der Kreispolizeibehörde und dem Straßenverkehrsamt eingeholt.

Das Rathaus-Team präsentierte der Politik daraufhin zwei Alternativen: das Straßenverkehrsamt dazu aufzufordern, einen Fußgängerüberweg und Tempo 30 in diesem Bereich anzuordnen. Positive Signale aus Gütersloh hatte es dazu gegeben. Oder auf diese Maßnahme aus Kostengründen zu verzichten. Denn sie würde die Stadt 45.000 Euro kosten, die bislang nicht im Haushalt für 2026 eingeplant sind.

Lkw auf Neulehenstraße in Halle sorgen für kribbelige Situationen

„Die Situation ist an der Neulehenstraße nicht so eindeutig“, betonte Daniel Kühnpast (SPD) in der Diskussion. „Aber es kommt gerade aufgrund des zunehmenden Schwerlastverkehrs zu kribbeligen Situationen. Für Wolfgang Resch (Grüne) stand fest: „Die Sicherheit der Kinder hat Vorrang vor eventuellen finanziellen Erwägungen.“

Für Gregor Bramhoff (CDU) stand eine andere Frage im Zentrum: „Wo ist der Bedarf an diesem Fußgängerüberweg am größten? Wo soll er hin?“ Für die Kita ergebe er zwar am ehesten in Richtung der Bahngleise Sinn. „Für andere Passanten wäre er aber so nahe wie zulässig an der abknickenden Vorfahrt zum Gartnischen Weg sinnvoll“, betonte auch Bürgermeister Thomas Tappe: „Denn von dort kommen ja viele Menschen, können dann zu Fuß queren und auf dem Gartnischen Weg weitergehen.“ Die Kinder profitierten trotzdem, müssten allerdings ein wenig hoch zum Zebrastreifen laufen.

Standort erfindet sich neu: Schon 32 neue Mieter in der ehemaligen Gerry-Weber-Firmenzentrale

Vor dem Hintergrund von Bramhoffs Ausführungen plädierte auch die SPD für eine detailliertere Ausführungsplanung. „Wir sollten das testen. Wie oft wird ein Zebrastreifen an der einen Stelle gequert, wie oft an einer anderen?“, schlug Tappe vor. So eine Probephase sei sinnvoll, ehe man 45.000 Euro investiere.

Zusätzliche Haushaltsmittel für Zebrastreifen in Halle

Eine Testphase müsse man mit dem Straßenverkehrsamt abstimmen, erklärte der zuständige städtische Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Zähneknirschend erklärte Kämmerer Björn Hüllbrock, dass es vor dem Hintergrund der geplanten Maßnahme sinnvoll sei, die 45.000 Euro zusätzlich schon für 2026 in den Haushalt einzustellen. Auch wenn in diesem Jahr womöglich nur die Probephase laufe. „So teuer ist ein Fußgängerüberweg übrigens nur, weil wir ihn laut DIN-Norm beleuchten müssen“, betonte Gregor Bramhoff abschließend. Und legte nach: „Obwohl das hier überhaupt keinen Sinn ergibt.“

Der Bau- und Verkehrsausschuss beschloss einstimmig, die Verwaltung mit einer Probephase zu beauftragen und die zusätzlichen Haushaltsmittel einzustellen.

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