Werther. Das ging schnell. Kurz vor Weihnachten hatte Bürgermeister Veith Lemmen erstmals öffentlich erwähnt, dass Werthers Freibad in seiner jetzigen Form nicht bis in alle Ewigkeit bestehen könne. Vier Wochen später gab es bereits den ersten Workshop, in dem sich mit der Zukunft des Freibades beschäftigt wurde. Auf der darauffolgenden Sitzung des Schul- und Sportausschusses wurde sogar ein kompletter Neubau des Freibades in die Überlegungen mit einbezogen.

Unter dem Titel „Potenziale des Freibades“ stand das Thema am Mittwochabend auf der Tagesordnung des Sportausschusses. Seit etwa zehn bis 15 Jahren werden im Durchschnitt jährlich 15.000 bis 20.000 Euro in den Erhalt des Freibades investiert, sagt Guido Neugebauer. Das Freibad könne zwar so, wie es sei, noch viele Jahre betrieben werden, aber eben nur mit erheblichem finanziellen Aufwand.

Jedes Jahr müsse der Beckenkopf saniert werden, ebenso fielen im Leitungsbereich regelmäßig Sanierungen an. Und auch die Gebäude hätten Bedarf. „Wir könnten jedes Jahr von Saison zu Saison sanieren, aber es bleibt ein altes Bad“, so Neugebauer.

Politik in Werther muss Grundsatzentscheidung treffen

Es gebe viele neue Förderprogramme, deren Fristen gewöhnlich relativ kurz gehalten seien. „Wir sollten gut vorbereitet sein, um uns auf diese Programme kurzfristig bewerben zu können“, sagt der Fachbereichsleiter. Unter anderem hat der Bund das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ aufgelegt. 333 Millionen Euro werden bundesweit zur Verfügung gestellt sowie zusätzliche 250 Millionen Euro speziell für die Sanierung von Schwimmstätten.

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Doch bevor sich die Stadt darauf bewerben kann, steht zunächst eine Grundsatzentscheidung an: Soll das Freibad komplett neu gebaut werden, soll nur das Becken erneuert werden oder soll gar nichts gemacht werden? „Alles ist möglich“, sagt Guido Neugebauer, „die Entscheidung muss die Politik treffen.“ Und das sollte möglichst im ersten Halbjahr des gerade begonnenen Jahres passieren, so der Plan der Stadtverwaltung.

Den Auftakt für diese Entscheidungsrunde hatte es bereits am 13. Januar hinter verschlossenen Türen gegeben. Vertreterinnen und Vertreter der Stadtratsfraktionen, des Freibadfördervereins, der Schulen und des Stadtsportverbandes waren zusammengekommen, um sich in erster Linie über die Ist-Situation informieren zu lassen.

Inspiration aus den Werthers Nachbarorten

Die Zusammensetzung des Workshops deute schon darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise die Nutzer des Bades mit in die Entscheidung und gegebenenfalls die Planungen einbezogen werden sollen, so Bürgermeister Veith Lemmen. Sollte man sich tatsächlich für ein neues Bad entscheiden, sei alles möglich, sagte Lemmen. Vom Edelstahlbecken bis zum Naturbad, nannte er zwei Beispiele.

„Es gibt ja gute Beispiele in der Nachbarschaft“, sagte er. Die könne man sich dann ja ansehen. So hat das Freibad in Borgholzhausen ein Edelstahlbecken, während Versmold, Quelle sowie Steinhagen ein Naturbad vorweisen können. Einigkeit, so Lemmen, habe bei dem Workshop schon jetzt in einem Punkt bestanden. Egal, wie die Entscheidung ausfalle, die 50-Meter-Bahnen sollen erhalten bleiben.

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