Newsblog zur Lage im Iran

Friedensnobelpreisträgerin zu weiterer Haft verurteilt

Aktualisiert am 08.02.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 37 Min.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260208-935-1137679Vergrößern des Bildes

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi: Erst vor drei Tagen wurde sie in eine Klinik eingeliefert. (Quelle: Uncredited)

Gegen Narges Mohammadi ist erneut eine Haftstrafe verhängt worden. Der Iran will weiter Uran anreichern – auch im Kriegsfall. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehrjähriger Haft verurteilt worden. Die Menschenrechtsaktivistin habe aus dem Gefängnis in der nordöstlichen Metropole über das Urteil Haft berichtet, schrieb ihr Anwalt Mostafa Nili auf der Plattform X. Von der iranischen Justiz gab es zunächst keine Mitteilung über das Urteil.

Mohammadi sei zu weiteren sechs Jahren Haft wegen Verschwörung sowie zu eineinhalb Jahren Haft wegen propagandistischer Tätigkeit verurteilt worden, berichtete ihr Verteidiger. Als Zusatzstrafe wurde ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt sowie eine Verbannung in die iranische Kleinstadt Chosf. Gegen Mohammadi sind bereits einige mehrjährige Hafturteile ergangen.

Nili schrieb, dass er angesichts ihres Gesundheitszustands die Erwartung habe, dass Mohammadi auf Kaution freigelassen wird. Vor drei Tagen sei sie aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustands in eine Klinik gebracht und anschließend erneut in den Gewahrsam zurückgeführt worden. Mohammadi wurde Anfang Dezember, rund zwei Wochen vor Ausbruch der jüngsten Protestwelle, bei einer Trauerversammlung in der nordöstlichen Millionenstadt Maschhad festgenommen. Zuvor war sie etwa ein Jahr auf Hafturlaub. 2023 wurde sie vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Israels Energieminister Eli Cohen hält ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran für wertlos – und eine militärische Konfrontation mit dem Iran auch dann für möglich. „Ein Abkommen mit dem derzeitigen Regime hat keinen Wert – nur ein Regimewechsel im Iran“, sagte Cohen nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals „ynet“. „Ein Regimewechsel in Teheran liegt im Interesse aller muslimischen Staaten, die den Iran umgeben.“

Cohen stellt klar: „Auch im Falle eines Abkommens gilt: Sollte sich eine Bedrohung gegen Israel entwickeln und wir dazu gezwungen sein, werden wir handeln.“

Iran wird seine Uran-Anreicherung nach den Worten seines Außenministers Abbas Araghtschi nicht aufgeben. „Warum bestehen wir so sehr auf der Anreicherung (von Uran) und weigern uns, darauf zu verzichten, selbst wenn uns ein Krieg aufgezwungen wird? Weil niemand das Recht hat, uns unser Verhalten vorzuschreiben“, sagte Araghtschi am Sonntag auf einem Forum in Teheran, zwei Tage nach neuen Atomgesprächen mit den USA im Oman. Für sein „friedliches Atomprogramm und seine Uran-Anreicherung“ habe der Iran „einen sehr hohen Preis bezahlt“.