Duisburg/Verl. Mit einer bitteren 2:4-Niederlage beim MSV Duisburg in der Spitzenpartie des 23. Spieltages hat der SC Verl die Chance verpasst, wieder die Tabellenführung in der 3. Liga zu übernehmen.

Der Sportclub war vor 20.000 Zuschauern zwar spielerisch deutlich überlegen, scheiterte aber an seiner eklatanten Abschlussschwäche sowie an den eiskalt die Abspielfehler seiner Gäste mit Kontertoren bestrafenden Gastgebern, die als neuer Tabellenzweiter mehr denn je vom Aufstieg in die 2. Bundesliga träumen dürfen. Aber auch die Ostwestfalen sind mit ihren 41 Punkten weiter aussichtsreich in diesem engen Rennen.

Tobias Strobl änderte seine letzte Woche mit 4:0 gegen den VfB Stuttgart II erfolgreiche Elf wie erwartet auf einer Position. Für Marco Wörner spielte Yari Otto nach abgesessener Gelbsperre wieder an. Apropos Sperre: Die Gastgeber mussten ihren Kapitän Alexander Hahn in der Innenenverteidigung ersetzen.

Das erste Tor des Spiels fällt bereits nach 95 Sekunden

Ein Nachteil, Dietmar Hirsch? „Nein, antwortete der Duisburger Trainer. „Für solche Fälle haben wir diesen breiten Kader. Ben Schlicke wird das auch gut machen, wenn wir versuchen, den spielstarken Verlern mit Intensität den Spaß zu nehmen.“

Tatsächlich starteten die Hausherren zielstrebig, zweikampfstark und entschlossen. Nach einem der seltenen Ballverluste von Berkan Taz im (gewollt risikoreichen) Verler Spielaufbau bediente Aljaz Cazar seinen Stürmer Tyger Lobinger, der Philipp Schulze mit einem Schuss von der Strafraumgrenze keine Chance lässt.

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1:0 für den MSV Duisburg nach 95 Sekunden. Ein Schock für die Ostwestfalen? Mitnichten. Timur Garet schickte Alessio Besio über links auf die Reise. Der behielt nach einem kurzen Dribbling die Übersicht, passte quer auf Qaulid Mhamdi und der Rechtsverteidiger erzielte mit einem trockenen Flachschuss das 1:1 nach vier Minuten.

MSV Duisburg nutzt seine drei Torgelegenheiten konsequent

Nach dem explosiven Beginn des Spitzenspiels übernahmen die Gäste mit ihrem bekannten Ballbesitzfußball die Regie und kamen auch zu einem guten halben Dutzend Abschlüssen. Allerdings fehlte den Versuchen der Besio, Waidner, Eze und Taz die letzte Präzision, aber wohl auch Überzeugung. Ganz anders die Gastgeber.

Symalla fing einen schludrigen Pass von Timur Gayret ab und schickte Dennis Barkowski zentral steil. Der ließ Schulze erneut keine Chance – 2:1 (35.). Zwei Chancen, zwei Tore – effizienter geht es nicht? Doch, denn der MSV Dusiburg nutzte auch seine dritte Möglichkeit eiskalt.

Nach einem abgefangenen Verler Angriff hängte Lobinger den Verler Abwehrchef Fynn Otto bei einem Sprint über das halbe Spielfeld ab, ließ Martin Enz ins Leere laufen und netzte aus spitzem Winkel flach ins lange, linke Toreck zum 3:1 (45.) ein.

Sportvorstand Janjic in der Pause noch zuversichtlich

„Wir spielen unseren Fußball. Wir haben unsere Abschlüsse. Bis auf die Abspielfehler machen wir eine gute Partie.“ Verls Sportvorstand Zlatko Janjic gab sich in der Pause zuversichtlich: „Hier geht noch was.“ Doch der nächste Dämpfer kam direkt nach dem Wiederanpfiff. Dieses Mal leistete sich Mhamdi einen Abspielfehler und Patrick Sussek schlug zum 4:1 (47.) zu.

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Es ehrt den SC Verl, dass er trotz des klaren Rückstandes nicht locker ließ und sich weitere gute Möglichkeiten herausspielte. Aber wie die Gäste – Kijewski völlig frei daneben (56.) oder Besio bei seinem Pfostentreffer (65.) – damit umgingen, das wirkte schon fahrlässig, grenzte an Chancenwucher.

Die Konsequenz war eine verdiente Niederlage gegen die in den entscheidenden Statistiken des Fußballs besseren Duisburger: Tore und Zweikämpfe.

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