Der Alte Bahnhof hat noch nicht den Besitzer gewechselt. Die Debatte um den anstehenden Verkauf an ein Investoren-Trio aber läuft auf Hochtouren. Die Solinger hatten laut Stadt die einzige Bewerbung eingereicht. Im Verfahren habe es mit neun Personen oder Unternehmen Kontakt gegeben.

SG Zukunft hatte in einer Mitteilung Zweifel am Vergabeverfahren geäußert. Die Wählergemeinschaft monierte, „dass zwei weitere Interessenten wegen fehlender Beantwortung gestellter Fragen nicht die Möglichkeit hatten, ihr Konzept wettbewerbswirksam einzureichen“.

Zweieinhalb Wochen nach einer Anfrage teilt die Stadt jetzt mit, dass keine Anfragen unbeantwortet geblieben seien: „Sowohl Stadt und SEG als auch das verfahrensbetreuende Büro können das ausschließen.“ Die Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen, kurz SEG, betreut den angestrebten Verkauf von Gebäude und Areal. Die Stadt ist Eigentümerin.

Die Immobilie soll demnach an Mehmet Ates, Berkan Ugurlu und Atilla Parlar gehen, die einen Gastronomie- und Freizeitmix anstreben. Als die Pläne vor rund drei Wochen in der Schalterhalle vorgestellt wurden, meldete sich mit Sam Jordan ein Immobilienentwickler zu Wort. Er habe Interesse an dem Grundstück gehabt, bekannte der Solinger. Die Kommunikation sei aber schleppend verlaufen.

Nachdem SG Zukunft später einen zweiten Interessenten ins Spiel gebracht hatte, teilt die Stadt jetzt mit: „Eine Person hatte sich im Verfahren angemeldet. Im Verfahrensablauf wurden alle Anfragen beantwortet und alle Unterlagen zur Verfügung gestellt.“ Das sei inzwischen geprüft worden.

Ein möglicher zweiter Interessent habe „auf die Veröffentlichung nicht reagiert und sich nicht am Verfahren beteiligt“. Das Verfahren sei nicht angreifbar, weil keine Anfragen unbeantwortet geblieben seien. Die erhobenen Vorwürfe wolle man ausräumen, so die Stadt: „Gespräche zur Aufklärung finden noch statt.“

Wo der Kaufpreis liegen könnte, wollte das Rathaus bislang nicht kommentieren. Die Wählergemeinschaft SG Zukunft hatte deshalb beklagt, die Wertermittlung sei nicht transparent.

Die Stadt betont nun auf Anfrage, dass man davon ausgehe, dass „der Kaufpreis gering sein wird“. Es gebe eine Wertermittlung der Stadt. Eingeflossen seien neben dem Wert des Grundstücks etwa auch „Kosten, die aufgewendet werden müssen, um zum Beispiel Schäden oder Mängel zu beseitigen“.

Man gehe beim Alten Bahnhof davon aus, dass der sogenannte Jedermannswert (Verkehrswert) nicht zu ermitteln sei. In der Schalterhalle hatten städtische Vertreter erklärt, der ehemalige Hauptbahnhof sei aus ihrer Sicht eine Spezial-Immobilie.

Bis zu einem endgültigen Verkauf könnte es noch bis 2027 dauern. Ein Ratsbeschluss sei laut Stadt „gegebenenfalls noch 2026“ möglich.