Die Betreibergesellschaften Pro-Liberis gGmbH und Lenitas gGmbH, die in der Stadt und der Region Karlsruhe über 30 Einrichtungen zur Kindertagesbetreuung und Jugendhilfe betreiben, haben jeweils einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilten die Gesellschaften am 6. Februar in einer Pressemitteilung mit. Am Betreuungs- und Unterstützungsangebot solle sich nichts ändern.

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Kita-Demo auf dem Friedrichsplatz am 27. Mai 2025. (Archivbild)
Foto: Paul Needham
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Kita-Demo auf dem Friedrichsplatz am 27. Mai 2025. (Archivbild)
Foto: Paul Needham
In Karlsruhe gab es bereits zum Ende des Jahres 2025 große Proteste hinsichtlich des Wegfalls des sogenannten Kita-Geschwisterbonus. Hintergrund waren die großen Sparmaßnahmen der Stadt Karlsruhe für den Haushaltsplan 2026 und 2027.
Einrichtungen sichern Betrieb trotz Insolvenzverfahren
Der Betrieb in allen Einrichtungen der beiden Gesellschaften laufe in vollem Umfang weiter. Löhne und Gehälter der rund 600 Mitarbeitenden sei bis Ende März durch Insolvenzgeld gesichert. Ziel der Verfahren sei es, die beiden Gesellschaften und ihre Einrichtungen mit den Möglichkeiten des Insolvenz- und Sanierungsrechts wirtschaftlich wieder auf eine gesunde Basis zu stellen und mit weiterhin hoher Betreuungs- und Unterstützungsqualität für die Zukunft zu sichern.
Wieso musste Insolvenz angemeldet werden?
Als Gründe für die Insolvenz nennen die Gesellschaften:
- die Wachstumsstrategie des Unternehmen und Übernahme mehrerer Kindergärten von öffentlichen Trägern auch auf Wunsch der jeweiligen Gemeinden
- die Preissteigerungen der letzten Jahre unter anderem für Energie und Materialien
Das habe bei nahezu gleichbleibenden Einnahmen zu einer Liquiditätslücke geführt, die die Betreibergesellschaften nicht mehr aus eigener Kraft schließen konnten. „Wir haben bereits damit begonnen, unsere Strukturen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, diesen Weg wollen wir in den nun begonnenen Verfahren weitergehen und Pro-Liberis und Lenitas neu und zukunftsfähig aufstellen“, sagt Geschäftsführer Peer Giemsch.

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Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Stadt Karlsruhe will Fortführung des Kita-Betriebs bestmöglich unterstützen
In Karlsruhe gibt es insgesamt 205 Kitas, in denen rund 11.500 Kinder betreut werden. Die Kitas werden von 46 Trägern geführt.
Auch die Stadt Karlsruhe reagierte bereits auf die Insolvenzanträge. In einer Mitteilung vom 6. Februar sagt sie: „Die Stadt Karlsruhe wird die Fortführung des Kita-Betriebs bestmöglich unterstützen.“ Doch die Stadt selbst kann eine Zahlungsunfähigkeit eines privatwirtschaftlichen Trägers nicht verhindern.

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Foto: Wolf von Dewitz/dpa
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900 Kita-Plätze in Karlsruhe betroffen
Von der Insolvenz der privaten, gemeinnützigen Unternehmen betroffen sind insgesamt rund 1.350 Kita-Betreuungsplätze, davon etwa 900 in Karlsruhe. Lenitas hält neben Kita-Betreuungsplätzen zudem Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe vor, unter anderem eine Jugendwohngemeinschaft, eine Wohngruppe sowie eine Familienwerkstatt.
Ratsuchende Eltern können sich an die Kita-Träger Pro Liberis und Lenitas oder an die Behördennummer 0721 133 3333 (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) wenden.
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Katharina Peifer
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