Auch mit 90 Jahren sind Nonna (dt. „Oma“) Angela Matarreses Hände immer noch kräftig. Das liegt an ihrer lebenslangen Leidenschaft für die berühmtesten Teigwaren ihrer Heimat Italien: Pasta. Seit 85 Jahren macht sie Nudeln in Handarbeit: „Ich war fünf Jahre alt, als ich damit angefangen habe. Eine alte Frau hat mir gezeigt, wie man mit Mehl arbeitet.“ 

Hände einer alten Frau, die in einer Schüssel einen Teig kneten. Die Muskelkraft fürs Teigkneten hat Angela Matarrese sich bewahrtBild: Lilli Förter/dpa/picture alliance

Heute ist Angela Matarrese mit 90 Jahren selbst eine alte Frau, aber untätig herumsitzen ist ihre Sache nicht. Fast ihr ganzes Leben hat sie in einer Küche gestanden und gearbeitet.

Aus dem italienischen Dorf nach Berlin

In jüngeren Jahren hat Angela Matarrese eine Pizzeria in ihrer italienischen Heimat, der Region Basilikata, betrieben, gemeinsam mit ihrem Ehemann. Nachdem er in den 1980er-Jahren gestorben war, holte ihr Sohn Pino Bianco sie schließlich nach Berlin. Auf die Kochkünste seiner Mutter wollte er in seiner Trattoria a‘ Muntagnola im Stadtteil Schöneberg nicht verzichten. Für sie war der Umzug in die Millionenstadt allerdings eine große Umstellung: „Ich kam aus einem Dorf, in dem noch nicht einmal Züge hielten!“

Das ist lange her, längst ist die Trattoria ihr Lebensmittelpunkt geworden: „Ich habe mich mit Leib und Seele diesem Restaurant verschrieben, und auch heute noch, in meinem Alter, bin ich immer noch dabei, alles zu kontrollieren, immer zu arbeiten.“

Ausgezeichnete Handarbeit

Mehrere Kilo Pasta sind es, die sie an einem Tag knetet. Natürlich könnten Maschinen diese Arbeit übernehmen, aber davon hält Angela Matarrese gar nichts: „Wenn man von Hand arbeitet, weiß man sofort, ob es fertig ist oder nicht, und man überträgt seine Gefühle, seine Persönlichkeit auf die Pasta. Ich gebe dem Teig meine ganze Liebe.“ Das schmecken ihre Gäste offenbar auch: Im vergangenen November zeichnete die Jury der Berliner „True Italian Awards 2025“ Angela Matarrese und ihren Sohn Pino mit dem Karrierepreis aus. 

Ein Aufhören kommt für „Nonna Angela“ nicht infrage: „Zu Hause langweile ich mich. Ich muss etwas tun. Aber ich habe Glück, dass ich mit neunzig Jahren noch diesen Elan habe!“