Düsseldorf (cch/hal) Kamelle vom Zoch gehören zu Karneval wie bunte Kostüme, Tanzgarden und Altbier. Doch gerade für kleinere Veedelszüge wird das Einkaufen der Süßigkeiten und anderen Wurfmaterialien zur Herausforderung: Ohne Großsponsoren im Rücken machen sich die Preissteigerungen der letzten Jahre immer stärker bemerkbar.

„Gerade nach Corona gingen die Preise steil bergauf“, sagt Stefan Jacobi, der den Veedelszoch in Eller organisiert. „Wir befinden uns bisher aber noch nicht in einer kritischen Lage und können die übliche Menge noch einkaufen.“

Anders sieht es bei weiteren Wurfmaterialien, wie Seifen, Taschentüchern oder Schwämmen aus. Die wurden in der Vergangenheit von mittelständischen ortsansässigen Unternehmen gespendet und waren eigentlich immer beliebt, so Jacobi. In den letzten zehn bis 15 Jahren sei das dann stark zurückgegangen, da auch die Unternehmen mit steigenden Ausgaben zu kämpfen hatten.

Viele Spenden kämen nun von den Mitgliedern des Veedelszoch Eller. „Da sind wir noch gesegnet“, so Jacobi, „aber es wird nicht einfacher.“

Die steigenden Preise sind auch Ulrike Hora, Vorsitzende des Bürgervereins Mörsenbroich, aufgefallen. Sie organisiert den Veedelszoch durch Mörsenbroich und Rath am Karnevalssonntag. In diesem Jahr kann der Verein die Preissteigerung aber ausgleichen, weil er Fördermittel für die Bezahlung der Musikkapellen erhalten hat. „So fließen die Spenden, die wir sammeln, zu 100 Prozent in das Wurfmaterial. Dafür geben wir zwischen 700 und 800 Euro aus“, sagt Hora. Ergänzt werden die Kamelle, Traubenzucker und Gummitiere zudem noch durch Sachspenden – in diesem Jahr viele Schlüsselbänder und Käppis. Das Material erhalten vor allem Gruppen mit vielen Kindern. „Wenn das Wurfmaterial nicht bis zum Ende reicht, hat das noch nichts mit der vorhandenen Menge zu tun, sondern weil die Kinder anfangs zu euphorisch loswerfen“, so Hora.