Stand: 09.02.2026 15:09 Uhr

Herbert Grönemeyer hat in Hannover den Auftakt zur zweiten Hälfte seiner „mittendrin-akustisch“-Konzertreihe gemacht. Im Februar tourt er damit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz – am Dienstag ist er in Hamburg zu erleben.

von Svenja Estner

Das Konzert in Hannover ist an diesem Abend ausverkauft. Um die runde Bühne in der Mitte der ZAG-Arena drängeln sich aufgeregt die Fans. Dann schreitet der Sänger aus dem Ruhrpott durch die Zuschauermenge auf die Bühne. Er ist lässig gekleidet: braunes Hemd, grüne Cargohose, weiße Sneaker – aber voller Elan. Nach einer kurzen Einstimmung des Publikums mit einem A-cappella-Stück zusammen mit dem Ensemble „Grenzenlos“ legt er direkt mit „Bochum“ los.

Nach diesem Kaltstart erzählt Grönemeyer, seine Crew habe ihm vor dem Auftritt noch gesagt, er solle es langsam angehen, steigern könne er sich dann immer noch. „Aber ich bin nun mal ein Rennpferd, das auf die Bühne stürmen und loslegen will“, sagt Grönemeyer. Gesagt, getan: Beim Lied „Alkohol“ stellt sich der Sänger auf die Absperrungen, hinter denen das Publikum steht, klatscht Hände ab, lässt sich feiern und sagt: „Ich singe für mein Leben gern.“

Saxofon und Trommeln statt E-Gitarre

Besonders macht dieses unplugged Konzert, dass Lieder teilweise anders arrangiert werden mussten. Denn wenn E-Gitarren und Bläser-Samples wegfallen, muss Ersatz her. Im Song „Mambo“ nimmt ein Saxofon die Hauptrolle ein, den Rhythmus bestreiten ein Schlagzeuger und ein Perkussionist mit Trommeln, Schellen, Rasseln und allem, was klingt und klappert. Da kommt gleich viel mehr Leben ins Stück.

Für Songs wie „Neuer Tag“ wurde extra ein Arrangement für ein Streichquartett geschrieben – himmlisch. „Der Weg“ startet erst zerbrechlich mit Grönemeyers Solo-Piano und wird mit Einsetzen der Streicher herzzerreißend. Herbert Grönemeyer und unplugged, das passt perfekt zusammen.

Herbert Grönemeyer breitet die Arme auf der Bühne aus

Hannover ist stimmgewaltig und textsicher – „Herbie“ schwärmt

Vollkommen überrascht ist Herbert Grönemeyer von der Stimmgewalt des Publikums. Nach dem Song „Demo“ sagt er: „Wir haben das Lied schon oft gehört, aber so habe ich ein Publikum noch nie singen gehört.“ Auch bei „Alkohol“, „Mensch“ oder „Zeit, dass sich was dreht“ schaut Grönemeyer triumphierend in die Menge, reckt den Daumen nach oben. Immer wieder bedankt er sich beim Publikum „für diesen schönen Abend“.

Herbert Grönemeyer nutzt die große Bühne auch für die drängenden Themen der Zeit. „Kein Millimeter nach rechts“, sagt er. Aber auch für Späße ist Platz. Laut Grönemeyer hatte der Stadtrat von Hannover einmal überlegt die ZAG-Arena nach ihm zu benennen und sich dann dagegen entschieden. Nach diesem Konzert überlege er, ob er es doch nochmal beim Stadtrat mit dieser Idee wagen solle, so Grönemeyer. Der nächste Tour-Stopp für den Sänger ist Berlin. Mal sehen, ob das Publikum dort genauso textsicher ist, wie jenes in Hannover.

Herbert Grönemeyer während einer PRessekonferenz

Der Podcast Urban Pop widmet sich dem Musiker, der am Dienstag in Hamburg auf seiner „Mittendrin Akustisch“-Tour zu erleben ist.

Herbert Grönemeyer mit schwarzer Brille

Unplugged, aber nicht leise: Herbert Grönemeyer ist mit Band, Chor und Orchester unterwegs – am 10. Februar in Hamburg.

Eine Zeichnung von Herbert Grönemeyer jung

Herbert Grönemeyer berührt mit seiner Musik die Menschen seit mehr als vier Jahrzehnten.

Eine Zeichnung von Herbert Grönemeyer

Seine Lieder sind der deutsche Soundtrack dieser Zeit, sie drücken persönliche Empfindungen wie auch den Zeitgeist aus.

Der Sänger Herbert Grönemeyer ist zu Gast in der NDR Talk Show.

Am 27. Mai 2027 wird Grönemeyer seine Tour durch Deutschland und Österreich beginnen. Auch in Hamburg ist ein Konzert geplant.

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