DruckenTeilen
Auch mit Plakaten geben die Aktivisten ihren Unmut kund. © red
Die Gruppe „Krokodil gegen Hessen Mobil“ protestiert gegen den B49-Ausbau. Sie fordern stattdessen den Wiederaufbau alter Bahnstrecken.
Kreis Gießen – Am gestrigen Montag besetzten einige Aktivisten der Gruppe „Krokodil gegen Hessen Mobil“ die Büros der Hessen-Mobil-Außenstelle in Schotten. Diese ist zuständig für die Planung und Umsetzung der umstrittenen B49 zwischen Lindenstruth und Reiskirchen.
Die Aktivisten kritisieren dieses Projekt als überflüssig. Parallel zur A5 sei keine weitere Straße notwendig, schon gar nicht auf Kosten von Ackerflächen und Eidechsen-Biotopen. Mit der Aktion solidarisieren sich die Aktiven mit der Baumbesetzung auf der geplanten B49-Trasse in Reiskirchen.
„Wir haben heute diese Außenstelle von Hessen Mobil besetzt, weil wir nicht einfach den zerstörerischen Plänen zuschauen wollen. Wir können nicht weiter den Glauben verbreiten, dass mit der richtigen kapitalistischen Taktik alles gut wird. Neue Straßen erzeugen mehr Verkehr und wenn Projekte wie die B49 in diesen Zeiten noch umgesetzt werden sollen, dann ist der einzige Leitfaden, der gilt: Macht kaputt, was euch kaputt macht!“, so Tara Novac (20).
Auf einem Banner, das aus den Fenstern der Räumlichkeiten von Hessen Mobil hängt, fordern die Aktivisten zudem den Wiederaufbau alter Bahnstrecken, wie beispielsweise die Bahnstrecke zwischen Nidda und Schotten, die Überwindung des sogenannten Autozwangs und einen kostenlosen ÖPNV. „Gerade wir in Schotten verstehen es, keine wirkliche Alternative zum Auto zu haben. Anstatt Geld in den Ausbau des ÖPNV zu stecken, soll alles für neue Straßen verwendet werden. Dabei wird aber völlig ignoriert, dass es auch Menschen gibt, die viel lieber komplett auf den ÖPNV umsteigen wollen. Hessen Mobil asphaltiert uns im wahrsten Sinne des Wortes fest auf eine zerstörerische Mobilität“, erklärt Maxim Preis (21).
Die Aktivisten laden alle Menschen ein, selbst Aktionen und Proteste gegen Straßenbau und die B49 zu organisieren, heißt es in der Presseemitteilung.
„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Hessen Mobil zur Wehr zu setzen. Menschen können Versammlungen anmelden und legal protestieren, Orte und Büros besetzen oder Baustellen sabotieren. Protest ist bunt und vielfältig und genauso wirksam.“