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Forschern ist eine aufsehen-erregende Entdeckung gelungen. Sie filmten ein riesiges Meerestier. Auch abseits der seltenen Sichtung, war die Expedition aufschlussreich.
Buenos Aires – Es klingt wie aus einem Grusel-Film: Ein riesiges Monster lauert unter der Meeresoberfläche. Dass solche Tiere tatsächlich existieren, ist schon länger bekannt. Jetzt haben Forscher aber sogar ein Video einer gigantischen Tiefsee-Kreatur machen können.
Ein Blick auf das Forschungsschiff „Falkor“. © Misha Vallejo Prut / Schmidt Ocean Institute
Während einer umfangreichen wissenschaftlichen Expedition auf dem Forschungsschiff „Falkor“ des Schmidt Ocean Institutes entlang der argentinischen Küste machten Forscher eine bemerkenswerte Entdeckung in der Tiefsee: Unter den vielen Funden dokumentierten sie eine seltene Phantomqualle, auch bekannt als Riesenqualle (Stygiomedusa gigantea).
Forscher filmen gigantisches Meeres-Tier in „Größe eines Schulbusses“
Diese außergewöhnliche Qualle wurde in einer Tiefe von 250 Metern beobachtet. Sie ist für ihre beeindruckende Größe bekannt: Ihr Schirm kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen, während ihre vier Arme eine Länge von bis zu 10 Metern erreichen können. Sie haben keine Nesselzellen. Vielmehr nutzen sie ihre Arme, um Beute – wie Plankton oder kleine Fische – zu fangen.
Den Wissenschaftlern gelang es sogar ein Video der riesigen Qualle von der „Größe eines Schulbusses“ zu machen, teilte das verantwortliche Schmidt Ocean Institute mit und veröffentlichte Fotos des Tieres.
Blick auf die gigantische Tiefsee-Qualle. © ROV SuBastian / Schmidt Ocean Institute
Bei der Fahrt von Buenos Aires bis Feuerland entdeckten die Forscher zudem mehrere Korallenriffe sowie vermutlich 28 neue Arten, darunter Würmer, Schnecken und Seeanemonen. Daneben fanden sie auch eine große Menge Müll wie Fischernetze, Plastiktüten und eine VHS-Kassette mit koranischer Beschriftung in nahezu makellosen Zustand. Das zeige, wie lange Kunststoffe die Meere belasten, hieß es in der Mitteilung der Wissenschaftler.
Über das Schmidt Ocean Institute:
Bei dem Schmidt Ocean Institute handelt es sich um eine private und gemeinnützige Stiftung. Das Ziel ist es mittels Erforschung der Ozeane ein besseres Verständnis zu erzeugen und so zum Erhalt des Lebens und der Gesundheit des Planeten beizutragen, wie es auf der eigenen Webseite heißt. Das Institute wurde 2009 gegründet und hat sienen Hauptsitz in Palo Alto in Kalifornien.
„Wir haben eine beispiellose Zahl chemischer, physikalischer und biologischer Proben gesammelt, die dazu dienen werden, die Zusammenhänge in unseren Gewässern zu verstehen“, sagte Melisa Fernández Severini vom argentinischen Institut für Ozeanographie. „Diese Proben bieten eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur zu verstehen, wie außergewöhnlich diese extremen Ökosysteme sind, sondern auch, wie gefährdet sie sein können.“
Wie nützlich solche Forschung sein kann, zeigt ein anderer Fall: Erst kürzlich lösten chinesische Forscher ein uraltes Rätsel um unsere Ozeane. (Verwendete Quellen: Mitteilung Schmidt Ocean Institute, dpa)