1. In Dresden geboren

Am 9. Februar 1932 kam Gerhard Richter in Dresden zur Welt. Mit seinen Eltern zog er 1936 aus der kulturellen Metropole ins ländliche Reichenau in der Oberlausitz – eine Stadt, die heute in Polen liegt. Dort wurde im November desselben Jahres das zweite Kind der Familie geboren, Richters Schwester Gisela.

2. Erstmal an der Kunsthochschule abgelehnt

Als Student fand Gerhard Richter seinen Weg zurück nach Dresden. Für seinen Plan, Kunst zu studieren, brauchte er jedoch zwei Anläufe. Bei seiner ersten Bewerbung an der Hochschule für bildende Künste für das Wintersemester 1950/51 wurde seine Mappe abgelehnt. Erst die zweite Bewerbung war erfolgreich. Zum Wintersemester 1951/52 begann Richter sein Studium mit dem Berufsziel: Maler.

3. Diplom als Wandmaler

Nach seinem Grundstudium spezialisierte sich Richter auf Wandmalerei. Er war Teil der neu eingerichteten Klasse von Professor Heinz Lohmar. Bei der Wandmalerei erhoffte er sich unter anderem eine größere gestalterische Freiheit, um sich so der politischen Doktrin des Sozialistischen Realismus entziehen zu können. Gerhard Richter, der sich damals noch Gerd nannte, schloss sein Studium als Diplom-Wandmaler ab.

4. Verborgenes Wandbild im Dresdner Hygiene-Museum

Im Dresdner Hygiene-Museum schuf Gerhard Richter 1956 das Wandbild „Lebensfreude“. Es war Teil seiner Diplomarbeit, die er mit der Note „Sehr gut“ abschloss. Auf dem mehr als 60 Quadratmeter großen Bild sind – grob gesagt – verschiedene fröhliche Menschengruppen im Sozialismus zu sehen. Oder besser gesagt: Waren zu sehen, denn es wurde nach Richters Flucht in den Westen in den 60er-Jahren übermalt.

Als es in den 90er-Jahren freigelegt werden sollte, verhinderte der Maler das. Richter bezeichnete das Bild als „Jugendsünde“ und erklärte: „Ist doch Blödsinn, die Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle wie eine Reliquie zu behandeln. Bitte lasst es so zugepinselt, wie es ist.“ Nun durfte das Hygiene-Museum das Bild doch zum Vorschein bringen.