Schreien, schlagen, verweigern – normalerweise Dinge, die ein Oberarzt auf seiner Station nicht erleben will. Simon Kurzhals erlebt das aber immer wieder, denn er ist leitender Oberarzt einer geschützten allgemeinpsychiatrischen Akutstation bei den Evang. Kliniken Essen-Mitte. Im Podcast erzählt er aus seinem Arbeitsalltag und dass es ohne Zwangsmaßnahmen manchmal nicht geht. Und wie man mit traumatisierten, depressiven oder schizophrenen Menschen umgeht und ihnen helfen kann. Wir klären die Frage, ob es sowas gibt wie „Erste-Hilfe-Maßnahmen“, denn Herzmassage oder stabile Seitenlage helfen bei einem Menschen mit Wahnvorstellungen oder Ängsten nicht – aber was kann ich als Mitmensch überhaupt tun und wie gefährlich kann das sein? In einem ersten Schritt muss man aber erstmal erkennen, dass eine Person Hilfe braucht – das ist nicht immer ganz einfach, erklärt der Oberarzt Simon Kurzhals:
„Steht leider nicht dran. Also es winkt keiner mit dem Pfahl und sagt, jetzt wird es ernst. Wobei eigentlich die Gesellschaft draußen hat ein relativ gutes (auch Menschen, die sich draußen aufhalten, in Gemeinschaften auch unterwegs sind, haben ein relativ gutes) Gespür dafür, dass bestimmte Verhaltensweisen dann doch eben ja so vielleicht auch als störend empfunden werden oder auch als bedrohlich empfunden werden. Dass man zumindest einmal sich überlegen sollte, ist das etwas, was vielleicht im Rahmen einer psychischen Erkrankung da ist?“