Kaum zu halten war die Freude in Friedrichroda, als Rodel-Weltmeister Max Langenhan die Ziellinie überquerte. Sein Olympiasieg im Einsitzer löste einen wahren Begeisterungssturm in seiner thüringischen Heimatstadt aus. Über 100 Einwohner verfolgten gemeinsam die Live-Übertragung des Rennens aus Cortina d’Ampezzo in der Begegnungsstätte der Stadt.
Mit diesem Triumph sicherte sich Langenhan die erste deutsche Goldmedaille bei den diesjährigen Winterspielen. Es war zudem ein perfektes vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Am 21. Februar feiert er seinen 27. Geburtstag, kurz vor dem Ende der Spiele. Seine Eltern und vier Geschwister waren nicht vor Ort, sie begleiteten ihn nach Italien, zusammen mit einer großen Fangemeinde. Dann wird Langenhan plötzlich emotional.
Voigt: Ein Meilenstein für Thüringens Sport
Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) fand lobende Worte für Langenhans Leistung. Laut Mitteilung der Staatskanzlei nannte er den Wettkampf „sagenhaft“. Der Start-Ziel-Sieg mit vier Bahnrekorden sei ein großer Tag für die Sportgeschichte des Freistaats. Die Rodler des BRC 05 Friedrichroda zeigten damit, dass Thüringen im Rennrodel-Sport Maßstäbe setzt.
Langenhan sorgte für Lacher bei Olympia-Eröffnung
Schon bei der Eröffnung der Winterspiele zog Rodel-Weltmeister Langenhan die Aufmerksamkeit auf sich. In einem Video auf Instagram präsentierte er das offizielle Olympia-Outfit des deutschen Teams. Den Poncho verglich er humorvoll mit einem „Fledermauskostüm“. Mit Blick auf den Fischerhut als offizielle Kopfbedeckung fragte er scherzhaft nach einer Angel, um am Bach Eisfischen zu gehen.
Plötzlich wird Langenhan emotional
Auch zwei Stunden nach seiner Schussfahrt zu Gold in Cortina d’Ampezzo standen Langenhan noch die Tränen in die Augen. „Am liebsten würde ich die Medaille in 1000 kleine Stückchen zerteilen“, so der Athlet aus Thüringen. Doch vor allem denkt er da an eine Person: An seinen „viel zu früh verstorbenen“ Sportgymnasiallehrer Uwe Lehmann. Dieser war an einem Kletterunfall verstorben. Mit feuchten Augen widmet ihm Langenhan seine Goldmedaille: „Uwe, der freut sich einfach an einer anderen Stelle.“ Auch sonst gebe es „so viele Leute, die einen Anteil daran haben, die in Thüringen die Weichen für mich gestellt haben.“
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Übrigens ist die Medaillenjagd ist für den Weltmeister aus dem Freistaat noch nicht vorbei: Am Donnerstag (12. Februar) greift er mit der Teamstaffel wieder nach Edelmetall.
Auch Biathleten aus Thüringen erfolgreich
Die Wintersportfans in Thüringen hatten bereits zuvor Grund zur Freude. Wenige Stunden vor Langenhans Triumph gewann das deutsche Mixed-Staffel-Quartett im Biathlon eine Bronzemedaille. Mit dabei waren zwei Athleten mit starkem Bezug zu Thüringen. Vanessa Voigt trainiert beim WSV Brotterode. Justus Strelow, obwohl aus Sachsen stammend, lebt und trainiert laut Staatskanzlei ebenfalls in Thüringen.