Die Polizei und das Ordnungsamt werden an den Karnevalstagen mit Tausenden Einsatzkräften in Düsseldorf unterwegs sein, um für Sicherheit zu sorgen. 200 städtische Ordnungskräfte werden Verstöße gegen das Wildpinkeln und den Jugendschutz kontrollieren. Die Polizei kommuniziert wie üblich keine exakten Zahlen zur Personalstärke. Nur so viel: Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten sollen von Altweiber bis Rosenmontag im Einsatz sein – in Uniform und in Zivil.
„Für die Polizei ist Karneval Großkampftag“, sagt Polizeidirektor Oliver Strudthoff. „Wir sind auf alles vorbereitet und hoffen, dass nur ein kleiner Teil davon eintritt.“ Die Einsatzkräfte würden beim Straßenkarneval zwischen denen unterscheiden, die friedlich in Düsseldorf feiern möchten, und den Störern, so Strudthoff. „Gegen die Krawallmacher werden wir konsequent vorgehen.“ Die friedlich Feiernden sollten aber keine Hemmungen haben, die uniformierten Einsatzkräfte anzusprechen und um Hilfe zu bitten, wenn es nötig sei.
Tilly und Demos am Wochenende
Die Düsseldorfer Polizei habe diese Situation im Blick, heißt es dazu. Die Beamtinnen und Beamten stünden dazu im ständigen Austausch mit anderen Sicherheitsbehörden. Angaben zu konkreten Schutzmaßnahmen einzelner Personen oder Institutionen mache die Polizei nicht. „Kommunizierte Sicherheit ist keine Sicherheit“, so das Credo.
Kleinere Veränderungen gebe es auch bei den Straßensperren, sagte Ordnungsdezernent Christian Zaum. So habe man Erkenntnisse vom Weihnachtsmarkt auf Karneval übertragen und werde zusätzlich auch am Kay-und-Lore-Lorentz-Platz sowie am Bolker Stern absperren.
Waffen- und Glasverbotszonen
Weiberfastnacht (12. Februar) ist erfahrungsgemäß der einsatzreichste Tag für Polizei und Ordnungsamt. An Karnevalssamstag und -sonntag spiele sich das Treiben vermehrt in den Stadtteilen ab. Der Kinder- und Jugendumzug sowie das Kö-Treiben in der Innenstadt seien „absolut unproblematische“ Veranstaltungen, so Nadine Polzin, Leiterin der Vorbereitungsgruppe für Karneval bei der Polizei. Rosenmontag verlaufe meist durchweg friedlich, sei aber eine logistische Herausforderung aufgrund der vielen Straßensperren.
Die Vorbereitungsgruppe Karneval umfasst 15 Polizeikräfte, die bereits seit Monaten den Einsatz an den tollen Tagen planen. Sie führen Vorgespräche mit den Veranstaltern, dem Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), holen Genehmigungen ein und ordern von anderen Dienststellen Personal zur Unterstützung. Für das ganze Polizeipräsidium Düsseldorf gilt an den Karnevalstagen eine Urlaubssperre und auch Auszubildende werden am Zugweg eingesetzt, sagt Polzin. „Wir haben alles auf der Straße, was die Polizei zu bieten hat.“
Ein wichtiges Instrument sei die mobile Videoüberwachung, etwa am Corneliusplatz oder am Alten Hafen, wo sich oftmals viele Jugendliche aufhalten und feiern. Auch Drohnen werden über Düsseldorf fliegen. Mithilfe dieser Aufnahmen kann die Polizei kritische Personendichten, Engstellen und Staus erkennen, etwa in Altstadt-Gassen oder auf Plätzen. Um solche Situationen aufzulösen, werden die Zugänge gesperrt oder Wege zu Einbahnstraßen erklärt. So lässt sich verhindern, dass sich Menschenmassen entgegenkommen und stecken bleiben, so die Leiterin des Bezirksdienstes Mitte.
An den Karnevalstagen richtet die Polizei zudem eine Stelle ein, die sich um die Menschen kümmert, die in Gewahrsam kommen. Das können hilflose Personen sein, Straftäter und Randalierer, die ihren Platzverweis nicht einhalten. Dort werden Blutproben genommen, Anzeigen gefertigt und Angehörige kontaktiert, so Nadine Polzin.
Ein weiterer Fokus liege auf Verkehrskontrollen in ganz Düsseldorf. Denn wer feuchtfröhlich Karneval gefeiert hat, sollte nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren. Die Polizei werde „an allen Einfahrts- und Ausfahrtsstraßen der Stadt“ stehen, kündigt Polzin an.