Hier war immer jede Menge los. Auf dem Bolzplatz im Bereich Lange Brücke/Stationsgarten wurde gerade bei schönem Wetter begeistert gekickt. Für die vielen Kinder und Jugendlichen im Vohwinkeler Westen ist die Fläche eigentlich ein beliebter Treffpunkt. Doch schon länger bleibt der Bolzplatz gesperrt. Ein Schild weist auf Schäden beim Kunstrasen und eine damit verbundene Unfallgefahr hin. Nur der angrenzende Spielplatz ist noch nutzbar. Für die jungen Menschen im Quartier ist die Sperrung bitter, zumal es noch keinen Zeitplan für eine Sanierung gibt. Auch der Bezirksjugendrat im Stadtteil hat das bereits bemängelt. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel wurden von der Verwaltung die Hintergründe erläutert.
„Eigentlich müsste der Platz umfassend saniert werden, da die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist“, berichtet Christiane Hainski, zuständig für Spielplatzplanung im Ressort Kinder, Jugend und Familie. Eine komplette Neugestaltung sei allerdings finanziell aufwendig. Dafür stünden derzeit keine Gelder zur Verfügung. Übergangsweise werde über eine provisorische Lösung in Form einer Reparatur des Kunstrasens nachgedacht. Diese würde rund 10 000 Euro kosten. „Allerdings könnte der geplante Neubau der Schwebebahnwagenhalle den Bereich des Bolzplatzes betreffen“, erläutert Hainski. Möglicherweise müsse hier das Materiallager für das Großprojekt angelegt werden. Vor diesem Hintergrund stehe die Zusage für die Mittel zur Reparatur seitens der Kämmerei noch aus. Erst wenn die Finanzierung stehe, könne ein Zeitplan erstellt werden.
Die Bezirksvertretung wünscht sich möglichst schnelle Fortschritte. „Der Bolzplatz an der Langen Brücke ist für das Quartier am Stationsgarten von enormer Bedeutung“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Hobusch. Die Vohwinkeler Sozialdemokraten fordern daher eine schnelle Reparatur der aktuellen Schäden und eine zügige Freigabe. Zu der geplanten Zwischennutzung als Baulager während der Sanierung der Schwebebahnwerkstatt müssten aus Sicht der SPD dringend Alternativen gefunden werden. Diesbezüglich berichtete die Stadt in der Sitzung der Bezirksvertretung von regelmäßigen Gesprächen zwischen den WSW und dem Ressort Kinder, Jugend und Familie. „Wir fordern mehr Tempo bei der Suche nach Alternativen, die bisherigen Berichte der Verwaltung waren hier wenig konkret. Eine langjährige Sperrung des Bolzplatzes am Stationsgarten wäre für das Quartier eine Katastrophe“, sagt Hobusch. Er verweist darauf, dass mit dem Bolzplatz an der Grotenbecker Straße eine weitere stark genutzte Spielfläche gesperrt sei. „Wir werden uns in den Haushaltsverhandlungen dafür stark machen, dass die Plätze schnell repariert werden. Wir sind auch bereit, uns mit Mitteln der Bezirksvertretung zu beteiligen“, so Hobusch.
Ähnlich sieht es die CDU-Fraktion. „Wir sind besorgt über die Entwicklung in unserem Stadtteil. Mit dem Bolzplatz an der Grotenbecker Straße und dem am Stationsgarten fallen langfristig zwei zentrale Treffpunkte für Kinder und Jugendliche weg. Orte der Bewegung, des Austausches und der Integration fehlen alternativlos“, sagt Fraktionssprecher Stephan Terhorst. Das dürfe trotz des anstehenden Neubaus der Schwebebahnwagenhalle an der Langen Brücke und den damit verbundenen Herausforderungen nicht sein. „Wir wissen, dass die Stadtwerke den Platz für den Umbau der Wagenhalle benötigen. Der Neubau ist auch dringend notwendig. Aber das wiederum darf nicht zulasten der Jüngsten unserer Gesellschaft gehen“, so der stellvertretende Bezirksbürgermeister Henrik Gurke.
Die Vohwinkeler Politik hat alle Akteure, die mit dem Umbau des Areals zu tun haben, in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung eingeladen und bittet um konstruktive Vorschläge. „Die Situation ist äußerst bedauerlich. Es ist wichtig, dass hier schnell eine Lösung im Sinne der Kinder und Jugendlichen gefunden werden kann“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Schäfer.