Mehr als 40 Konten

Deutsche Bank räumt Fehler im Epstein-Fall ein

10.02.2026 – 09:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Deutsche Bank in Frankfurt am MainVergrößern des Bildes

Wolken spiegeln sich in der Glasfassade der Zwillingstürme der Zentrale der Deutschen Bank. (zu dpa: „Deutsche Bank räumt Fehler im Umgang mit Epstein ein“) (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa-bilder)

Mehr als 40 Konten soll der tote Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bei der Deutschen Bank gahabt haben. Deutschlands größte Bank reagiert.

Die Deutsche Bank hat angesichts neuer Enthüllungen ihre Geschäftsbeziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut als Fehler bezeichnet. Ein Sprecher des Geldhauses in Frankfurt sagte: „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben.“

Nach Angaben der Deutschen Bank wurde Epstein im August 2013 Kunde des Instituts. Im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein.

In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte. Er verwahrte dort einen Großteil seines Vermögens.

Der Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding fordert von der Deutschen Bank die Offenlegung der Epstein-Geschäftsunterlagen. Die Bild-Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Die Vorlage dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden.“

Die Deutsche Bank gab an, direkt nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten zu haben. „Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher des Dax-Konzerns.

Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“. Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt.“

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing äußerte sich im Juli 2020 in einem CNBC-Interview zum Fall Epstein. Die Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „auch personelle Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des US-TV-Senders.