Bei dem zwölfjährigen Tatverdächtigen im Fall Yosef aus Dormagen handelt es sich um einen Mitschüler des Opfers. Ein entsprechendes Informationsschreiben wurde am Montag von der Leitung der Realschule Hackenbroich an alle Eltern der Schule versandt.
Darin heißt es, dass die Schule aufgrund des noch laufenden Ermittlungsverfahrens keine weiteren Auskünfte geben darf. Die Schulgemeinschaft werde aber weiter durch den schulpsychologischen Dienst und die Notfallseelsorge betreut. Außerdem seien sowohl die Schulaufsicht als auch die Schulverwaltung und das Jugendamt der Stadt Dormagen beteiligt. Bürgermeister Erik Lierenfeld sagte unserer Redaktion, der Tatverdächtige sei aktuell in Obhut des Jugendamtes, „aber nicht in Dormagen vor Ort“.
Der Polizei sei natürlich sehr schnell bekannt gewesen, dass es sich bei dem Tatverdächtigen ebenfalls um einen Schüler der Realschule handelt, sagte Polizeisprecherin Claudia Suthor. Wann genau die Schule über diesen Sachverhalt informiert worden ist, konnte sie allerdings nicht sagen.
Mittlerweile seien diverse Ministerien, die Bezirksregierung, das Schulverwaltungsamt, aber auch städtische Stellen involviert, die an dem Brief gearbeitet hätten, sagte Bürgermeister Lierenfeld. Die Zusammenarbeit sei reibungslos abgelaufen. Er selbst stehe mit den Stellen im persönlichen Austausch.
„Eine wichtige Aufgabe ist jetzt auch die sichere Organisation von Kommunikation“, betonte der Bürgermeister. Besonders um weiter eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Schule zu ermöglichen. Denn eines ist klar: Informationen sickern in solchen Fällen immer durch. Es ergebe sich irgendwann eine „gewisse Notwendigkeit“, Informationen zu kommunizieren, sagte er. Aus diesem Grund habe er sich am Montagabend auch mit den Fraktionsvorsitzenden getroffen: „Ich habe sie über den aktuellen Sachstand informiert.“ Dort war es ihm ein Anliegen, zu erklären, wie die Stadt aktuell in den Fall involviert ist. Denn man sei natürlich für die Opferfamilie als Einwohner Dormagens verantwortlich, als städtisches Jugendamt zeitgleich aber auch für den tatverdächtigen zwölfjährigen Jungen. Städtische Aufgaben seien aktuell auch die Medienarbeit, die Organisation der Trauerfeier, und auch die Schule falle in den Aufgabenbereich der Stadt.
Yosefs Leiche war Ende Januar von Spaziergängern am Waldsee in Hackenbroich gefunden worden. Staatsanwaltschaft und Stadt hatten wenig später eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Erfassung und Verurteilung des Täters führen. Die Anteilnahme an dem Schicksal des Jungen war in Dormagen, aber auch überregional riesig.