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Frankfurt/Main – Bei seiner Eröffnung war es nach Anzahl der Zimmer gemessen das größte Hotel Deutschlands, und es blieb fast 60 Jahre lang eine der wichtigsten Adressen in Frankfurt. Seit 2021 ist das ehemalige Fünf-Sterne-Hotel InterContinental nur noch eine leere Hülle. Das Hochhaus ist verwaist, Möbel und Geschirr wurden im Internet verkauft. Doch jetzt soll das einstige Luxushotel zu neuem Leben erwachen.

Laut FAZ plant der Eigentümer, das Immobilienunternehmen Aroundtown, eine umfassende Sanierung. Ziel: Innerhalb der nächsten zwei Jahre solle das traditionsreiche Haus wiedereröffnen. Wer das Hotel betreiben soll, sei bislang unklar.

Welche Rolle das Hotel früher spielte

Der 1963 eröffnete Hotelriese auf der Wilhelm-Leuschner-Straße nahe dem Bahnhofsviertel in Frankfurt/Main (Hessen) war Anlaufstelle für namhafte Gäste – unter anderem stieg die Box-Legende Muhammad Ali hier ab. Zuletzt 467 Zimmer verteilten sich auf 21 Stockwerke; Konferenzen und Veranstaltungen wurden in dem weitläufigen Gemäuer ausgerichtet.

Blick in ein Zimmer des ehemaligen Hotels: Das Interieur wurde im Internet versteigert

Blick in ein Zimmer des ehemaligen Hotels: Das Interieur wurde im Internet versteigert

Foto: eBay Kleinanzeigen

Schauplatz von TV-Krimi und wahrem Verbrechen

Auch im Fernsehen war das „Interconti“ mehrfach zu sehen. Ein Zimmer des Hotels diente als Kulisse der Kanzlei von Dr. Renz in der ZDF-Serie „Ein Fall für zwei“. Im Juli 2019 wurde dort ein offenes Casting für die TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ veranstaltet. Im Dezember 2015 brachte ein Verbrechen das „Interconti“ in die Schlagzeilen: In Zimmer 433 wurde eine Koreanerin (41) von ihrer eigenen Familie zu Tode gefoltert. Sie wollten ihr offenbar den Teufel austreiben, übten Exorzismus-Rituale an ihr aus.

Auch das Geschirr des Hotels fand neue Besitzer im Internet

Auch das Geschirr des Hotels fand neue Besitzer im Internet

Foto: eBay Kleinanzeigen

Was ursprünglich mit der leeren Immobilie geplant war

Die ursprünglichen Sanierungs- und Weiterentwicklungspläne für die Immobilie hatten den Anbau von zwei sechs- und siebengeschossigen Anbauten vorgesehen. Darin sollten Büroflächen, Konferenzsäle und ein Ballsaal, aber auch Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und eine Kindertagesstätte sowie eine begrünte Dachterrasse mit Pool entstehen. 30 Prozent der Wohnungen hätten öffentlich gefördert und anschließend günstig vermietet werden sollen. Doch daraus wird vorerst nichts. Die Renovierung bezieht sich erst einmal nur auf das bestehende Gebäude.

Aroundtown war für eine BILD-Anfrage zu den Plänen bisher noch nicht zu erreichen.