- Omar Sillah wurde am „Deadline Day“ von SpVgg Greuther Fürth bis zum Saisonende an Alemannia Aachen ausgeliehen, um dort mehr Spielpraxis in der dritten Liga zu sammeln.
- Bei seinem Debüt für Aachen wurde Sillah am vergangenen Sonntag gegen Rot-Weiß Essen in der 77. Minute eingewechselt und erlebte ein 3:3 nach vorheriger Aachener Führung.
- Im Testspiel gegen FC Eindhoven erzielte Sillah am Montag nach einem Torwartfehler das zwischenzeitliche 2:0 für Aachen, die Partie endete mit einem 4:1-Sieg für Alemannia.
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Wie schnelllebig der Profifußball ist, hat Omar Sillah in den vergangenen Wochen erfahren. Am 31. Januar saß der Stürmer aus Delmenhorst noch beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth auf der Bank, als seine Mannschaft mit 2:1 bei Holstein Kiel gewann. Zwei Tage später war der 22-Jährige dann plötzlich kein Kleeblatt mehr. Abstiegskampf in der dritten statt in der zweiten Liga heißt es seitdem für Sillah, der bis zum Saisonende an Alemannia Aachen ausgeliehen ist. Auf den letzten Drücker wurde dieser Wechsel am „Deadline Day“ perfekt gemacht. Sillah muss somit wieder einmal einen Umweg nehmen, doch das kennt er aus seiner bisherigen Karriere bereits.
Für die Fürther Profis hatte Sillah zwölf Spiele in der 2. Bundesliga bestritten und dabei einmal getroffen. Dazu kamen zwei Partien im DFB-Pokal. Seine meisten Einsätze für das aktuelle Zweitliga-Schlusslicht waren aber eher kurz, das soll sich in Aachen möglichst ändern. „Omar konnte sein Potenzial bei uns schon andeuten. Damit er sich weiter bestmöglich entwickeln kann, ist Spielpraxis für den Jungen aber das A und O. Wir sind überzeugt, dass der Schritt in die dritte Liga zu Aachen in seiner aktuellen Situation genau der richtige ist“, erläuterte Fürths Sportdirektor Stephan Fürstner die Gründe für das Leihgeschäft.
Eine Etage tiefer will Sillah nun zeigen, dass er auch den Fürthern weiterhelfen kann, schließlich steht er beim Kleeblatt noch bis 2027 unter Vertrag. „Für mich ist es wichtig, Spielminuten zu sammeln und diese Möglichkeit habe ich mit Fürth zusammen jetzt in Aachen gefunden. Ich werde die neue Herausforderung in der dritten Liga mit vollem Einsatz angehen, um möglichst viel auf dem Platz stehen zu können“, wurde Sillah in der Mitteilung seines Klubs zitiert.
„Tempo, Physis und Zug zum Tor“
In Aachen freuen sie sich derweil über die Verstärkung. „Wir wollten in der Offensive noch mal gezielt nachschärfen und mit Omar bekommen wir einen jungen, hungrigen Mittelstürmer, der in den vergangenen Jahren eine starke Entwicklung genommen hat. Er bringt Tempo, Physis und einen klaren Zug zum Tor mit“, erklärte Alemannia-Geschäftsführer Rachid Azzouzi, dessen Fürther Vergangenheit bei dem Deal sicherlich hilfreich war. Sillah blickte direkt nach vorne und versprach: „Jetzt geht es für mich darum, mich jeden Tag zu zeigen, hart zu arbeiten und meinen Teil auf dem Platz zum Erfolg beizutragen.“
Großartig Zeit zum Eingewöhnen hatte er auch nicht. Sechs Tage nach dem Last-Minute-Wechsel stand für die Aachener bereits das Traditionsduell gegen Rot-Weiß Essen an. 28.000 Zuschauer sorgten am Tivoli für eine prickelnde Atmosphäre. Davon befeuert führte die abstiegsbedrohte Alemannia am vergangenen Sonntag zunächst mit 3:1. In der 77. Minute wurde dann Omar Sillah eingewechselt – und musste bei seinem Debüt für Aachen miterleben, wie noch zwei Gegentore fielen.
Marek Janssen bereitet Tor vor
Essens Topstürmer Marek Janssen, einst drei Jahre lang für den SV Atlas Delmenhorst aktiv, traf nach vier Spielen in Folge mit mindestens einem Tor zwar nicht selbst, trat dafür aber als Vorbereiter in Erscheinung. Das 2:3 durch Dickson Abiama legte Janssen auf (85.). In der 89. war es wieder Abiama, dem noch das 3:3 gelang.
Der Tabellenfünfte aus Essen bejubelte den späten Punktgewinn, der ihn weiterhin im Aufstiegskampf mitmischen lässt. Der Tabellen-15. aus Aachen ärgerte sich derweil über den verpassten Befreiungsschlag. Drei Punkte Vorsprung hat das Team von Trainer Mersad Selimbegovic derzeit auf die Abstiegsränge. Omar Sillah soll mit Toren dazu beitragen, dass die Sorgen am Tivoli möglichst bald kleiner werden.
Dass er über einen Torriecher verfügt, bewies der neue Stürmer direkt am Montag bei einem Testspiel gegen den niederländischen Zweitligisten FC Eindhoven. In der 32. Minute stand der Delmenhorster goldrichtig und staubte nach einem Torwartfehler zum zwischenzeitlichen 2:0 ab. Am Ende siegte Aachen mit 4:1 (2:0) und sammelte Selbstvertrauen für die wichtige Partie beim ebenfalls abstiegsbedrohten SSV Ulm am kommenden Sonntag (16.30 Uhr).
Anfänge liegen beim Delmenhorster TB
Für Omar Sillah ist die dritte Liga noch Neuland. Tore schoss der schlaksige Angreifer bislang aber überall. Von 2009 bis 2015 waren es Treffer am Fließband für den Delmenhorster TB, wo er mit dem Fußballspielen angefangen hatte. „Er war ein echter Torgarant“, erinnerte sich Jens Düßmann, Sillahs Trainer beim DTB.
Die großen Profiklubs hatten Sillah lange nicht auf dem Zettel. Er musste einige Umwege gehen, schoss etwa 31 Saisontore in der Bremen-Liga für den FC Oberneuland. 2023 landete er doch noch in der U21 des Hamburger SV. 2024/25 wurde der Delmenhorster mit 20 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga Nord, dann ging es weiter nach Fürth.
Dort musste sich Sillah die Spielzeit hart erarbeiten. Er kam in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, sah im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern innerhalb von nur drei Minuten eine unglückliche Gelb-Rote Karte, ließ sich aber nicht entmutigen. Nur vier Tage danach folgte sein erstes Zweitliga-Tor beim 1:2 gegen den SC Paderborn. Wie lange es nun bis zum ersten Drittliga-Treffer für Aachen dauert, wird sich zeigen.
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